Marketing & Gäste

Restaurant Marketing Agentur: Was sie kostet, was sie bringt und 7 Fragen vor dem Vertrag

Als das Dolce Vita Uslar Ende 2018 mit mir startete, war das Agenturbudget der Vorjahre ausgegeben, ohne Ergebnis. Was eine Restaurant Marketing Agentur leisten kann, was sie kostet und welche sieben Fragen vor dem Vertrag entscheiden.

18 Min. Lesezeit
Restaurant Marketing Agentur: Was sie kostet, was sie bringt und 7 Fragen vor dem Vertrag

Als das Dolce Vita Uslar im Dezember 2018 anfing, mit mir zu arbeiten, war das Marketing-Geld der Jahre davor bereits ausgegeben. Eine Agentur war bezahlt worden, ein Ergebnis war ausgeblieben. Übrig war ein persönliches Einkommen von 2.800 Euro im Monat, bei rund 13.000 Euro Monatsumsatz.

Die Geschichte vom Budget für eine Restaurant Marketing Agentur, das keinen messbaren Gast gebracht hat, höre ich in Erstgesprächen in jeder zweiten Woche. Das Muster ist fast immer dasselbe: Vor dem ersten Auftrag hat niemand festgelegt, was ein ausgegebener Euro zurückbringen muss. Die Agentur hat geliefert, was auf dem Angebot stand. Auf dem Angebot stand nur nie ein Gast.

Ob Agenturen gut oder schlecht sind, ist deshalb die falsche Frage. Die richtige steht vor dem Vertrag: Was soll die Agentur für deinen Betrieb leisten, was darf das kosten, und woran erkennst du nach 90 Tagen, ob es funktioniert?

Eine Vorbemerkung, damit du meine Brille kennst: Ich berate seit 2001 Gastronomen, verkaufe Beratung und Coaching und keine Agenturleistung. Rechne das beim Lesen mit ein. Die Regeln gelten trotzdem für jede Form von Marketing-Einkauf, meine eigene eingeschlossen.

TL;DR: Eine Restaurant Marketing Agentur liefert Sichtbarkeit: Social Media, Website, Anzeigen, Gestaltung. Das bedient fast immer nur den ersten der 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren, neue Gäste, und der ist der teuerste. Eine Agentur lohnt sich, wenn du vorher Ziel, Kennzahl und Messpunkt festlegst, Konten und Gästedaten bei dir bleiben und ein Probelauf von 90 Tagen vereinbart ist. Fehlt eines davon, kaufst du Reichweite ohne Rendite.

KernaussagePraxis-Tipp
Agenturen verkaufen Reichweite. Dein Betrieb braucht Antworten: Reservierungen, Einlösungen, Anmeldungen.Vor dem Vertrag den Messpunkt festlegen: Welche Handlung eines Gastes zählt als Erfolg?
Fast jede Agenturleistung bedient Faktor 1 der 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren, den teuersten.Erst Bon, Wiederkehr und Gästedaten im Betrieb aufbauen, dann Reichweite kaufen.
Der Preis ist die kleinere Rechnung. Die größere sind Monate ohne Messung und eine Abhängigkeit, die mit dem Vertrag endet.Rendite pro Euro rechnen: Wie viele zusätzliche Gäste deckt die Monatsrechnung?
Konten, Zugänge, Inhalte und Daten gehören dem Restaurant.Konten-Klausel in den Vertrag, Admin-Rechte bei dir, die Agentur arbeitet als Nutzer.
Ein Briefing auf einer Seite entscheidet mehr als die Wahl der Agentur.Sieben Zeilen: Faktor, Zielgast, Angebot, Kanal, Messpunkt, Budget, Abbruchkriterium.

Was macht eine Restaurant Marketing Agentur eigentlich?

Eine Restaurant Marketing Agentur übernimmt die Außendarstellung eines Betriebs: Social-Media-Kanäle, Website und lokale Suche, bezahlte Anzeigen bei Google und Meta, Fotos und Videos, Gestaltung von Logo und Karte, manchmal Bewertungsantworten und Newsletter. Sie arbeitet auf Sichtbarkeit und Reichweite. Bon, Wiederkehr und Gästedaten, die Hebel im Betrieb selbst, gehören selten zum Angebot.

Das Wort Agentur deckt drei sehr verschiedene Betriebe ab. Die Werbeagentur gestaltet: Logo, Karte, Anzeigen, Website.

Die Social-Media-Agentur produziert und veröffentlicht Inhalte und betreut die Kanäle. Die Performance-Agentur schaltet bezahlte Anzeigen und optimiert auf Klicks, Anrufe oder Reservierungen. Anbieter, die alle drei mischen, nennen das Full Service.

Was du kaufst

  • Sichtbarkeit: Google-Unternehmensprofil, Website, lokale Suche, Verzeichnisse.
  • Inhalte: Fotos, Videos, Texte, Beiträge, Redaktionsplan.
  • Reichweite: bezahlte Anzeigen bei Google, Meta und TikTok, Kooperationen mit Influencern.
  • Gestaltung: Logo, Karte, Flyer, Beschilderung, Markenauftritt.
  • Handwerk: Kampagnen aufsetzen, Zielgruppen einstellen, Aktionsseiten bauen, Auswertungen lesen.

Was fast nie im Angebot steht

Die Speisekarte als Verkaufsinstrument, der Durchschnittsbon, der Kontakt zum Gast nach dem Besuch, die Gästedatenbank, das Team am Tisch. Das sind die Hebel, die im Betrieb liegen.

Eine Agentur kann sie nicht bedienen, weil sie nicht im Betrieb ist. Sie kann Gäste vor die Tür bringen. Was danach passiert, entscheidet sich drinnen.

Der Unterschied, um den es geht, heißt Reichweite gegen Antwort. Reichweite ist die Zahl der Menschen, die etwas gesehen haben. Antwort ist die Zahl der Menschen, die daraufhin etwas getan haben: reserviert, einen Gutschein eingelöst, sich in den Newsletter eingetragen. Warum die meisten Betriebe Reichweite kaufen und Antworten brauchen, steht im Beitrag über Direct Response gegen Image-Werbung in der Gastronomie.

Reichweite ist die Vorstufe von Umsatz. Bezahlt wird erst der Gast am Tisch. Eine Agentur kann dir mehr Follower liefern und trotzdem keinen einzigen messbaren Gast. Beides steht nach sechs Monaten im Reporting, nur eines davon auf deinem Konto.

Was kostet eine Restaurant Marketing Agentur?

Agenturen arbeiten mit Monatspauschalen, Projektpreisen oder Stundensätzen, dazu kommt das Werbebudget für Anzeigen. Die Spannen, die auf dieser Seite dokumentiert sind, reichen von 30 bis 150 Euro im Monat für eine Einzelleistung bis 1.000 bis 5.000 Euro im Monat für eine Vollbetreuung. Die größeren Kosten entstehen in den Monaten, in denen niemand misst.

Die vier Preismodelle

  • Monatspauschale: fester Betrag für ein Leistungspaket, mit Mindestlaufzeit im Kleingedruckten. Im Vergleich der Betreuungsmodelle im Beitrag über Restaurant-Coaching stehen für eine Agentur 1.000 bis 5.000 Euro im Monat.
  • Projektpreis: einmalig für Website, Logo, Karte oder Fotoshooting. Gut planbar, aber ohne Bezug zu einem Ergebnis.
  • Stundensatz: für Einzelaufgaben. Transparent, aber schwer zu deckeln, wenn niemand den Umfang vorher festlegt.
  • Erfolgsbeteiligung: selten, weil die Agentur den Erfolg im Betrieb nicht kontrolliert und das weiß.

Dazu kommt das Medienbudget. Anzeigen bei Google und Meta bezahlst du zusätzlich zur Pauschale. Frag, ob die Agentur darauf einen Prozentsatz als Verwaltungsgebühr berechnet, und frag nach beiden Zahlen getrennt, sonst vergleichst du Angebote, die nicht dasselbe enthalten.

Zwei Beispiele von dieser Seite zeigen die Spannweite. Für die Pflege eines Google-Unternehmensprofils verlangen Anbieter 30 bis 150 Euro im Monat, für eine Arbeit von 20 Minuten, die du selbst erledigen kannst; die Rechnung dazu steht im Beitrag über die Kosten des Google-Unternehmensprofils. Am anderen Ende: Ein Coaching-Klient hatte 10.000 Euro für eine Agentur-Speisekarte bezahlt, ohne messbaren Effekt, dokumentiert im Beitrag über Gastronomieberatung.

Die versteckten Kosten

Die Rechnung der Agentur ist der sichtbare Teil. Drei Posten stehen nicht darauf.

Deine Zeit. Briefing, Freigaben, Fotos aus der Küche, Antworten auf Rückfragen, Abstimmung der Aktionen mit dem Service. Wer glaubt, mit dem Vertrag sei das Thema Marketing delegiert, merkt in den ersten Wochen, dass die Agentur ohne Zulieferung stillsteht.

Die Abhängigkeit. Wenn die Agentur aufhört, steht dein Marketing wieder bei null. Das Können bleibt bei ihr, die Routinen auch. Nach zwölf Monaten Pauschale hast du Inhalte, aber kein System.

Die Monate ohne Messung. Der teuerste Posten. Eine Agentur, die drei Monate lang Reichweite meldet, hat drei Pauschalen kassiert, bevor die erste Frage nach Gästen gestellt wird. Diese Frage gehört in den ersten Monat.

Die richtige Rechnung: Rendite pro Euro

Der Preis sagt nichts, solange du ihn nicht gegen Gäste rechnest. Eine Beispielrechnung, alle Zahlen sind angenommen: Die Agentur kostet 1.500 Euro im Monat und schaltet für weitere 500 Euro Anzeigen, zusammen 2.000 Euro.

Bei einem Durchschnittsbon von 40 Euro müssen 50 zusätzliche Gäste im Monat kommen, damit der Umsatz die Rechnung deckt. Bleiben dir von jedem Bon zwei Drittel nach Wareneinsatz, sind es rund 75 Gäste, damit kein Verlust entsteht. Erst ab dem 76. Gast verdient der Betrieb an der Agentur.

Eine Agentur für 2.000 Euro im Monat muss bei 40 Euro Bon jeden Monat 75 zusätzliche Gäste bringen, bevor sie sich rechnet. Wer diese Zahl kennt, verhandelt anders. Wer sie nicht kennt, verhandelt über den Preis, und der ist der kleinere Teil der Rechnung.

Wann lohnt sich eine Marketing-Agentur für dein Restaurant?

Eine Marketing-Agentur lohnt sich, wenn die Hebel im Betrieb stehen: Speisekarte, Bon, Gästedatenbank, Wiederkehr. Dann trifft zusätzliche Reichweite auf ein System, das Gäste hält. Als erste Marketing-Maßnahme lohnt sie sich selten, weil neue Gäste dann in einen Betrieb laufen, der sie nach dem ersten Besuch wieder verliert.

Der Faktor-Test

Jeder Euro im Restaurant-Marketing arbeitet an einem von vier Hebeln: mehr neue Gäste, mehr Umsatz pro Gast, häufigere Besuche, längere Bindung. Das sind die 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren. Faktor 1, neue Gäste, ist der teuerste von vieren, weil du dort Aufmerksamkeit bei Menschen kaufst, die dich noch nicht kennen. Die anderen drei arbeiten mit Gästen, die schon da waren.

Halte jedes Agenturangebot gegen diese vier Faktoren. Social Media, Anzeigen, Website, Influencer: Faktor 1. Fotos und Gestaltung: Faktor 1, mit etwas Glück Faktor 2, wenn die Karte danach besser verkauft. Newsletter und Geburtstagsaktionen: Faktor 3 und 4, und die bietet kaum eine Agentur an, weil sie Zugang zu deinen Gästedaten und zu deinem Service brauchen.

Neue Gäste sind der teuerste der 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren, und genau den verkaufen Agenturen. Daraus folgt die Reihenfolge: erst die Hebel im Betrieb, dann die Reichweite. Andersherum zahlst du für Gäste, die einmal kommen.

Drei Situationen, in denen eine Agentur richtig ist

  1. Der Betrieb läuft, die Kapazität nicht. Bon und Wiederkehr sind gemessen, die Karte verkauft, die Gästedatenbank wächst. Dienstag und Mittwoch bleiben trotzdem halb leer. Jetzt ist Reichweite mit klarem Ziel sinnvoll: bestimmte Tage, bestimmte Gäste, bestimmtes Angebot.
  2. Ein abgegrenztes Handwerk. Fotos, Website-Technik, Anzeigen-Einstellung, Videoschnitt. Du hast Briefing und Kennzahl, die Agentur hat die Hände. Du kaufst Ausführung ein, die Strategie bleibt bei dir.
  3. Mehrere Standorte oder eine Eröffnung. Wenn in kurzer Zeit viel Sichtbarkeit gebraucht wird und die Zeit im Betrieb fehlt, kauft eine Agentur Tempo. Das gilt, solange die Messpunkte vorher stehen.

Drei Situationen, in denen sie Geld verbrennt

  1. „Ich will mich um Marketing nicht kümmern.“ Dann gibst du die Verantwortung ab und behältst die Rechnung. Eine Agentur ohne Ziel liefert Aktivität. Aktivität sieht im Reporting gut aus und auf dem Konto nicht.
  2. Die Krise mit leerem Konto. Wer mit dem letzten Geld Reichweite kauft, kauft Gäste, die einmal kommen. In der Krise zählen die Hebel, die wenig kosten: Karte, Bon, Stammgäste, Gutscheine.
  3. Kein Messpunkt im Betrieb. Ohne Gästedatenbank, ohne Reservierungsquelle, ohne Code am Tisch kann keine Agentur belegen, welcher Gast wegen ihrer Arbeit kam. Dann entscheidet im Zweifel das Reporting der Agentur, und das fällt selten gegen die Agentur aus.

Die sieben Fragen vor dem Vertrag

Diese Fragen stellst du im ersten Gespräch, vor dem Angebot. Die Antworten zeigen in zwanzig Minuten, ob die Agentur Gastronomie versteht oder nur Gastronomen als Kunden hat.

1. Welchen der vier Wachstumsfaktoren bedient eure Maßnahme?

Gute Antwort: „Neue Gäste an schwachen Tagen, gemessen an Reservierungen über die Aktionsseite.“ Schlechte Antwort: „Markenaufbau“, „Präsenz“, „Sichtbarkeit in der Region“. Wer den Faktor nicht nennen kann, kann die Wirkung nicht messen.

2. Welche Kennzahl ändert sich, um wie viel, bis wann?

Das ist die 1.800-Euro-Frage aus dem Beitrag über Direct Response: Wie messen wir, wie viele Gäste diese Maßnahme bringt? Gute Antwort: Reservierungen über eine eigene Seite, eingelöste Codes, Newsletter-Anmeldungen, Anrufe über eine Aktionsnummer. Schlechte Antwort: Reichweite, Impressionen, Engagement, Follower. Das sind Zahlen der Plattform, keine Zahlen deines Betriebs.

3. Wem gehören Konten, Zugänge, Inhalte und Daten nach Vertragsende?

Gute Antwort: Alle Konten laufen auf das Restaurant, die Agentur arbeitet als Nutzer mit eigenem Zugang, an Fotos und Texten bekommst du mit der Bezahlung die ausschließlichen, zeitlich unbegrenzten Nutzungsrechte, Gästedaten liegen in deinem System. Schlechte Antwort: „Wir legen das für Sie an.“ Dann gehört dein Werbekonto samt Historie der Agentur, und der Wechsel kostet dich alles, was aufgebaut wurde.

4. Wie viele Gastronomiebetriebe betreut ihr, und welche Ergebnisse in Gästen oder Umsatz könnt ihr zeigen?

Gute Antwort: Zahlen und ein Gastronom, den du anrufen darfst. Schlechte Antwort: Logos, Follower-Zahlen, Designpreise. Eine Agentur, die einmal ein Restaurant-Logo gestaltet hat, kennt die Gastronomie nicht von innen. Die Frage nach dem Anruf sortiert schneller als jede Referenzliste.

5. Wie sieht euer Reporting aus, und wer liest es?

Gute Antwort: eine Seite im Monat, Kennzahl gegen Ziel, Kosten pro gewonnenem Gast, drei Sätze zu den nächsten Schritten. Schlechte Antwort: ein Dashboard mit zwanzig Diagrammen, das niemand im Betrieb öffnet. Ein Reporting, das du nicht in fünf Minuten verstehst, ist für die Agentur geschrieben.

6. Welche Laufzeit, welche Kündigung, welche Testphase?

Gute Antwort: drei Monate Probelauf mit festgelegten Kriterien, danach monatlich kündbar. Schlechte Antwort: zwölf Monate Mindestlaufzeit ab dem ersten Tag. Eine Mindestlaufzeit von zwölf Monaten ohne Probelauf schützt die Agentur, nicht das Restaurant. Drei Monate reichen, um zu sehen, ob sich eine Kennzahl bewegt.

7. Was passiert, wenn wir aufhören?

Gute Antwort: Übergabe aller Zugänge, Dokumentation der laufenden Kampagnen, Vorlagen und Redaktionsplan, ein Abschlussgespräch. Schlechte Antwort: Schweigen, oder „dann läuft halt nichts mehr“. Die zweite Antwort beschreibt eine Miete.

Wer Konten und Gästedaten nicht besitzt, mietet sein Marketing. Miete ist in Ordnung, solange du weißt, dass es Miete ist, und der Vertrag den Auszug regelt.

Agentur, Beratung, Coaching oder selbst machen?

Selbst machen kostet Zeit und bringt Können in den Betrieb. Beratung liefert Analyse und Plan, die Umsetzung bleibt bei dir. Eine Agentur setzt um und nimmt dir Arbeit ab, das Können bleibt bei ihr, während Coaching das System mit dir aufbaut und es nach dem Ende im Betrieb bleibt. Entscheidend ist, was nach dem Vertrag übrig sein soll.

ModellWas du bekommstWas nach dem Ende bleibtTypische KostenPasst, wenn
Selbst machenVolle Kontrolle, alles Wissen im HausKönnen und RoutinenEigene Zeit; als Richtwert 4 bis 6 Stunden pro Woche bei rund 70 PlätzenDu willst verstehen, was wirkt, und hast die Stunden
BeratungAnalyse, Diagnose, Plan mit PrioritätenEin Plan, den du selbst umsetzt500 bis 2.500 Euro einmalig (Vergleich im Beitrag über Restaurant-Coaching)Du brauchst Klarheit, keine Hände
AgenturUmsetzung von Sichtbarkeit und ReichweiteInhalte und Konten, wenn der Vertrag es regelt; keine Routine1.000 bis 5.000 Euro im Monat plus Medienbudget (dieselbe Quelle)Das System steht, es fehlt Reichweite oder Zeit
CoachingSystem aufbauen und gemeinsam umsetzenZiel: ein System, das du selbst steuerst500 bis 3.000 Euro im Monat über 3 bis 12 Monate (dieselbe Quelle)Es soll nach dem Ende weiterlaufen

Die Modelle schließen sich nicht aus. Die häufigste sinnvolle Kombination: Das System wird im Betrieb aufgebaut, mit oder ohne Begleitung, und eine Agentur übernimmt danach die Ausführung an einer klar abgegrenzten Stelle, etwa die Anzeigen für die Aktion, die im System schon steht. Die teuerste Kombination ist die umgekehrte: erst Reichweite kaufen, dann feststellen, dass der Betrieb die Gäste nicht hält.

Wie briefst du eine Agentur so, dass sie Gäste bringt?

Ein Briefing für eine Restaurant-Marketing-Agentur passt auf eine Seite: Wachstumsfaktor, Zielgast, Angebot mit Grund, Kanal, Messpunkt, Budget für 90 Tage, Abbruchkriterium. Wer diese sieben Zeilen nicht schreiben kann, ist für eine Agentur noch nicht bereit. Die Agentur setzt um, was auf der Seite steht, und meldet die Kennzahl, keine Reichweite.

Das Ein-Seiten-Briefing

Ein Beispiel für einen Betrieb mit schwachen Wochentagen. Die Zahlen sind Beispielwerte.

  1. Faktor: Neue Gäste (Faktor 1) für Dienstag- und Mittwochabend.
  2. Zielgast: Familien und Paare im Umkreis von zehn Fahrminuten, die unter der Woche selten essen gehen.
  3. Angebot mit Grund: Ein Familienabend am Dienstag, mit einem Grund, warum es diesen Abend gibt, und einem klaren Preis.
  4. Kanal: Anzeigen bei Meta im Umkreis, eine eigene Seite zur Aktion mit Reservierung.
  5. Messpunkt: Reservierungen über die Aktionsseite und ein Code, der am Tisch genannt wird.
  6. Budget: 90 Tage, 600 Euro Anzeigen im Monat plus Agenturpauschale.
  7. Abbruchkriterium: Weniger als 40 Reservierungen über die Aktionsseite im zweiten Monat. Dann Stopp und Analyse, kein dritter Monat auf Hoffnung.

Ein Briefing, das auf eine Seite passt, spart mehr Geld als jede Preisverhandlung. Es zwingt dich, das Ziel zu benennen, und die Agentur, es zu messen. Gute Agenturen arbeiten mit so einem Briefing gern. Es macht ihre Arbeit sichtbar, und gute Arbeit hat damit kein Problem.

Der 90-Tage-Probelauf

Monat eins ist der Aufbau: Seite, Anzeigen, Code, Messung. Noch keine Bewertung, aber ein Zwischenbericht, ob alles steht. Monat zwei bringt die erste Messung gegen das Abbruchkriterium.

Monat drei ist die Entscheidung: weiter mit Anpassung, weiter ohne, oder Schluss. Wer nach 90 Tagen keine Kennzahl hat, die sich bewegt hat, hat keinen Grund für Monat vier.

Die Konten-Klausel

Ein Satz, der sinngemäß in jeden Vertrag gehört: „Alle Konten, Werbekonten, Zugänge, Domains, Inhalte und Daten, die im Rahmen der Zusammenarbeit angelegt oder erstellt werden, laufen auf den Auftraggeber. An allen Inhalten, die die Agentur erstellt, räumt sie dem Auftraggeber mit Bezahlung die ausschließlichen, zeitlich und räumlich unbeschränkten Nutzungsrechte ein, einschließlich des Rechts zur Bearbeitung. Zugänge, Inhalte und Daten werden bei Vertragsende vollständig übergeben.“ Lass die Formulierung von einem Anwalt prüfen. Der Inhalt ist nicht verhandelbar. Bekommt die Agentur Zugriff auf Gästedaten, etwa für den Newsletter, gehört zusätzlich ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO dazu.

Was du nie aus der Hand gibst

Auch mit der besten Agentur bleiben fünf Dinge im Betrieb, weil dort der Wert entsteht.

  • Die Gästedatenbank. Einwilligungen laufen auf dein Restaurant, das System gehört dir, der Newsletter geht in deinem Namen raus. Wer die Adressen hat, hat den günstigsten Kanal.
  • Speisekarte und Preise. Der Bon entsteht am Tisch und auf der Karte. Eine Agentur kann die Karte gestalten. Was darauf steht und was es kostet, entscheidest du.
  • Der Draht zu den Stammgästen. Geburtstage, Anlässe, die Nachricht nach dem Besuch. Das ist Beziehung, und Beziehung lässt sich nicht auslagern.
  • Antworten auf Bewertungen. Eine Agentur kann vorformulieren. Die Stimme muss deine sein, Gäste merken den Unterschied.
  • Die Zahlen. Bon, Wiederkehrquote, Kosten pro gewonnenem Gast. Wer die Zahlen nicht selbst liest, kann keine Agentur beurteilen.

Das Dolce Vita Uslar hat nach dem Start Ende 2018 an den Hebeln im Betrieb gearbeitet. Bis 2022 stieg der Monatsumsatz von rund 13.000 auf über 50.000 Euro, der Durchschnittsbon um 126 Prozent. Im Januar 2026 lag der Umsatz über 100.000 Euro.

Die drei Hebel dahinter: eine Geburtstagsaktion, die Speisekarte und Partnerschaften mit anderen Betrieben. Keiner dieser Hebel ist etwas, das eine Agentur im Standardpaket verkauft.

Das Dolce Vita Uslar hat seinen Durchschnittsbon um 126 Prozent gesteigert, über die Speisekarte, nicht über Reichweite. Die Reihenfolge ist der ganze Unterschied: erst die Hebel im Betrieb, dann Reichweite, die auf ein System trifft.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Marketing-Agentur für ein Restaurant im Monat?

Für eine laufende Betreuung nennt der Vergleich der Betreuungsmodelle auf dieser Seite 1.000 bis 5.000 Euro im Monat, dazu kommt das Werbebudget für Anzeigen. Einzelleistungen wie die Pflege des Google-Unternehmensprofils werden für 30 bis 150 Euro im Monat angeboten. Entscheidend ist die Gegenrechnung: Bei 40 Euro Bon muss eine Agentur für 2.000 Euro im Monat rund 75 zusätzliche Gäste bringen, bevor sie sich rechnet.

Lohnt sich eine Social-Media-Agentur für ein Restaurant?

Nur, wenn ein Messpunkt existiert, der Beiträge in Gäste übersetzt: eine Aktionsseite mit Reservierung, ein Code, eine Newsletter-Anmeldung. Ohne diesen Punkt liefert die Agentur Follower und Reichweite, und beides bezahlt keine Rechnung. Mit Messpunkt kannst du nach 90 Tagen entscheiden, ob die Pauschale mehr Gäste bringt, als sie kostet.

Was macht eine Restaurant Marketing Agentur genau?

Sie übernimmt die Außendarstellung: Social-Media-Kanäle, Website und lokale Suche, bezahlte Anzeigen, Fotos und Videos, Gestaltung von Logo und Karte, manchmal Bewertungsantworten und Newsletter. Ihr Feld ist Sichtbarkeit, also Faktor 1 der 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren. Bon, Wiederkehr und Gästedaten, die Hebel im Betrieb, gehören selten zum Angebot, weil sie Zugang zum Service und zum Gast brauchen.

Wie finde ich eine gute Restaurant Marketing Agentur?

Über die sieben Fragen vor dem Vertrag: Wachstumsfaktor, Kennzahl, Eigentum an Konten und Daten, Gastronomie-Referenzen mit Zahlen und Anruf-Erlaubnis, Reporting auf einer Seite, Laufzeit mit Probelauf, Übergabe bei Vertragsende. Eine Agentur, die alle sieben klar beantwortet, ist selten. Eine, die bei Frage zwei ausweicht, kannst du streichen, egal wie gut die Präsentation war.

Was ist der Unterschied zwischen Marketing-Agentur und Gastronomieberatung?

Eine Agentur setzt um, sie liefert Inhalte, Anzeigen und Gestaltung, und behält das Können. Eine Beratung analysiert den Betrieb, benennt die Hebel und liefert einen Plan, den du umsetzt. Coaching liegt dazwischen: Das System wird gemeinsam gebaut und bleibt im Betrieb. Die Frage ist, was nach dem Vertrag übrig sein soll: Inhalte, ein Plan oder ein laufendes System.

Kann ich das Marketing für mein Restaurant selbst machen?

Ja, und die wichtigsten Hebel gehen ohnehin nur selbst: Speisekarte, Bon, Gästedatenbank, Kontakt zu Stammgästen. Der Preis ist Zeit, als Richtwert vier bis sechs Stunden pro Woche bei rund 70 Plätzen. Wer diese Zeit nicht hat, lagert die Ausführung aus, nie die Entscheidung darüber, was gemessen wird.

Wie lange sollte ein Vertrag mit einer Marketing-Agentur laufen?

Drei Monate Probelauf mit festgelegtem Messpunkt und Abbruchkriterium, danach monatlich kündbar. Drei Monate reichen, um eine Kennzahl zu bewegen, und sie reichen, um zu sehen, ob die Zusammenarbeit funktioniert. Eine Mindestlaufzeit von zwölf Monaten ab dem ersten Tag schützt vor allem die Agentur.

Wie erkenne ich nach drei Monaten, ob die Agentur Gäste bringt?

Am Messpunkt aus dem Briefing: Reservierungen über die Aktionsseite, eingelöste Codes, Anmeldungen, Anrufe über die Aktionsnummer. Diese Zahl vergleichst du mit dem Abbruchkriterium und mit den Kosten pro gewonnenem Gast. Reichweite, Impressionen und Follower gehören nicht in diese Rechnung. Wenn die einzige Zahl, die gestiegen ist, eine Plattform-Zahl ist, hat die Agentur für die Plattform gearbeitet.

Fazit: Erst die Frage, dann die Agentur

Eine Restaurant Marketing Agentur kann Reichweite, Inhalte und Handwerk liefern. Was sie nicht liefern kann, sind das Ziel, der Messpunkt und die Hebel im Betrieb. Die kommen von dir, vor dem Vertrag.

Fünf Dinge zum Mitnehmen:

  1. Jedes Agenturangebot gegen die 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren halten. Fast alles davon ist Faktor 1, der teuerste.
  2. Die Rendite rechnen, bevor du über den Preis sprichst: Wie viele zusätzliche Gäste deckt die Monatsrechnung?
  3. Die sieben Fragen im ersten Gespräch stellen. Frage zwei und Frage drei entscheiden.
  4. Ein-Seiten-Briefing, 90-Tage-Probelauf, Konten-Klausel. Ohne diese drei keinen Vertrag.
  5. Gästedaten, Karte, Stammgast-Draht, Bewertungsantworten und Zahlen bleiben im Haus.

Wenn du vor der Entscheidung stehst, ob du eine Agentur beauftragst oder zuerst den Betrieb auf die vier Faktoren prüfst, ist das eine Frage für ein Gespräch. Im Strategiegespräch sprechen wir über deine Zahlen und über die Frage, ob Reichweite überhaupt das Problem ist. Kostenfrei, ohne Verpflichtung. Termin für das Strategiegespräch sichern.

Kostenlos · 15 Minuten

Wo steht dein Restaurant? Mach den V.O.L.L.-Check.

Finde in 15 Minuten heraus, an welcher Stelle dein Restaurant am meisten Umsatz liegen lässt – mit dem V.O.L.L.-System aus 950+ Betrieben.

Marketing & GästeGastronomie MarketingRestaurant Tipps
Michael Krause

analysiert die Struktur der deutschsprachigen Gastronomie. Seit 2001 berät er Betreiber. Publikation: GastroInsider.de. Kontakt: kontakt@gastroinsider.de

Verwandte Artikel

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Jede Woche eine umsetzbare Strategie direkt in dein Postfach. Über 14.500 Gastronomen haben sich schon eingetragen.

Mit der Anmeldung stimmst du der Verarbeitung deiner Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung zu. Der Versand erfolgt über Brevo (EU). Du kannst dich jederzeit abmelden.

Kostenlos · Jederzeit kündbar · DSGVO-konform