GASTRO AVAILABILITY INDEX 2026 · DACH-STUDIE
Digitale Verfügbarkeit der DACH-Gastronomie: sichtbar, aber nicht buchbar.
Die erste systematische DACH-Erhebung digitaler Verfügbarkeitssignale der Gastronomie: 1.900 Betriebe in 19 Städten, untersucht zwischen März und Mai 2026 auf fünf Verfügbarkeits- und neun Reifemerkmale. Die vollständigen Aggregatdaten stehen als CSV unter CC BY 4.0 zur freien Nachnutzung bereit.
der Betriebe sind mit einer Online-Speisekarte auffindbar
nutzen ein eingebettetes Reservierungswidget mit Echtzeitverfügbarkeit
Kernergebnisse
Die Grundausstattung ist verbreitet, die professionelle Integration bleibt die Ausnahme. 1.602 Betriebe (84,3 Prozent) verfügten über eine vollständig auswertbare digitale Präsenz und bilden die Bezugsgröße der DACH-Gesamtwerte. Die Stadt- und Segmentwerte beziehen sich auf die nach Qualitätsprüfung publikationsreife Teilmenge von 1.573 Betrieben; das n je Zeile steht in den Tabellen und im CSV.
| Verfügbarkeitssignal | Anteil DACH-Betriebe |
|---|---|
| Online-Speisekarte | 78,7 % |
| Reservierungshinweis (inkl. Telefon- und Kontaktformular-Verweis) | 66,0 % |
| Liefer- und Abholoptionen | 40,6 % |
| Mittagsangebot aktiv beworben | 23,9 % |
| Preisinformationen auf Website | 16,5 % |
Die 56-Punkte-Lücke
66,0 Prozent der Betriebe kommunizieren Reservierungsbereitschaft – aber nur 9,7 Prozent nutzen ein eingebettetes Reservierungswidget mit Echtzeitverfügbarkeit. Die Differenz von rund 56 Prozentpunkten ist die Hauptbruchstelle der Studie.
Wien als Doppelsieger
Wien führt bei beiden Transaktionssignalen: 77,8 Prozent Reservierungsanteil (vor Zürich mit 77,5 und München mit 75,3 Prozent) und 58,7 Prozent Liefer- und Abholanteil – mehr als zehn Prozentpunkte vor der zweitplatzierten Stadt Essen (48,1 Prozent).
München setzt den Menü-Maßstab
Beim Online-Menü führt München mit 91,8 Prozent, gefolgt von Genf (87,3 Prozent) und Linz (87,2 Prozent). Starke digitale Grundausstattung ist nicht auf die größten Metropolen beschränkt.
Die Mittagsschere
51,7 Prozent der Websites lassen eine Mittagsöffnung erkennen, aber nur 23,9 Prozent bewerben aktiv ein eigenständiges Mittagsangebot. Mehr als jeder vierte Betrieb öffnet mittags, ohne dieses Verkaufsfenster online zu adressieren.
Genfs Lunch-Anomalie
Genf kommuniziert trotz 87,3 Prozent Online-Menü-Anteil nur zu 27,8 Prozent ein Mittagsangebot – der einzige Wert der Erhebung unter 30 Prozent. Keine technische, sondern eine kulturelle Lücke der französisch geprägten Gastronomietradition.
Reifegrad 45 von 100
Der auf neun Layer-2-Signalen berechnete Digitale-Reifegrad-Score liegt im DACH-Durchschnitt bei 45 von 100 Punkten. 84,3 Prozent der Websites sind HTTPS-gesichert, 56,3 Prozent mehrsprachig, 44,3 Prozent mit zwei oder mehr aktiven Social-Media-Kanälen.
19 Städte im Vergleich
Anteil der Betriebe mit dem jeweiligen Verfügbarkeitssignal, in Prozent. Zehn deutsche, fünf österreichische und vier Schweizer Städte. Die Muster verlaufen nicht entlang nationaler Grenzen.
| Stadt | Land | n | Online-Speisekarte | Reservierungshinweis | Liefer-/Abholoption | Mittagssignal | Preisinformationen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Berlin | DE | 92 | 76,1 | 63,0 | 41,3 | 46,7 | 17,4 |
| Dortmund | DE | 71 | 76,1 | 60,6 | 33,8 | 53,5 | 19,7 |
| Düsseldorf | DE | 88 | 75,0 | 61,4 | 35,2 | 56,8 | 15,9 |
| Essen | DE | 79 | 84,8 | 62,0 | 48,1 | 55,7 | 21,5 |
| Frankfurt | DE | 97 | 82,5 | 66,0 | 38,1 | 46,4 | 22,7 |
| Hamburg | DE | 93 | 81,7 | 66,7 | 40,9 | 53,8 | 23,7 |
| Köln | DE | 86 | 80,2 | 69,8 | 38,4 | 51,2 | 22,1 |
| Leipzig | DE | 83 | 79,5 | 55,4 | 43,4 | 59,0 | 19,3 |
| München | DE | 97 | 91,8 | 75,3 | 43,3 | 66,0 | 19,6 |
| Stuttgart | DE | 79 | 73,4 | 58,2 | 43,0 | 55,7 | 21,5 |
| Graz | AT | 84 | 69,0 | 69,0 | 41,7 | 57,1 | 11,9 |
| Innsbruck | AT | 83 | 75,9 | 71,1 | 34,9 | 51,8 | 15,7 |
| Linz | AT | 78 | 87,2 | 65,4 | 32,1 | 59,0 | 15,4 |
| Salzburg | AT | 90 | 82,2 | 73,3 | 42,2 | 57,8 | 14,4 |
| Wien | AT | 63 | 82,5 | 77,8 | 58,7 | 36,5 | 14,3 |
| Basel | CH | 82 | 80,5 | 70,7 | 47,6 | 50,0 | 13,4 |
| Bern | CH | 78 | 74,4 | 62,8 | 46,2 | 57,7 | 15,4 |
| Genf | CH | 79 | 87,3 | 72,2 | 38,0 | 27,8 | 2,5 |
| Zürich | CH | 71 | 80,3 | 77,5 | 42,3 | 67,6 | 9,9 |
Reservierungshinweis inkl. Telefon- und Kontaktformular-Verweis; Reservierungswidget mit Echtzeitverfügbarkeit im DACH-Durchschnitt: 9,7 Prozent. Mittagssignal = Mittagsöffnung oder Mittagsangebot online erkennbar. n = publikationsreife Betriebe je Stadt (Summe 1.573). Quelle: GastroInsider Gastro Availability Index 2026, eigene Primärerhebung, 19 DACH-Städte, März–Mai 2026.
Fünf Segmente, fünf Digitalisierungslogiken
Jedes Segment digitalisiert in der Logik seines Geschäftsmodells: Burger/QSR/Fast Casual führt beim Liefer- und Abholsignal (59,6 Prozent), das Deutsche Wirtshaus bei der Reservierung (74,2 Prozent), die Asiatische Gastronomie beim Mittagssignal (66,2 Prozent).
| Segment | n | Online-Speisekarte | Reservierungshinweis | Liefer-/Abholoption | Mittagssignal | Preisinformationen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Café/Bistro | 319 | 71,2 | 69,3 | 37,0 | 46,7 | 15,4 |
| Italienische Gastronomie | 317 | 81,1 | 65,6 | 41,6 | 53,9 | 17,0 |
| Deutsches Wirtshaus/Traditionsgastronomie | 314 | 83,1 | 74,2 | 23,9 | 64,0 | 25,2 |
| Burger/QSR/Fast Casual | 312 | 81,7 | 68,3 | 59,6 | 35,9 | 10,3 |
| Asiatische Gastronomie | 311 | 83,6 | 58,5 | 44,7 | 66,2 | 16,4 |
Methodik
Die Erhebung umfasst öffentlich zugängliche Websites von 1.900 Gastronomiebetrieben in 19 DACH-Städten – zehn deutsche Großstädte (Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig, Stuttgart), fünf österreichische Städte (Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz, Linz) und vier Schweizer Städte (Zürich, Basel, Bern, Genf). Erhebungszeitraum: März bis Mai 2026. Erhebungsgrundlage: OpenStreetMap-Betriebsdaten, ausgewertet auf fünf Verfügbarkeits- und neun Reifemerkmale. 1.602 Betriebe verfügten über eine vollständig auswertbare digitale Präsenz und bilden die Bezugsgröße der DACH-Gesamtwerte. Die Stadt- und Segmentaufschlüsselung nutzt die nach Qualitätsprüfung publikationsreife Teilmenge von 1.573 Betrieben – 29 Datensätze ohne abgeschlossene Prüffreigabe sind dort ausgeschlossen, das n je Zeile ist in Tabellen und CSV ausgewiesen. Nicht ermittelbare Signale werden konservativ als „nicht vorhanden“ gewertet.
Universe-Angaben für die Stichprobenquoten basieren auf amtlichen Statistikquellen: IT.NRW Unternehmensregister (Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen), Bayerisches Landesamt für Statistik (München), BFS STATENT mit OCSTAT-Erweiterung für Genf (Schweizer Städte), WKO Mitgliederstatistiken 2024 (Salzburg, Graz, Wien, Tirol). Insgesamt rund 45.000 Betriebe in WZ 56.1 (Restaurants, Cafés, Gaststätten) plus WZ 56.3 (Bars) – Catering und Gemeinschaftsverpflegung wurden ausgeschlossen. 68 Prozent des Universe sind über offizielle Statistikquellen belegt; vier deutsche Städte (Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart) wurden über validierte Listflix-Proxywerte abgeglichen, zwei Städte (Linz, Bern) auf Basis von Bundesland-Hochrechnung beziehungsweise BFS-Teildaten geschätzt. Stichprobenquote im DACH-Durchschnitt 3,5 Prozent, in einzelnen Städten bis 9,6 Prozent (Salzburg, WKO-belegt).
Die Studie ist eine quantitative Strukturanalyse, keine Bewertung einzelner Betriebe. Alle erhobenen Daten beziehen sich auf öffentlich einsehbare Informationen zum Erhebungszeitpunkt. Einzelne Betriebsbezeichnungen werden nicht ausgewiesen. Studienbezeichnung: Gastro Availability Index 2026, DACH-Studie Michael Krause / GastroInsider, n=1.900.
Verfügbarkeitssignale messen Kommunikation, nicht Realität: Was nicht beworben wird, ist dadurch nicht abwesend – und was beworben wird, ist nicht zwingend hochwertig umgesetzt. Diese methodische Grenzlinie ist bei der Interpretation der Werte relevant.
Daten-Download
Aggregatdaten der Studie auf Stadt- und Segmentebene: fünf Verfügbarkeitssignale für 19 Städte, fünf Segmente und den DACH-Gesamtwert. UTF-8, deutsche Spaltenköpfe.
Lizenz: CC BY 4.0
Die Daten stehen unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) zur freien Nachnutzung bereit – auch kommerziell. Bedingung ist die Namensnennung „GastroInsider – Gastro Availability Index 2026“ mit Link auf gastroinsider.de/gastro-availability-index.
Zitierweise
Studie, Grafiken und Datenreihen dürfen mit Quellenangabe frei zitiert werden. Weiterführende Datenausschnitte und individuelle Stadtprofile auf Anfrage.
Vollständige Analyse
Der Studienbericht im Intelligence-Bereich
Die vollständige Auswertung mit allen Tabellen, der Einordnung der Plattform-Konzentration (DISH, Eatbu, OpenTable; Lieferando, UberEats, Wolt) und der Analyse der Layer-2-Reifemerkmale ist als Intelligence-Analyse erschienen.
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Rückfragen, weiterführende Datenausschnitte und individuelle Stadtprofile: Michael Krause, GastroInsider, info@gastroinsider.de. Pressemappe und Kontaktinformationen auf der Presseseite.
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