Stammgäste & Bindung

Howard Johnson's: Von 1.000 Filialen zur letzten — warum "es wird schon wieder" der tödlichste Satz ist

1965. Du fährst auf dem Highway durch Amerika.

Michael Krause
Michael Krause
09. Januar 202413 Min. Lesezeit
Howard Johnson's: Von 1.000 Filialen zur letzten — warum "es wird schon wieder" der tödlichste Satz ist
  1. Du fährst auf dem Highway durch Amerika.

An jeder Ausfahrt: ein oranges Dach. Howard Johnson's. 28 Eissorten. Fried Clams. Chicken Pot Pie. DAS Restaurant für Familien auf dem Road Trip.

1.000 Standorte. Größer als McDonald's, Burger King und KFC zusammen. 350 Millionen Mahlzeiten im Jahr. 8 Millionen Reisende in den hauseigenen Motor Lodges beherbergt.

In Stanley Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum" gab es ein Howard Johnson's Restaurant auf der Raumstation. Nicht als Witz. Als selbstverständliche Zukunftsvision — denn 1968 war HoJo so allgegenwärtig dass man sich eine Welt ohne nicht vorstellen konnte.

  1. Lake George, New York. Die LETZTE Howard Johnson's schließt. Für immer.

Von 1.000 auf 0. In 57 Jahren.

Nicht weil das Essen schlecht wurde. Nicht weil ein Skandal kam. Nicht weil ein Virus die Welt stoppte.

Sondern weil die Welt schneller wurde. Und Howard Johnson's nicht.

Was du in diesem Artikel lernst:

  • Wie die größte Restaurantkette der USA in 57 Jahren auf null schrumpfte
  • Warum "der Erste sein" keinen dauerhaften Schutz bietet
  • Was das langsamste Sterben zum gefährlichsten macht
  • Warum ein Koch Kennedy's Weißes Haus ABLEHNTE — für einen Job bei HoJo
  • 5 Lektionen die verhindern dass dein Restaurant dasselbe Schicksal erleidet
Was Warum das wichtig ist
1.000+ Standorte in den 1970ern → 0 in 2022 Das größte Restaurant-Sterben der Geschichte
1965: Umsatz > McDonald's + Burger King + KFC zusammen Der Erste zu sein schützt nicht
57 Jahre Niedergang — kein dramatischer Moment Das langsamste Sterben ist das gefährlichste
Jacques Pépin wählte HoJo STATT Kennedy's Weißes Haus So prestigeträchtig war die Marke
Turnpike-Monopol lief 1979 aus → Fast Food übernahm Infrastruktur-Änderungen töten Geschäftsmodelle

1925-1965: Größer als McDonald's

Howard Deering Johnson hatte 500 Dollar und eine Apotheke in Wollaston, Massachusetts.

Die Apotheke hatte einen Soda-Fountain mit 3 Eissorten: Vanille, Schokolade, Erdbeere. Das war 1925 Standard. Mehr gab es nirgends.

Johnson tat etwas Einfaches: Er verdoppelte den Butterfett-Anteil in seinen Eisrezepten — nach einem Rezept das er von einem deutschen Einwanderer erhalten hatte. Das Eis wurde cremiger, reichhaltiger, besser als alles was die Kunden kannten.

Und dann erweiterte er auf 28 Sorten. In einer Zeit in der 3 normal waren.

28 Sorten. Am Strand von Wollaston Beach verkaufte er an einem einzigen Tag 14.000 Eistüten.

1929: Das erste richtige Restaurant in Quincy Square. Fried Clams, Baked Beans, Chicken Pot Pie, Frankfurters — und 28 Sorten Eis. 1935: Erstes Franchise-System. 1939: 107 Restaurants in 7 Staaten, 10,5 Millionen Dollar Umsatz.

Dann kam der Clou: Die Turnpike-Monopole.

Howard Johnson sicherte sich exklusive 40-Jahres-Verträge auf den Turnpikes (Maut-Autobahnen) von Pennsylvania, Ohio, Maine, New Jersey, New York, Connecticut, Massachusetts und Indiana. Das bedeutete: An JEDER Raststätte der wichtigsten Autobahnen der Ostküste stand ein Howard Johnson's. Keine Konkurrenz. 40 Jahre lang.

Die orangenen Dächer — wissenschaftlich ermittelt als die Farbe die am besten die Aufmerksamkeit von Autofahrern erregt — wurden zum Symbol amerikanischen Reisens. "Host of the Highways." "Landmark for Hungry Americans."

1961: Börsengang. 605 Restaurants, 88 Motor Lodges. 1965: Über 700 Restaurants. Umsatz höher als McDonald's, Burger King und KFC zusammen.

Und dann — ein Detail das zeigt wie prestigeträchtig diese Marke war: 1960 wurde der französische Meisterkoch Jacques Pépin — persönlicher Koch von Charles de Gaulle — von Howard Johnson's abgeworben. Pépin hatte gleichzeitig ein Angebot als Küchenchef im Weißen Haus unter Präsident Kennedy.

Er wählte Howard Johnson's. Nicht Kennedy.

Er entwickelte dort Rezepte für die Massenproduktion — darunter 3.000-Gallonen-Chargen Clam Chowder. Und Pierre Franey vom legendären Le Pavillon in New York wurde VP für Menü-Entwicklung.

Das war Howard Johnson's auf dem Höhepunkt: Eine Marke die einen Koch dazu brachte das Weiße Haus abzulehnen.

Was HoJo richtig machte — und warum es trotzdem nicht reichte

Howard Johnson hat Dinge erfunden die heute selbstverständlich sind.

Kinderkarte. HoJo's war eine der ersten Ketten mit einem eigenen Kinder-Menü. Heute hat das jeder. Damals war es revolutionär.

Birthday Club. Gäste bekamen an ihrem Geburtstag eine Gratis-Mahlzeit. Klingt vertraut? Genau — meine Coaching-Klienten nutzen die Geburtstagsmaschine als einen ihrer profitabelsten Kanäle. HoJo hatte das in den 1950ern.

Standardisiertes Franchise-System. Johnson schrieb die "Howard Johnson's Bible" — ein Handbuch mit exakten Betriebsanweisungen für jeden Aspekt. 6-monatige Manager-Ausbildung. 4-tägige Kellnerinnen-Kurse. Das war das Vorbild für TGI Friday's, Red Lobster und alles was danach kam.

Flash-Frozen-System (1953). HoJo's betrieb eigene Kommissariat-Fabriken die über 700 Produkte herstellten und an alle Standorte lieferten. Qualitätskontrolle vom Werk bis zum Teller. Das gleiche Prinzip das heute In-N-Out mit frischem Fleisch und Block House mit eigener Metzgerei nutzt.

All das war richtig. Aber Recht haben schützt nicht vor der Realität. Und die Realität war: Die Welt wurde schneller. Und HoJo blieb sitzen.


Was Howard Johnson's zerstörte — in 3 Schritten

Schritt 1: Die Ölkrise (1973)

Die Ölkrise traf Howard Johnson's wie ein Hammer. Die Benzinpreise vervierfachten sich. Und 85% des HoJo-Umsatzes kamen von Reisenden — Menschen die FUHREN. Weniger Fahrten = weniger Gäste. Sofort.

Howard B. Johnson (der Sohn, seit 1959 Chef) sagte später einen Satz der in die Restaurant-Geschichte einging: "My expansion plans got stalled in the 1974 oil embargo. I overreacted. I stopped all expansion, and once you stop, you know how hard it is to get the monster going again."

Er stoppte ALLES. Keine neuen Standorte. Keine Investitionen. Keine Modernisierung. Und startete nie wieder.

Ich habe das in 23 Jahren mit hunderten Gastronomen erlebt. Die Ölkrise von 1973 hat HoJo nicht getötet. Die REAKTION auf die Ölkrise hat es getötet. Stillstand als Strategie. "Warten bis es vorbeigeht." Es ging vorbei — aber HoJo war nie wieder in Bewegung.

Das ist die Stillstands-Falle in ihrer reinsten Form. Genau wie bei Maredo: Einmal angehalten, nie wieder in Bewegung gekommen.

In der deutschen Gastronomie sehen wir 2026 dasselbe Muster. Corona war unser Ölkrise-Moment. Viele Gastronomen haben gestoppt — Investitionen, Marketing, Neues ausprobieren. Die DEHOGA-Umfrage 2025 bestätigt: 72,1% konnten in den letzten Jahren nicht nötig investieren. Das ist verständlich. Aber jeder Monat den du nicht investierst ist ein Monat den dein Wettbewerber NUTZT.

Schritt 2: Die Turnpike-Monopole laufen aus (1979-1980)

40 Jahre Monopol. Keine Konkurrenz an den Raststätten. Kein Grund besser zu werden.

Und dann: 1979-1980 liefen die Verträge aus. Die Turnpike-Kommissionen holten sofort Fast-Food-Ketten rein — McDonald's, Burger King, Roy Rogers. Die boten 15-Cent-Burger in 5 Minuten. HoJo bot 35-Cent-Burger mit Tischservice in 30 Minuten.

Der Reisende wollte nicht 30 Minuten SITZEN. Er wollte in 5 Minuten WEITER.

Gleichzeitig: Das neue Interstate Highway System (seit 1956) verbot Service-Plazas auf den Bundesautobahnen. HoJo konnte sein Turnpike-Modell nicht auf das neue Highway-Netz übertragen.

Die Infrastruktur änderte sich. Das Geschäftsmodell nicht.

Schritt 3: Das langsamste Sterben der Restaurant-Geschichte

Was dann folgte war kein Absturz. Es war ein Verblassen. 57 Jahre lang.

Zeitraum Restaurants Was passierte
Mid-1970s ~1.000 Peak
1979 ~1.040 Verkauf an Imperial Group (UK) für 630 Mio. Dollar
1985 ~617 Marriott kauft für 314 Mio. (halb so viel wie 6 Jahre vorher)
1987 ~90 Marriott räumt auf
1995 84 Franchise-System unter FAI
2005 8 Fast vergessen
2017 1 Nur noch Lake George, NY
März 2022 0 Die letzte schließt. Für immer.

Von 1.000 auf 0. Kein dramatischer Moment. Kein Skandal. Kein Crash. Nur: jedes Jahr ein bisschen weniger. Jedes Jahrzehnt ein paar hundert weniger. Bis niemand mehr kam.

Das Gebäude der letzten Howard Johnson's in Lake George wurde an den Besitzer von "Sushi Wa" verkauft. Ein All-you-can-eat Sushi-Restaurant steht jetzt wo einmal das Herz der amerikanischen Reise-Gastronomie schlug.

Und die Besitzer? 5 in 43 Jahren. Johnson-Familie. Imperial Group (britischer Tabakkonzern, Kaufpreis 630 Millionen Dollar 1979). Marriott (Kaufpreis 314 Millionen — die Hälfte, 6 Jahre später). Prime Motor Inns. Blackstone Capital Partners. Jeder kaufte billiger als der vorherige. Jeder zog Geld raus statt reinzustecken.

Dasselbe Muster wie bei Maredo. Wie bei Nordsee. Private Equity kauft eine Marke die von Gastgebern aufgebaut wurde — und verwaltet sie zu Tode.

Die Hotel-Marke "Howard Johnson" existiert übrigens noch — unter Wyndham Hotels, mit rund 310 Standorten weltweit. Hotels überleben. Weil sie sich angepasst haben. Die Restaurants haben es nicht.


Die Parallele zu heute: Was sich JETZT ändert

1965 veränderten Interstate Highways die Spielregeln. Full-Service-Restaurants an Highways starben. Drive-Through und Fast Food überlebten.

2026 verändert Digitalisierung die Spielregeln. Restaurants ohne Online-Präsenz, ohne Google-Profil, ohne Reservierungssystem, ohne Social-Media-Strategie — sie werden "umfahren." Nicht von Highways. Von Algorithmen.

52% der Deutschen gehen wegen Preissteigerungen seltener essen (GfK/BZT 2024). Wenn sie gehen, wählen sie gezielter aus. Und sie wählen online. Google-Bewertungen. Instagram-Fotos. Online-Speisekarte. Wenn du dort nicht sichtbar bist, existierst du für eine wachsende Zahl von Gästen nicht.

Das ist keine Digitalisierungs-Panik. Das ist die HoJo-Lektion: Die WELT ändert sich. Die Frage ist nicht OB. Die Frage ist ob DU dich mit ihr änderst.

Die deutschen Gastronomie-Trends 2026 zeigen klar wohin die Reise geht. Wer sie ignoriert, fährt auf dem alten Highway — während die neuen Interstate-Gäste woanders hinfahren.


5 Lektionen die verhindern dass dein Restaurant dasselbe Schicksal erleidet

Lektion 1: Die Welt ändert sich. Immer.

HoJo starb nicht an schlechtem Essen. Es starb an einem Highway-System das es umging. An Benzinpreisen die Reisende stoppten. An Fast-Food-Ketten die schneller waren.

Was "umgeht" DICH gerade? Lieferando das deine Gästedaten besitzt? Social Media das du nicht nutzt? Gen Z die nicht anruft sondern online reserviert — und wenn du keine Online-Reservierung hast, woanders hingeht?

Die Antwort auf diese Frage ist der Anfang deiner Zukunftsstrategie. Und sie muss ehrlich sein — nicht bequem.

In-N-Out hat sich angepasst: 4 Gerichte seit 1948, aber Drive-Through-Innovation, Mitarbeiter-Investitionen, kontrollierte Expansion. Block House hat sich angepasst: Gleiches Steak-Konzept seit 1968, aber modernisiertes Interieur, erweiterte Karte, eigene Metzgerei. Beide stehen stabil.

Howard Johnson's hat sich nicht angepasst. Maredo nicht. Vapiano nicht. Nordsee weiß bis heute nicht was es ist.

Das Muster ist eindeutig. Die Seite auf der du stehst entscheidest du JETZT.

Lektion 2: Der Erste zu sein gibt dir Vorsprung — aber keinen Schutz

Howard Johnson's war die erste große Restaurantkette Amerikas. Vor McDonald's. Vor Burger King. Vor allen.

57 Jahre später: tot.

Dein 30-jähriger Vorsprung, dein bekannter Name, dein treuer Stammgast — all das ist Gold wert. Aber es schützt dich nicht vor jemandem der HEUTE besser, schneller oder relevanter ist.

Die Frage ist nicht wie lange du schon da bist. Die Frage ist ob du auch MORGEN noch relevant bist. Und das entscheidest du jeden Tag neu.

Lektion 3: Das langsamste Sterben ist das gefährlichste

HoJo starb über 57 Jahre. Jedes Jahr "etwas weniger." Kein dramatisches Ereignis. Kein Schock. Nur: schleichend weniger Gäste. Schleichend weniger Umsatz. Schleichend weniger Standorte.

Das ist das Tückische: Es gibt keinen Moment in dem der Alarm losgeht. Kein rotes Licht. Kein Bankrott-Brief. Nur die leise Stimme die sagt: "Es wird schon wieder."

Sind DEINE Zahlen "jedes Jahr etwas weniger"? 3% weniger Gäste hier. 5% weniger Umsatz da. Nichts Dramatisches. Nichts Alarmierendes. Aber wenn du das 5 Jahre lang addierst: 20-25% Rückgang. Und dann wird es dramatisch.

Prüfe es. Jetzt. Nicht nächsten Monat. Die Grundlagen des Restaurant-Controllings helfen dir die Zahlen zu sehen BEVOR sie zum Problem werden. Und der Artikel über Gastronomie-Insolvenz verhindern zeigt die 7 Warnsignale die du nicht ignorieren darfst.

Lektion 4: "Es wird schon wieder" ist der tödlichste Satz

Howard Johnson's hat diesen Satz 57 Jahre lang gesagt.

Es wurde nicht wieder.

Wenn du dich dabei ertappst diesen Satz zu sagen — über deine Gästezahlen, über deine Bewertung, über deine Belegung an Wochentagen — dann ist JETZT der Moment aufzuhören ihn zu sagen und anzufangen zu HANDELN.

"Es wird schon wieder" ist kein Optimismus. Es ist Verdrängung. Und Verdrängung hat Howard Johnson's von 1.000 auf 0 gebracht.

Lektion 5: Anpassung ist nicht Verrat an der Tradition

Howard Johnson's HÄTTE Drive-Through hinzufügen können. Hätte das Menü vereinfachen können. Hätte kleinere Formate testen können. Hätte sich an die neuen Highways anpassen können.

Tat es nicht. Aus Stolz. Aus Tradition. Aus "Das haben wir schon immer so gemacht."

Veränderung ist keine Schwäche. Stagnation ist es.

Du kannst deine Tradition bewahren UND dich anpassen. Block House macht das seit 1968 — gleiches Kernkonzept, aber jedes Jahr modernisiert. Gosch macht das seit 1967 — gleiche Identität, aber neue Standorte, neue Formate, neue Zielgruppen.

Die Tradition ist der KERN. Die Anpassung ist die HÜLLE. Beides muss zusammenspielen.

In-N-Out hat das perfektioniert: 4 Gerichte seit 1948 (Tradition) — aber Drive-Through-System, Mitarbeiter-Programme und kontrollierte Expansion (Anpassung). Ergebnis: 5,8 Millionen Dollar pro Standort.

Howard Johnson's hatte auch Tradition. Aber keine Anpassung. Ergebnis: 0 Standorte.


Die komplette Serie: 50 Ketten, 1 Wahrheit: Warum Restaurants scheitern und überleben

Häufige Fragen

War Howard Johnson's wirklich größer als McDonald's?

Ja. 1965 übertraf Howard Johnson's die Umsätze von McDonald's, Burger King und KFC ZUSAMMEN. Es war die größte Restaurantkette der USA mit über 700 Standorten und exklusiven 40-Jahres-Verträgen an den wichtigsten Maut-Autobahnen der Ostküste.

Wann hat die letzte Howard Johnson's geschlossen?

März 2022 in Lake George, New York. Das Restaurant hatte 70 Jahre an diesem Standort gestanden. Das Gebäude wurde an den Besitzer eines Sushi-Restaurants verkauft. Es gibt weltweit kein einziges Howard Johnson's Restaurant mehr. (Die Hotel-Marke existiert noch unter Wyndham mit rund 310 Standorten.)

Warum ist Howard Johnson's gescheitert?

Drei Hauptgründe: 1) Die Ölkrise 1973 reduzierte den Reiseverkehr — und 85% des Umsatzes kam von Reisenden. 2) Die 40-Jahres-Turnpike-Monopole liefen 1979-1980 aus und Fast-Food-Ketten übernahmen die Raststätten. 3) Das Full-Service-Modell (30 Minuten Tischservice) konnte gegen Drive-Through (5 Minuten) nicht bestehen. Dazu kam: 5 Eigentümerwechsel die langfristige Investitionen verhinderten.

Was hat Howard Johnson's mit meinem Restaurant zu tun?

Die Kernlektion: Marktveränderungen — ob Highways, Digitalisierung oder Gästeverhalten — warten nicht bis du bereit bist. Wer sich nicht anpasst, wird umfahren. Nicht sofort. Schleichend. Über Jahre. Bis es zu spät ist. Das langsamste Sterben ist das gefährlichste — weil man es nicht merkt.

Stimmt es dass ein Sternekoch Kennedy's Weißes Haus für HoJo ablehnte?

Ja. Jacques Pépin, persönlicher Koch von Charles de Gaulle und später weltberühmter TV-Koch, wählte 1960 einen Job bei Howard Johnson's STATT der Stelle als Küchenchef im Weißen Haus unter Präsident Kennedy. So prestigeträchtig war die Marke damals.

Gibt es die Howard Johnson's Hotels noch?

Ja — die Hotel-Marke existiert unter Wyndham Hotels & Resorts weiter. Rund 310 Standorte weltweit (168 USA, 69 China, 46 Lateinamerika). Die Hotels wurden 1985 von den Restaurants getrennt und überlebten. Nur die Restaurants sind vollständig verschwunden.


Von 1.000 auf 0 — und was das für DICH bedeutet

Ich habe in 23 Jahren Gastronomieberatung hunderte Restaurants begleitet. Die die gescheitert sind hatten fast nie schlechtes Essen. Fast nie schlechten Service.

Was sie hatten: den Glauben dass das was gestern funktioniert hat auch morgen funktionieren wird.

Howard Johnson's funktionierte 40 Jahre lang. Brillant. Größer als alle anderen. Mit einem Monopol das Konkurrenz ausschloss.

Und dann änderte sich die Welt. Die Highways. Die Geschwindigkeit. Die Erwartungen. Und HoJo änderte sich nicht mit.

Die deutsche Gastronomie steht 2026 vor ihrer eigenen Highway-Wende. 48.000 Betriebe seit 2020 geschlossen. Zweithöchste Insolvenzrate aller Branchen. 52% der Deutschen gehen seltener essen. Die 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren funktionieren nur wenn du sie auf den AKTUELLEN Markt anwendest — nicht auf den von 2015.

Howard Johnson's Orange Dach steht heute in keinem einzigen Restaurant mehr. Aber die Lektion die es lehrt steht in jedem.

"Es wird schon wieder" ist kein Plan. Es ist ein Abschied auf Raten.

Tu etwas. Heute. Nicht morgen. Denn morgen ist ein Tag näher an dem Moment in dem "etwas weniger" zu "nichts mehr" wird.

Und das muss nicht passieren. Nicht dir. Nicht wenn du JETZT die Augen öffnest.


SEO-Title: Howard Johnson's: Von 1.000 Filialen zur letzten — Die Warnung Meta-Description: Howard Johnson's: Größer als McDonald's. 1.000 Filialen. 2022: die LETZTE schloss. Warum "es wird schon wieder" der tödlichste Satz in der Gastronomie ist. 5 Lektionen. Slug: /blog/howard-johnsons-vergessener-riese


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