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Konzession Gastronomie 2026: Schank-Erlaubnis nach Bundesländern im Überblick

Schank-Erlaubnis ist seit der Föderalismus-Reform Ländersache – mit drei Regime-Gruppen, die in Bayern eine ganz andere Eröffnungs-Choreographie erzwingen als in Berlin. Die bundeslandspezifische Übersicht plus die teuerste Falle: Pachtvertrag ohne Konzession-Check.

Michael Krause
Michael Krause
11 Min. Lesezeit
Konzession Gastronomie 2026: Schank-Erlaubnis nach Bundesländern im Überblick

TL;DR

  • Schank-Erlaubnis ist Ländersache – seit der Föderalismus-Reform 2006 hat jedes Bundesland seine eigene Regelung. Eine Vorlage aus einem anderen Bundesland kann ein falsches Regulierungs-Bild produzieren.
  • Drei Regime-Gruppen in Deutschland: erlaubnis-pflichtig mit Sachkundenachweis (BY, BW, SN, RP, ST, MV), teilweise dereguliert (HE, NI, BB, SH, TH), weitgehend dereguliert (NW, BE, HB, HH).
  • Sachkundenachweis (IHK-Unterrichtung „Gastronomie") ist in erlaubnis-pflichtigen Ländern verpflichtend – eintägige Schulung mit Prüfung, Gebühr 70 bis 150 Euro.
  • Sonderfälle – Außenbewirtschaftung, Spätverkauf, Veranstaltungen ohne festen Sitz – haben in jedem Bundesland eigene Sub-Regime.
  • Kein Pachtvertrag ohne Konzession-Check. Die teuerste Falle der Genehmigungs-Phase ist der unterschriebene Pachtvertrag ohne vorab-geklärte Schank-Erlaubnis am konkreten Standort.
  • Dieser Spoke ist Übersicht, keine Rechtsberatung. Die individualisierte Prüfung gehört in die Hände einer Gaststätten-affinen Anwaltskanzlei – insbesondere bei Grenzfällen und Sonder-Konzepten.

Wer eine Schank-Erlaubnis als bundesweit einheitlich behandelt, behandelt die Genehmigungs-Phase als Standard. Wer sie als bundeslandspezifisches Regime begreift, weiß: in Bayern braucht es eine andere Eröffnungs-Choreographie als in Berlin – und ein Vergessen dieses Unterschieds kann die Eröffnung verzögern oder verhindern.

Dieser Spoke gehört in den Kontext des Restaurant-Eröffnen-Leitfadens – er vertieft die Genehmigungs-Phase an der Stelle, an der das Gaststättenrecht bundeslandspezifisch wird. Wer die Konzession isoliert vom Standort betrachtet, bekommt ein Regulierungs-Bild. Wer den Standort als Trigger der Konzession-Prüfung begreift, vermeidet die teuerste Falle der Eröffnungs-Phase.


Gaststättenrecht-Grundlagen – warum bundeslandspezifisch?

Bis zur Föderalismus-Reform 2006 galt das Gaststättengesetz (GastG) des Bundes einheitlich. Mit der Reform wurde die Gesetzgebungs-Kompetenz auf die Länder übertragen. In der Folge haben die Länder unterschiedliche Wege gewählt – einige haben das alte Gesetz im Wesentlichen übernommen, andere haben es schrittweise dereguliert, wieder andere haben es vollständig durch eigene Landesgesetze ersetzt.

Was die Schank-Erlaubnis regelt

Schank-Erlaubnis ist die behördliche Erlaubnis, alkoholische Getränke gewerblich auszuschenken. Sie ist getrennt von der Gewerbeanmeldung – wer ein Restaurant ohne Alkohol-Ausschank betreibt, braucht keine Schank-Erlaubnis. Wer Bier, Wein oder Spirituosen ausschenken will, braucht in den meisten Bundesländern eine Erlaubnis oder zumindest eine gewerbliche Anzeige. Die Schank-Erlaubnis prüft drei Dinge:

  • Persönliche Zuverlässigkeit der Betreiber – polizeiliches Führungszeugnis, Auszug aus dem Gewerbezentralregister.
  • Sachkundenachweis – Belegung von Grund-Kenntnissen in Hygiene, Jugendschutz, Lebensmittelrecht.
  • Räumliche Eignung des Standorts – Lebensmittel-Hygiene, Sanitär-Ausstattung, Sicherheits-Voraussetzungen.

Der Behördengang vor und neben der Schank-Erlaubnis – Gewerbeanmeldung und Folge-Anmeldungen – ist beschrieben in Gewerbeanmeldung in der Gastronomie Schritt für Schritt. Die übergeordnete Gewerbe-Logik vertieft: Gewerbe in der Gastronomie anmelden.

Wer eine Schank-Erlaubnis braucht – und wer nicht

In erlaubnis-pflichtigen Bundesländern brauchen alle Betreiber, die gewerblich Alkohol ausschenken, eine Schank-Erlaubnis. Ausnahmen existieren für bestimmte Vereinsveranstaltungen, geschlossene Veranstaltungen ohne öffentlichen Zugang und private Feiern. Wer in einem dereguliert-Bundesland betreibt, braucht keine Erlaubnis, aber zeigt das Schank-Gewerbe in der Regel zusätzlich zur Gewerbeanmeldung an.


Bundesland-Unterschiede in der Übersicht

Die Schank-Erlaubnis-Regime in Deutschland lassen sich in drei Gruppen sortieren. Diese Übersicht ist Stand 2026 und ersetzt nicht die Prüfung beim konkret zuständigen Ordnungsamt – Detail-Regeln und Auslegungs-Praxis können sich kommunal unterscheiden.

Bayern

Klassisches Gaststättengesetz mit Erlaubnis-Pflicht. Sachkundenachweis (IHK-Unterrichtung) verpflichtend. Erlaubnis-Antrag beim zuständigen Landratsamt oder kreisfreien Stadt. Bearbeitungs-Dauer 4 bis 12 Wochen. Gebühr 150 bis 500 Euro je nach Verfahrens-Aufwand. Bayern hat zusätzlich strenge Sperrzeit-Regelungen – Standard-Sperrzeit von 5 Uhr bis 6 Uhr morgens, in vielen Kommunen erweitert auf 23 Uhr bis 6 Uhr für die Wochentage. Wer Spät-Konzepte plant, klärt die kommunale Sperrzeit-Regelung vor Standortwahl.

Baden-Württemberg

Klassisches Gaststättengesetz mit Erlaubnis-Pflicht. Sachkundenachweis erforderlich. Erlaubnis-Antrag beim örtlichen Bürgermeisteramt oder Landratsamt. Bearbeitungs-Dauer 4 bis 10 Wochen. Baden-Württemberg hat ähnliche Sperrzeit-Logik wie Bayern, aber mit größerer kommunaler Spielmasse – einzelne Kommunen erlauben Spät-Konzepte bis 2 oder 3 Uhr nachts.

Sachsen

Eigenes Landes-Gaststättengesetz mit Erlaubnis-Pflicht. Sachkundenachweis erforderlich. Erlaubnis-Antrag beim Ordnungsamt der Kommune. Bearbeitungs-Dauer 4 bis 10 Wochen. Sachsen hat liberale Sperrzeit-Regelungen – in Großstädten Sperrzeit häufig auf 5 Uhr bis 6 Uhr beschränkt, was Spät-Konzepte ermöglicht.

Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern

Diese drei Bundesländer haben das alte Gaststättengesetz im Wesentlichen übernommen. Erlaubnis-Pflicht mit Sachkundenachweis. Bearbeitungs-Dauer und Gebühren ähnlich Bayern / Baden-Württemberg. Sperrzeit-Regelungen kommunal unterschiedlich.

Hessen

Teilweise dereguliert. Schank-Tätigkeit ist anzeige-pflichtig, aber nicht erlaubnis-pflichtig im klassischen Sinn. Sachkundenachweis empfohlen, aber nicht zwingend. Die Anzeige beim Ordnungsamt ist in der Regel innerhalb von 2 bis 4 Wochen bearbeitet. Hessen hat liberalere Sperrzeit-Regelungen als Bayern – in Frankfurt und anderen Großstädten Spät-Konzepte häufig möglich.

Niedersachsen, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Thüringen

Diese vier Bundesländer haben das Gaststättenrecht teilweise dereguliert – Schank-Tätigkeit ist anzeige-pflichtig, mit reduzierten Erlaubnis-Anforderungen. Sachkundenachweis je nach Bundesland empfohlen oder verpflichtend bei Sonder-Konzepten (Spätverkauf, Tanzlokal). Die kommunale Auslegungs-Praxis ist hier besonders variabel.

Nordrhein-Westfalen

Weitgehend dereguliert. Das Gaststättengesetz NRW hat die klassische Erlaubnis-Pflicht für die meisten Standard-Konzepte abgeschafft. Schank-Tätigkeit ist gewerblich anzuzeigen, aber nicht erlaubnis-pflichtig. Sachkundenachweis nur bei Sonder-Konzepten. Das verkürzt die Eröffnungs-Phase in NRW erheblich – Schank-Anzeige beim Ordnungsamt häufig binnen 1 bis 3 Wochen erledigt.

Berlin

Weitgehend dereguliert. Schank-Tätigkeit ist anzeige-pflichtig, nicht erlaubnis-pflichtig. Sachkundenachweis bei Standard-Konzepten nicht zwingend. Berlin hat zusätzlich die liberalsten Sperrzeit-Regelungen in Deutschland – in vielen Stadtteilen keine formale Sperrzeit, sondern individuelle Auflagen je nach Standort. Spät-Konzepte und Nachtgastronomie sind in Berlin strukturell einfacher umsetzbar.

Hamburg und Bremen

Beide Stadtstaaten weitgehend dereguliert. Schank-Tätigkeit anzeige-pflichtig, kein klassisches Erlaubnis-Verfahren. Sachkundenachweis bei Standard-Konzepten nicht zwingend. Sperrzeit-Regelungen liberaler als in den Flächenländern.


Sachkundenachweis – die IHK-Unterrichtung

In Bundesländern mit Erlaubnis-Pflicht ist der Sachkundenachweis Pflicht. Er wird in Form der IHK-Unterrichtung „Gastronomie" abgelegt – eintägige Schulung mit anschließender Prüfung. Inhalte: Lebensmittelhygiene-Grundlagen, Jugendschutz, Glücksspielrecht (bei Automaten), Schank-Regulierung, Gaststätten-Sicherheit.

Wo und wie

Die Unterrichtung wird von den IHKs in der Regel mehrmals pro Monat angeboten. Anmeldung über die IHK-Webseite. Gebühr 70 bis 150 Euro je nach IHK. Termin-Vorlauf 2 bis 8 Wochen. Wer die Unterrichtung nicht vor Erlaubnis-Antrag absolviert hat, kann den Antrag nicht stellen – das ist eine häufige Verzögerung in der Genehmigungs-Phase. Tipp: die Unterrichtung bereits in Phase 1 oder 2 (Konzept- oder Standort-Phase) absolvieren, dann ist sie nicht der Engpass in Phase 3.

Anerkennung zwischen Bundesländern

Die Sachkundenachweise sind in der Regel bundesweit anerkannt. Wer in Hessen die Unterrichtung gemacht hat und dann nach Bayern wechselt, kann den Nachweis dort vorlegen. Anerkennungs-Probleme treten selten auf, sollten aber bei Grenzfällen vor Erlaubnis-Antrag mit der zuständigen Behörde geklärt werden.

Wer befreit ist

Bestimmte Berufsabschlüsse befreien vom Sachkundenachweis: Hotelfach- oder Restaurantfach-Ausbildung, Koch-Ausbildung, BWL-Studium mit Gastronomie-Spezifikum, geprüfter Hotel- oder Gastronomie-Meister. Wer eine solche Qualifikation hat, legt das Zeugnis bei und ist von der Unterrichtung befreit. Die Befreiung muss von der zuständigen Behörde bestätigt werden – nicht alle Qualifikationen werden in allen Bundesländern gleich anerkannt.


Sonderfälle – wo die Standard-Erlaubnis nicht reicht

Vier Sonderfälle haben in jedem Bundesland eigene Sub-Regime, die zusätzliche Genehmigungen erfordern:

Außenbewirtschaftung

Tische auf Gehweg, Vorgarten-Bewirtschaftung, Terrassen auf öffentlichem Grund – alle drei benötigen eine Sondernutzungs-Erlaubnis, getrennt von der Schank-Erlaubnis. Zuständig ist in der Regel das Ordnungsamt oder Straßenverkehrsamt der Kommune. Bearbeitungs-Dauer 2 bis 12 Wochen. Gebühr meist umsatzabhängig oder pauschal je Quadratmeter und Saison. Wer Außenbewirtschaftung als Konzept-Bestandteil hat, klärt das vor Pachtvertrag.

Spätverkauf und Nachtgastronomie

Konzepte mit Öffnungszeiten nach 23 Uhr oder vor 6 Uhr unterliegen in den meisten Bundesländern Sonder-Auflagen: Lärmschutz-Konzept, Sicherheits-Konzept, Jugendschutz-Konzept. In Bayern und Baden-Württemberg sind solche Konzepte schwer umsetzbar wegen strikter Sperrzeit-Regelungen. In Berlin, Hamburg, NRW und Sachsen sind sie einfacher, brauchen aber eigene Genehmigungs-Schritte. Sperrzeit-Befreiungen sind in der Regel zeitlich begrenzt und müssen periodisch neu beantragt werden.

Veranstaltungen ohne festen Sitz

Food-Trucks, Pop-up-Restaurants, Catering-Veranstaltungen mit Schank – alle drei brauchen eine eigene Erlaubnis-Form. Die „Gestattung" nach Gaststättenrecht ist die zeitlich begrenzte Schank-Erlaubnis für einen konkreten Anlass oder Standort. Beantragung in der Regel 4 bis 8 Wochen vor Veranstaltung. Wer regelmäßig auf Märkten, Festivals oder Events ausschenkt, braucht eine Veranstaltungs-Strategie, in der die Gestattung-Choreographie verankert ist.

Glücksspiel-Automaten und Wett-Annahmen

Restaurants mit Spielautomaten oder Wett-Annahme-Stellen unterliegen erheblich strengeren Auflagen. Die Schank-Erlaubnis wird mit zusätzlichen Glücksspielrecht-Auflagen verbunden. Die Anzahl der Automaten ist gewerbeordnungs-rechtlich begrenzt, der Aufstellort regulatorisch geprüft. In den letzten Jahren haben mehrere Bundesländer die Glücksspielrecht-Regeln verschärft, was Konzept-Anpassungen für betroffene Betriebe erforderlich macht.


Anti-Muster – Pachtvertrag vor Konzession-Check

Das mit Abstand häufigste und teuerste Anti-Muster in der Schank-Erlaubnis-Phase ist die Unterschrift des Pachtvertrags vor der Prüfung der Konzession-Lage am konkreten Standort.

Die Mechanik des Schadens

Pachtvertrag wird unterschrieben, weil der Standort attraktiv wirkt und der Verpächter Druck macht. Der Konzession-Check wird auf später verschoben („machen wir vor der Eröffnung"). Drei Wochen später kommt vom Ordnungsamt der Bescheid: Schank-Erlaubnis nicht erteilbar wegen Lärmschutz-Auflagen, Anwohner-Widersprüchen oder Standort-spezifischen Beschränkungen. Pachtvertrag bleibt bestehen, Eröffnung kann am Standort nicht stattfinden. Cash brennt in Pacht-Zahlungen ohne Umsatz.

Die Vermeidung

Vor jeder Pachtvertrag-Unterschrift Anruf beim zuständigen Ordnungsamt – konkret zu diesem Standort, in dieser Konstellation, mit diesem Konzept. Aufwand: 30 Minuten Telefonat plus ggf. ein Termin vor Ort. Schadens-Vermeidung: 20.000 bis 100.000 Euro entgangener Pacht plus Folge-Eröffnungs-Verzögerung. Das ist die mit Abstand günstigste Investition der Genehmigungs-Phase.

Die Pachtvertrag-Verträglichkeits-Klausel

Wenn der Pachtvertrag aus Zeitdruck doch vor abgeschlossener Konzession-Prüfung unterschrieben werden muss, gehört eine Verträglichkeits-Klausel in den Vertrag: „Der Pachtvertrag steht unter dem Vorbehalt der Erteilung der Schank-Erlaubnis. Bei Nicht-Erteilung innerhalb von X Wochen ist der Vertrag aufzulösen." Die volle Klausel-Logik der Pachtverträge in der Gastronomie vertieft: Pachtvertrag in der Gastronomie – Fallstricke.


Wann eine Anwalts-Beratung Pflicht ist

Vier Konstellationen erfordern in DACH 2026 die Hinzuziehung einer Gaststätten-affinen Anwaltskanzlei:

  • Grenzfall-Konzepte: Bar mit Hotel-Übernachtungs-Elementen, Restaurant mit Veranstaltungs-Charakter, Café mit Spät-Konzept-Anteilen.
  • Sperrzeit-Streit: Konzepte, die kommunale Sperrzeit-Regelungen ausweiten wollen.
  • Anwohner-Widerspruch: wenn bei der Erlaubnis-Erteilung Anwohner-Einwände erhoben werden.
  • Sonder-Konzepte: Food-Truck-Ketten, regelmäßige Pop-up-Konzepte, Catering-Geschäfte mit Schank-Anteilen.

Erst-Beratung bei einer Gaststätten-affinen Kanzlei kostet in der Regel 250 bis 600 Euro. Folge-Kosten einer nicht-rechtlich abgesicherten Erlaubnis-Verweigerung liegen häufig im fünfstelligen Bereich.


Häufig gestellte Fragen

Brauche ich eine Schank-Erlaubnis, wenn ich keinen Alkohol ausschenke?

Nein. Die Schank-Erlaubnis ist explizit für den gewerblichen Ausschank alkoholischer Getränke. Wer ein alkoholfreies Café, eine Saftbar oder ein Restaurant ohne Alkohol betreibt, braucht keine Schank-Erlaubnis – nur die allgemeine Gewerbeanmeldung und die Lebensmittel-Hygiene-Anmeldung.

Wie lange dauert die Schank-Erlaubnis in Bayern?

In der Regel 4 bis 12 Wochen ab vollständigem Antrag. Vollständiger Antrag bedeutet: Personalausweis-Kopie, polizeiliches Führungszeugnis, Sachkundenachweis (IHK-Unterrichtung absolviert), Standort-Daten, Raum-Skizze. Wer den Antrag unvollständig stellt, kann mit 2 bis 4 Wochen zusätzlicher Verzögerung pro Nachforderung rechnen. Tipp: vorab telefonischer Termin mit der zuständigen Behörde zur Klärung der vollständigen Antrags-Unterlagen.

Wie unterscheidet sich die Schank-Erlaubnis zwischen NRW und Bayern konkret?

In NRW ist die Schank-Tätigkeit gewerblich anzuzeigen, aber nicht erlaubnis-pflichtig im klassischen Sinn. Der Sachkundenachweis ist bei Standard-Konzepten nicht zwingend. Bearbeitungs-Dauer 1 bis 3 Wochen. In Bayern ist die Schank-Tätigkeit erlaubnis-pflichtig mit Sachkundenachweis. Bearbeitungs-Dauer 4 bis 12 Wochen. Die Eröffnungs-Phase ist in NRW strukturell schneller als in Bayern – das ist ein realer Faktor in der Standortwahl.

Was passiert, wenn ich ohne Schank-Erlaubnis Alkohol ausschenke?

In erlaubnis-pflichtigen Bundesländern: Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld bis 5.000 Euro, in Wiederholungsfällen Strafverfahren wegen unerlaubter Gewerbeausübung. In dereguliert-Bundesländern: wenn die Schank-Anzeige nicht erfolgt ist, Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld bis 1.000 Euro. Wer ohne Erlaubnis ausschenkt, riskiert zusätzlich Schließung durch das Ordnungsamt – das ist die häufigste Form, in der das durchgesetzt wird.

Kann ich die Schank-Erlaubnis online beantragen?

In zunehmender Zahl von Kommunen ja. Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und weitere Großstädte haben Online-Antragsportale. In kleineren Kommunen ist der schriftliche Antrag oder der persönliche Termin 2026 noch Standard. Die Sachkundenachweis-Prüfung muss aber in jedem Fall persönlich abgelegt werden – sie ist nicht online möglich.

Brauche ich eine Schank-Erlaubnis für ein Pop-up-Restaurant?

Ja, in Form einer „Gestattung" nach Gaststättenrecht. Die Gestattung ist die zeitlich begrenzte Schank-Erlaubnis für einen konkreten Anlass oder Standort. Beantragung in der Regel 4 bis 8 Wochen vor Veranstaltung. Wer regelmäßig Pop-ups betreibt, kann sich Wiederholungs-Gestattungen anlegen, aber jede Gestattung wird einzeln geprüft.

Ist die Außenbewirtschaftung Teil der Schank-Erlaubnis?

Nein. Die Außenbewirtschaftung wird separat geregelt – sie braucht eine Sondernutzungs-Erlaubnis vom Ordnungsamt oder Straßenverkehrsamt. Die Schank-Erlaubnis bezieht sich auf den Innenraum und ggf. den explizit benannten Außenraum, der zur Pachtfläche gehört. Wer Tische auf öffentlichem Gehweg aufstellen will, braucht zusätzlich die Sondernutzungs-Erlaubnis.

Sind die Bundesländer in der Schweiz und Österreich ähnlich geregelt?

Österreich hat ein eigenes Bundesregime mit kantonal-ähnlichen Regelungen – Gewerbeordnung mit Konzessions-Pflicht für bestimmte Konzepte, Befähigungs-Nachweis vergleichbar IHK-Unterrichtung. Schweiz ist kantonal stark unterschiedlich – einige Kantone haben Patent-Pflicht, andere haben das Patent-System abgeschafft. Wer in Österreich oder der Schweiz eröffnet, klärt die kantonalen oder bundesländerspezifischen Regeln vorab.


Was jetzt

Die Schank-Erlaubnis ist nicht ein bundesweit einheitliches Regulierungs-Bild, sondern ein landesspezifisches Regime mit kommunalen Detailausprägungen. Wer das ignoriert und eine Vorlage aus einem anderen Bundesland übernimmt, baut Risiko in die Eröffnungs-Phase ein. Wer das anerkennt und vor Pachtvertrag-Unterschrift die Konzession standortspezifisch prüft, vermeidet die teuerste Falle der Genehmigungs-Phase.

Wer den vollen Kontext braucht, in den die Konzession-Frage gehört, findet ihn im Restaurant-Eröffnen-Leitfaden. Wer die konkrete Konzession-Lage seines Standorts sortieren will – welches Bundesland, welche Sonder-Auflagen, welche Verträglichkeits-Klausel im Pachtvertrag – nimmt das im Strategiegespräch auseinander. Kostenfrei, ohne Verkaufsdruck. Die individuelle Konzession-Prüfung gehört in die Hände einer Gaststätten-affinen Anwaltskanzlei, die wir bei Bedarf empfehlen können.

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