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WM 2026 für Pizzerien: Party-Box, Lieferando-Peak und Spieltag-Kalkulation

Pizza ist das WM-Essen Nr. 1 – EM-Daten von Lieferando und Wolt beweisen es. Party-Box, Spieltag-Timing und Lieferando-Sichtbarkeit für deine Pizzeria.

Michael Krause
Michael Krause
14 Min. Lesezeit
WM 2026 für Pizzerien: Party-Box, Lieferando-Peak und Spieltag-Kalkulation

Pizza ist das WM-Essen Nr. 1 in Deutschland – und das ist kein Klischee, das sind Plattform-Daten. Wolt meldete zur EM 2024 einen Anstieg von 35 Prozent bei Pizza-Bestellungen am Eröffnungswochenende. Lieferando zählte am zweiten Deutschlandspiel 22,1 Prozent mehr Bestellungen als an einem normalen Dienstag – und in Dortmund kaufte eine einzige Gruppe 112 Pizzen für 1.002,40 EUR. Die WM 2026 bringt 104 Spiele über 39 Tage. Das Turnier spielt in den USA, Kanada und Mexiko – die meisten Spiele beginnen abends in mitteleuropäischer Sendezeit und treffen damit genau den Lieferhunger-Peak. Für Pizzerien bedeutet das: 39 Spieltage mit erhöhtem Bestell-Potential, ein erprobtes Produkt das Gruppen skaliert, und drei klare Hebel die den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen WM und einem echten Umsatz-Peak machen. Dieses Spielbuch zeigt dir alle drei.

TL;DR

Pizzerien profitieren von der WM 2026 über drei Hebel: Party-Box (AOV von ~20 EUR auf 55–70 EUR heben), Lieferando-WM-Sichtbarkeit (WM-Menü-Kategorie, Spieltag-Keywords, Aktionsposition) und Vorbestellungs-Timing (60–90 Minuten vor Anpfiff plus Halbzeit-Angebot). EM-2024-Daten zeigen +35 Prozent Pizza-Bestellungen und Einzel-Orders bis 1.002 EUR. Alle drei Hebel greifen auf denselben WM-Wachstumsfaktor: Bonwert pro Order. Dieses Spielbuch ist Teil des WM-2026-Hubs für alle Restaurant-Typen.


Wie kann eine Pizzeria von der Fußball-WM 2026 profitieren?

Kurz: Pizzerien haben strukturell Vorteile bei WM-Spieltagen: das meistbestellte Liefer-Essen, ein gut transportierbares Produkt, einfache Gruppen-Skalierung. Drei Hebel machen den Unterschied – Party-Box-Format, gezielte Plattform-Sichtbarkeit und ein Vorbestellungs-System für den Anpfiff-Peak. Alle drei arbeiten auf Wachstumsfaktor 2: höherer Bonwert pro Bestellung.

Pizza hat bei WM-Spieltagen einen strukturellen Vorteil vor anderen Liefer-Kategorien. Erstens: Sie ist heiß und bleibt gut transportierbar. Zweitens: Sie skaliert auf Gruppen – eine XXL-Pizza für vier Personen, zwei Pizzen für sechs. Drittens: Sie trifft genau das, was Zuhause-Gucker wollen – unkompliziertes Essen ohne Kochaufwand und ohne Restaurant-Buchung.

Die EM 2024 hat das mit Zahlen belegt. Wolt meldete am Eröffnungswochenende einen Anstieg von 35 Prozent bei Pizza-Bestellungen gegenüber der Vorwoche. Pizza Margherita war laut Wolt das meistbestellte Einzelgericht während aller drei deutschen Gruppenspiele. Lieferando registrierte am zweiten Spieltag (DE vs. Ungarn) 22,1 Prozent mehr Bestellungen als an einem vergleichbaren Dienstag im Mai. Diese Daten stammen aus den offiziellen EM-Newsrooms von Lieferando und Wolt – als WM-2026-Prognose gilt: mehr Spiele, mehr Spieltage, mehr Potenzial.

Die WM 2026 spielt in den USA, Kanada und Mexiko. Die Anpfiff-Zeiten in MESZ liegen überwiegend abends – 18:00 Uhr, 21:00 Uhr, vereinzelt Mitternacht. Das ist der klassische Lieferhunger-Zeitraum. Kein Sportereignis vorher hatte so viele Abendspiele in europäischer Sendezeit. Für deine Pizzeria bedeutet das: 39 Spieltage mit erhöhtem Bestellvolumen, verteilt über rund sechs Wochen.

Wachstumsfaktor 2 der 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren ist der Bonwert – mehr Umsatz pro Bestellung, nicht mehr Bestellungen. Die Party-Box ist der direkteste Weg dorthin. Aus einer Einzelbestellung für ~20 EUR wird eine Gruppen-Order für 55–70 EUR – bei derselben Küche, demselben Team, denselben Öffnungszeiten.

Pizza ist nicht das Essen, das Zuhause-Gucker sich wünschen – es ist das Essen, das sie bestellen. Der Unterschied zur WM: Jetzt bestellen sie es für vier Personen statt für eine.


Was ist eine WM Party-Box – und wie kalkuliere ich sie richtig?

Kurz: Eine WM Party-Box kombiniert 3–4 Pizzen plus Beilagen zu einem Festpreis für 4 Personen. Ziel: Aus einer ~20-EUR-Einzelorder wird eine 55–70-EUR-Gruppen-Order. Wareneinsatz liegt bei 28–33 Prozent des VK – im normalen Liefer-Rahmen. Das Format hebt den AOV ohne neue Produkte oder zusätzliches Personal.

Ein Einzelbesteller kauft eine Pizza für sich. Eine WM-Gruppe kauft ein Paket für den Abend.

Diese Umformulierung ist der Kern der Party-Box-Strategie. Du verkaufst nicht mehr Pizzen – du verkaufst eine andere Entscheidung. Statt „ich bestelle was für mich“ heißt es: „wir nehmen das WM-Set.“ Und das hebt den Bestellwert von ~20 EUR auf 55–70 EUR, bei denselben Produkten aus derselben Küche.

InhaltDetailsWareneinsatz (ca.)
3× Pizza (Ø 32 cm)Margherita, Salamino, eine nach Wahl9,00 EUR
1× WM-Spezial-PizzaSaisonbelag, z.B. BBQ-Chicken3,80 EUR
2× BeilagenGarlic Bread + Tiramisu2,20 EUR
Optional: 6× Softdrink0,5l Cola/Fanta/Spezi3,00 EUR
VK ohne Getränke47–58 EUR
VK mit Getränken55–70 EUR

Wareneinsatz gesamt: ~18–19 EUR. Wareneinsatzquote: ~28–33 Prozent. Das liegt im normalen Rahmen für Liefer-Produkte. Der Vergleich zu vier Einzelbestellungen: keine vier separaten Liefergebühren auf Lieferando, die Produktion läuft in einem Schritt statt in vier, und der Deckungsbeitrag pro Bestellung steigt deutlich.

Die WM-Spezial-Pizza ist das Differenzierungsmerkmal, das das Paket von einer einfachen „3-für-2-Aktion“ abhebt. Eine zeitlich limitierte Variante – zum Beispiel mit BBQ-Sauce und Pulled Chicken (US-Thema, passend zur WM in den USA) oder mit einem klassisch deutschen Belag – erzeugt Content-Wert weit über den Wareneinsatz hinaus. Das Foto dieser Sonderpizza zieht auf Instagram ohne Werbebudget.

Wenn du die MwSt-Aufteilung für gemischte Pakete mit Getränken durchrechnen willst: Das WM-Sondermenü und Drinks-Spielbuch erklärt die 70/30-Vereinfachungsregel an konkreten Kalkulations-Beispielen.

Eine WM Party-Box verdreifacht den Bestellwert: aus einer 20-EUR-Einzelorder wird eine 59-EUR-Gruppen-Order – bei identischer Küche.

Eine WM Party-Box ist kein Rabatt-Angebot – sie ist eine Aufwertung der Entscheidung. Wer sie als „günstiger wenn man viel bestellt“ verkauft, verschenkt die Hälfte des Potenzials. Wer sie als „das WM-Abend-Paket für eure Gruppe“ positioniert, hebt den AOV und den wahrgenommenen Wert gleichzeitig.


Wann steigen Pizza-Bestellungen während der WM – und warum?

Kurz: Der Bestell-Peak liegt 45–75 Minuten vor Anpfiff sowie in der Halbzeit. Die WM 2026 hat Anstoßzeiten um 18:00, 21:00 und vereinzelt 00:00 Uhr MESZ. Deine Küche muss 60–90 Minuten vor Anpfiff produzierbereit sein – nicht erst zum Anpfiff selbst.

Das Timing-Wissen ist der unterschätzteste Teil der WM-Strategie. Wer weiß, wann genau der Peak kommt, kann ihn vorbereiten. Wer es nicht weiß, reagiert – und ist dann schon 30 Minuten im Rückstand.

Lieferando-Daten aus der EM 2024 zeigen zwei klare Order-Peaks pro Spieltag:

Peak 1 – vor dem Anpfiff: 45–75 Minuten vor Spielbeginn. Gruppen, die gemeinsam schauen, wollen rechtzeitig bestellen, damit das Essen bei Anpfiff da ist. Wer eine Lieferzeit von 40–50 Minuten hat, bestellt um 20:15 Uhr für ein 21:00-Uhr-Spiel.

Peak 2 – Halbzeit-Hunger: 10–20 Minuten nach dem Halbzeitpfiff. Wer zu Spielbeginn noch nichts bestellt hatte, tut es jetzt impulsiv. Wer dann eine Lieferzeit von 20–25 Minuten hat, landet noch vor dem Wiederanpfiff. Wer 45 Minuten braucht, kommt in der zweiten Halbzeit an – zu spät für den Abend, den der Besteller im Kopf hatte.

Anpfiffzeit (MESZ)Bestell-Peak 1Halbzeit-PeakKüchen-Bereitschaft
18:00 Uhr16:30 – 17:15 Uhr~19:00 UhrAb 15:30 Uhr
21:00 Uhr19:30 – 20:15 Uhr~22:00 UhrAb 18:30 Uhr
00:00 Uhr22:30 – 23:15 Uhr~01:00 UhrAb 21:30 Uhr

Deutsche Gruppenspiele werden voraussichtlich in der 18:00- oder 21:00-Uhr-Kategorie liegen. Spiele um Mitternacht betreffen hauptsächlich Nordamerika-Gruppen – relevant für späte Öffnungszeiten, aber kein kritisches Fenster für die meisten Pizzerien.

Der häufigste Fehler: normale Dienstag-Vorbereitung für einen WM-Spieltag. Das Ergebnis ist ein Küchen-Engpass 25 Minuten nach Bestellbeginn – und Lieferando bestraft längere Lieferzeiten mit schlechterer Algorithmus-Position, genau dann wenn du sichtbar sein willst.

Eine ausführliche Anleitung zum Vorbestellungs-Slot-System und zur Lieferplanung für Spieltage findest du im WM-Lieferung und Takeaway-Spielbuch.

Das Timing-Wissen ist das, was professionelle Catering-Betriebe von normalen Pizzerien zur WM unterscheidet. Wer die Peak-Fenster kennt und dafür plant, liefert pünktlich. Wer es nicht weiß, liefert zur zweiten Halbzeit.

Der Halbzeit-Hunger ist das unerschlossenste Segment im WM-Liefermarkt. 15 Minuten nach dem Pfiff suchen Millionen Deutsche nach Essen – die meisten Pizzerien haben aber keine Halbzeit-spezifische Sichtbarkeitsstrategie.


Lieferando-WM-Sichtbarkeit: So hebst du dich im Spieltag-Peak ab

Lieferando wird zur WM zum meistgenutzten Suchfeld für Spieltag-Hunger in Deutschland. Millionen öffnen die App kurz vor Spielbeginn, geben ihre Adresse ein und suchen. Was dann erscheint, entscheidet darüber, ob du eine Order bekommst.

Deine vier Sichtbarkeits-Stellschrauben auf Lieferando:

1. Spieltag-Keywords in Titel und Beschreibung
Lieferando zeigt bei Suchen nach „Spieltag“ oder „Party-Box“ Restaurantnamen und Shop-Beschreibungen. Wer „WM Party-Box“ oder „Spieltag-Set“ im Menünamen oder in der Shop-Beschreibung hat, erscheint in diesen Suchergebnissen. Wer nichts ändert, konkurriert mit Restaurants, die das Keyword-Spiel aktiv spielen.

2. WM-Menü-Kategorie anlegen
Lieferando erlaubt freie Benennung von Menü-Kategorien. Erstelle eine Kategorie „WM 2026 – Spieltag-Sets“ als erste sichtbare Kategorie in deiner App-Ansicht. Diese Kategorie signalisiert dem Besteller sofort: hier gibt es das Richtige für heute Abend. Umsetzungszeit: 15 Minuten im Lieferando-Restaurant-Portal.

3. Aktionsposition in WM-Wochen anfragen
Lieferando bietet Aktions-Slots für zeitlich begrenzte Angebote. Wende dich an deinen Account-Manager oder den Kundenservice und kündige die WM-Wochen als Aktionszeitraum an. Manche Partner erhalten bessere Algorithmus-Sichtbarkeit als Gegenleistung für Aktionspreise oder Mindestbestellwert-Rabatte. Plane diesen Kontakt 3–4 Wochen vor Turnierbeginn.

4. Bewertungsprofil vor der WM stabilisieren
Mehr Sichtbarkeit bedeutet mehr Bestellungen – aber auch mehr Bewertungen nach jedem Spieltag. Stelle sicher, dass dein Lieferando-Profil über 4,3 Sterne liegt, bevor du aktiv mehr Volumen anziehst. Nutze die 4 Wochen vor Turnierstart: Follow-up-Nachricht an Stammbesteller, kurze Erinnerung an eine offene Bewertung für die letzte Bestellung.

Was Lieferando wirklich kostet und ob sich die Plattform für deine Marge rechnet, steht im Lieferando-Kosten-Überblick. Die Provisionsstruktur und der Vergleich mit eigenem Liefer-Kanal sind dort detailliert behandelt.

Eigenkanal parallel aufbauen:
Wer ausschließlich über Lieferando liefert, gibt 15–30 Prozent Provision auf jeden Order ab. Zur WM ist das in Ordnung – der Traffic, den Lieferando mitbringt, rechtfertigt die Kosten. Aber wer während der WM einen kleinen Eigenkanal aufbaut (WhatsApp-Bestellliste, Google-Formular, eigene Bestell-Website), gewinnt etwas Wertvolles: eine Datenbank von Bestellern, die sich nach dem Finale direkt ansprechen lassen. Der Sprung von 15 Prozent auf 0 Prozent Provision bei derselben Bestellung ist ein Umsatzunterschied, der sich über die Stammkunden-Logik schnell rechnet.

Wer Lieferando zur WM als passiven Kanal behandelt, verliert Sichtbarkeit an Restaurants, die aktiv Keywords, WM-Kategorie und Aktionsposition steuern – und das entscheidet in den fünf Minuten vor Anpfiff, wer eine Order bekommt.


Spieltag-Planung: Ofen-Kapazität, Personal und Vorbestellung

Die beste Party-Box nutzt nichts, wenn der Ofen um 20:30 Uhr an seine Kapazitätsgrenze stößt.

Das unterschätzteste Problem der WM-Lieferstrategie für Pizzerien ist der Produktionsengpass. Pizza braucht Ofenanteile. Ein Standardofen mit zwei Etagen backt gleichzeitig 8–12 Pizzen. Bei einem normalen Dienstag reicht das problemlos. Bei einem 21:00-Uhr-Deutschlandspiel treffen 30–40 Bestellungen in 40 Minuten ein – und der Ofen kann das nicht abfangen.

Die Lösung liegt nicht im zweiten Ofen – sondern im Vorbestellungs-System.

Vorbestellungs-System für Spieltage – so richtest du es ein:
Öffne Vorbestellungs-Slots ab 48 Stunden vor dem Spieltag. Begrenze die Slot-Anzahl auf das, was dein Ofen in den Peak-Stunden realistisch liefern kann. Biete einen kleinen Frühbucher-Vorteil für Bestellungen bis 12:00 Uhr am Spieltag: kostenloses Dessert, fünf Prozent Rabatt oder eine Gratis-Beilage. Dieses System verteilt die Last auf mehrere Stunden und gibt dir die Möglichkeit, mit Vorlauf zu produzieren.

Das Vorbestellungs-System muss nicht digital sein. Ein WhatsApp-Link zu einer fixen Bestell-Nachricht reicht: „WM Party-Box, 4 Personen, Spieltag [Datum], Uhrzeit: Bitte bestätigen.“ Wer Lieferando-only arbeitet, kann das slot-ähnlich über Aktionszeiträume steuern – nur zwischen 18:00 und 19:30 Uhr sichtbar statt durchgehend.

Personal-Planung für WM-Spieltage:
Für Spieltage mit Peak zwischen 19:30 und 20:30 Uhr: mindestens eine zusätzliche Küchenkraft für die 2-Stunden-Peak-Phase (von 60 Minuten vor Anpfiff bis 30 Minuten nach Halbzeitbeginn). Bei Eigenlieferung: plus ein Fahrer in der Peak-Phase. Bei Lieferando-only: Vorbestellungs-Slots limitieren statt Personal aufstocken – das ist die kostengünstigere Lösung für Einzel-Betriebe.

Den vollständigen Personalplan für WM-Spielzeiten, inklusive Halbzeit-Mathematik und Schichtmodell, findest du im WM-Personalplanung-Spielbuch.

WM-Besteller als Stammkunden:
Wer zur WM erstmalig bei dir bestellt, ist keine anonyme Zahl – er ist ein potenzieller Stammkunde. Die Frage ist, ob du die Daten hast um ihn nach dem Finale anzusprechen. Wer Vorbestellungen über ein Formular oder WhatsApp abwickelt, hat Name und Kontakt. Wer nur über Lieferando arbeitet, hat keinen Zugriff auf Besteller-Daten. Ein einfaches Follow-up 14 Tage nach dem WM-Finale – „Dein WM-Abend-Set gibt's jetzt jeden Freitagabend – hier dein 10%-Stammkunden-Code“ – konvertiert einen Teil dieser WM-Besteller in regelmäßige Kunden. Das ist Wachstumsfaktor 4 in Zahlen: Kundenbindungsdauer verlängern, nicht nur WM-Umsatz einsammeln.

Wer 30 Vorbestellungs-Slots zur WM definiert, kennt seine Ofen-Last – und liefert pünktlich statt 45 Minuten zu spät.

Ein Vorbestellungs-System zur WM ist kein Service-Feature – es ist Kapazitätsplanung. Wer die Slot-Anzahl kennt, kennt die Ofen-Last. Wer die Ofen-Last kennt, liefert pünktlich. Wer pünktlich liefert, bekommt gute Bewertungen. Das ist die Kette, die aus einem Spieltag einen Wachstumstag macht.



Upsell: Wie du aus dem WM-Abend mehr als eine Pizza machst

Die Party-Box hebt den Bestellwert von der Einzelorder auf die Gruppen-Order. Aber es gibt Upsell-Formate, die darüber hinausgehen – und die sich zur WM ohne Werbeaufwand einführen lassen.

Add-on-Automatismus auf Lieferando:
Lieferando und Wolt erlauben es, beim Bestell-Prozess automatisch Ergänzungen vorzuschlagen. Wer eine Pizza Margherita in den Warenkorb legt, sieht auf Wunsch: „Dazu passt Garlic Bread (3,50 EUR) – 84 Prozent der Besteller fügen es hinzu.“ Diese Funktion ist einmal eingerichtet und läuft dann automatisch. Für Spieltage: „WM-Dessert-Paket (Tiramisu + Panna Cotta, 8 EUR)“ als Add-on für Party-Boxen. Der wahrgenommene Mehrwert übersteigt die Hürde deutlich – wer für 59 EUR bestellt, legt 8 EUR Add-on ohne Zögern drauf.

Früher Besteller – besser ausgestattet:
Wer Vorbestellungen für Spieltage aktiviert, kann Frühbucher-Anreize setzen: „Bestell bis 12 Uhr am Spieltag – und wir packen eine Tiramisu-Portion gratis dazu.“ Das Angebot kostet dich ~1,20 EUR Wareneinsatz, verschiebt die Bestellkurve und entlastet deinen Ofen im Anpfiff-Peak. Drei von zehn Frühbucher-Anreizen werden angenommen – das sind drei Bestellungen, die nicht im 20:15-Uhr-Chaos ankommen.

WM-Tagesangebote für spielfreie Tage:
Die WM 2026 hat 39 Spieltage – aber nicht jeden Tag spielt Deutschland. An spielfreien Tagen und an Tagen mit Partien ohne deutschen Kontext kannst du WM-Stimmung trotzdem monetarisieren: Tagesangebot „WM-Snack-Box“ (2 Pizzastücke + 2 Beilagen + 1 Drink, VK ~18 EUR) für Mittags- oder Nachmittagsbesteller. Das Format ist kleiner, aber konstant sichtbar und hält dein Profil auf Lieferando aktiv auch in den Wochen, in denen Deutschland noch nicht spielt.

Mehr Möglichkeiten für WM-Sondermenüs und Add-on-Kalkulation – inklusive US-Themen-Küche und Getränke-Formate – findest du im WM-Sondermenü und Drinks-Spielbuch.

Der WM-Umsatz liegt nicht nur im ersten Bestellmoment – er liegt in jedem Schritt danach: Add-on, Dessert-Paket, Frühbucher-Vorteil, Folgebestellung nach dem Finale. Wer diese Kette plant, hat mehr als eine gute Woche.

Häufige Fragen

Was bestellen Kunden am häufigsten bei Lieferando während der WM?

Pizza dominiert die WM-Spieltag-Orders. Laut Wolt war Pizza Margherita das meistbestellte Einzelgericht während aller drei deutschen Gruppenspiele der EM 2024. Party-Boxen und Gruppen-Orders steigen proportional stärker als Einzelorders – weil mehr Gruppen zuhause schauen und gemeinsam bestellen statt vier separate Einzelbestellungen aufzugeben.

Lohnt sich Public Viewing für eine Pizzeria?

Für die meisten Pizzerien nicht. Public Viewing erfordert GEMA-Lizenz, Sky-Abo und ausreichend Gastraum mit Sichtachse. Eine Pizzeria mit 20–40 Sitzplätzen ist strukturell als Liefer- und Takeaway-Betrieb effizienter aufgestellt. Ausnahme: wenn du bereits einen gut bestuhlten Raum hast und die Kosten für Lizenz und Setup in den ersten Spieltagen wieder einholst. Als Haupt-Hebel taugt Public Viewing für Pizzerien selten – die Energie fließt besser in Party-Box und Lieferando-Sichtbarkeit.

Wie erhöhe ich den durchschnittlichen Bestellwert zur WM?

Mit Party-Box-Format statt Einzelbewerbung. Eine WM-Box für 4 Personen zu 59 EUR erzielt mehr Bonwert als vier Einzelpizzen zu je 14 EUR – auch wenn der Inhalt identisch ist. Zusätzliche Hebel: Gratis-Beilage ab Mindestbestellwert (z.B. Garlic Bread ab 40 EUR), WM-Dessert-Paket als Add-on, limitierte WM-Spezial-Pizza die Aufmerksamkeit auf Social Media erzeugt.

Wann sollte ich WM-Angebote als Pizzeria starten?

Spätestens 2 Wochen vor dem ersten Deutschlandspiel. Idealerweise ab Turnierbeginn am 11. Juni 2026 – auch die ersten Spiele ohne Deutschland erzeugen Lieferhunger. Wer Lieferando-Sichtbarkeit, Party-Box und Vorbestellungs-System bis dann eingerichtet hat, ist gut aufgestellt. Die Embargo-Empfehlung dieses Artikels (7. Juni) gibt dir 4 Tage Vorlauf vor WM-Beginn zur Vorbereitung.

Wie plane ich Personal für WM-Spieltage als Pizzeria?

Rechne für jeden Spieltag mit dem 1,5- bis 2-fachen normalen Abend-Volumen. Zusatz-Küchenkraft für die 2-Stunden-Peak-Phase (von 60 Minuten vor Anpfiff bis 30 Minuten nach Halbzeitbeginn). Bei Eigenlieferung: plus ein Fahrer in der Peak-Phase. Bei Lieferando-only: Vorbestellungs-Slots limitieren statt Personal aufstocken.

Wie melde ich eine WM-Sonderaktion bei Lieferando an?

Über deinen Lieferando-Account-Manager oder den Kundenservice im Restaurant-Portal. Kündige die WM-Wochen als Aktionszeitraum an und frage nach Aktionsplatz-Möglichkeiten. Lieferando bietet in Turnier-Wochen häufig spezielle Sichtbarkeits-Slots für aktive Partner an. Plane diesen Kontakt 3–4 Wochen vor Turnierbeginn – nicht erst eine Woche vorher.

Gibt es eine schnelle WM-Checkliste für Pizzerien?

(1) Party-Box kalkulieren und auf Lieferando anlegen. (2) WM-Menü-Kategorie „WM 2026 – Spieltag-Sets“ erstellen. (3) Shop-Beschreibung mit Spieltag-Keywords aktualisieren. (4) Vorbestellungs-System einrichten (WhatsApp, Formular oder Lieferando-Slot). (5) Ofen-Kapazität berechnen und Slot-Anzahl danach limitieren. (6) Personal für Spieltage planen. (7) Lieferando-Bewertung auf über 4,3 Sterne bringen. Starttermin: spätestens 2 Wochen vor erstem Deutschlandspiel.


Über den Autor

Michael Krause ist Diplom-Ökonom (Universität Hohenheim) und berät seit 2001 Restaurants im DACH-Raum strategisch. Mehr als 950 Betriebe vertrauen auf die GastroInsider-Methoden. Sein Newsletter erreicht über 14.500 Gastronomen.


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