Die Hauptmänner von Köpenick - Haben Sie unberechtigte Angst vor beeindruckenden Fassaden?
Warum viele Gastronomen sich von der Konkurrenz einschüchtern lassen – und weshalb das völlig unbegründet ist.
Michael Krause
3 Min. Lesezeit
Sie kennen vielleicht die Geschichte vom Hauptmann von Köpenick, in der ein einfacher Bürger sich als Hauptmann verkleidet und als Folge davon alle Personen Respekt vor Ihm haben und seinen Befehlen gehorchen.
Deshalb lassen Sie mich Ihnen mitteilen: Die meisten Menschen, Unternehmen, Institutionen, … sind nicht so, wie sie scheinen zu sein oder wie sie sich selbst darstellen.
Trotzdem lassen wir uns immer wieder täuschen; oft sogar trotz besseren Wissens.
Doch wirklich scharfsinnige Unternehmerinnen und Unternehmer nehmen niemals andere Personen oder Dinge für bare Münze.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Gastronomen sich von weitaus größeren Mitbewerbern einschüchtern lassen oder ehrfürchtig zu ihnen aufblicken.
Aber wenn Sie wirklich einmal einen Blick in das Innere dieser Riesen werfen könnten, würden Sie feststellen, dass es sich dabei wie mit einer Matrjoschka verhält:
Sie erscheinen riesig am Anfang, doch letztendlich ist das meiste nur Luft und es bleibt nur eine winzige Figur mit einem Holzkopf übrig.
Wenn Sie die nicht austricksen können, schaffen Sie es mit niemandem.
Genauso lassen sich viele von vermeintlichen Experten einschüchtern.
Patienten zögern die Meinung ihres Arztes zu hinterfragen und nicht allzu selten hat dies schlimme Folgen. Das Gleiche gilt bei Anwälten, Professoren oder Buchhaltern. Die umgekehrte Version ist, dass Leute Personen mit einem großen Social-Media Following oder einem YouTube Kanal vertrauen, statt auf echte Experten.
Ich schätze für jemanden, der wahrscheinlich als DER führende Gastro-Gastronomie-Marketing Experte in der Branche gehandelt wird und sich mittlerweile seit über einem Jahrzehnt auch so positioniert, sollte ich lieber den Mund halten – aber meiner Erfahrung nach sind die meisten Experten nichts als heiße Luft.
Für den Anfang schlage ich vor, dass Sie Ausschau nach „fetten und paffenden Ärzten“ halten, welche nicht ihren eigenen Ratschlägen folgen. Das Letzte was Sie in einem fremden Land brauchen, ist ein Übersetzer, der die Sprache der dort lebenden Menschen nicht beherrscht.
Der Zweck dieses Artikels ist nicht Sie zu einer zynisch-skyptischen zu erziehen, die hinter allem etwas Schlechtes erwartet - sondern Ihr Selbstbewusstsein zu steigern. Sie sollten ermutigt sein, auf Ihr Bauchgefühl zu hören, selbst die Verantwortung zu übernehmen und eigenen Ideen zu folgen.
Eingeschüchtert sein oder nicht, das ist hier die Frage.
Ein Gastronom in Sachsen-Anhalt – dritte Generation, der Betrieb lief „irgendwie“ seit 30 Jahren – sagte mir: „Ich bin Koch, kein Unternehmer.“ Zwei Jahre später sagt er: „Ich bin immer noch Koch. Aber jetzt bin ich auch Unternehmer. Und zum ersten Mal seit Jahren habe ich sonntags frei.“ Der Unterschied war eine neue Denkweise: Systeme statt Improvisation.
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