Wer als Gast eine Lieferando-Alternative sucht, will eine andere App. Wer als Restaurant eine sucht, hat ein anderes Problem.
Von einer 30-Euro-Bestellung bleiben dir bei 30 % Provision und 30 % Wareneinsatz noch 11,22 Euro. Und den Gast, der über Lieferando bestellt hat, darfst du laut Partner-AGB für deine eigene Werbung nicht anschreiben.
Eine andere App ändert daran wenig, Uber Eats etwa nimmt ebenfalls 30 %, wenn Uber liefert. Für dein Restaurant zählt, welches Liefermodell sich rechnet. Es gibt vier:
- Eine Plattform: Lieferando, Wolt oder Uber Eats
- Ein eigener Webshop mit eigenen Fahrern
- Ein eigener Webshop mit Fahrern auf Abruf
- Reine Abholung
Die Rechnung unten nutzt dieselbe Basis wie unser Artikel zu den Lieferando-Kosten für Restaurants: 20.000 Euro Netto-Umsatz im Monat, 28,04 Euro netto je Bestellung. Dazu kommen zwei Schwellen, die in den Anbieter-Vergleichen fehlen, und die Frage, wem der Gast gehört.
TL;DR: Für Restaurants gibt es vier Lieferando-Alternativen: eine andere Plattform, einen eigenen Webshop mit eigenen Fahrern, einen Webshop mit Fahrern auf Abruf und reine Abholung. Bei 30 Euro Bestellwert bleiben mit eigenem Shop und eigenen Fahrern 13,21 bis 15,21 Euro, bei Plattform-Lieferung 11,22 Euro. Fahrer auf Abruf schlagen die Plattform erst ab rund 28 Euro netto Bestellwert. Die Plattform bleibt sinnvoll für Neukunden und ruhige Stunden. Lieferando-Kunden darfst du laut Partner-AGB nicht für eigene Werbung anschreiben.
| Was | Warum das wichtig ist |
|---|---|
| 11,22 € je Bestellung bei Plattform-Lieferung | Von 30 € Bestellwert nach 30 % Provision und 30 % Wareneinsatz |
| 13,21–15,21 € mit eigenem Shop und eigenen Fahrern | Rund 2.500 € im Monat mehr als bei 14 % Provision mit eigener Lieferung |
| Fahrer auf Abruf ab 7,90 € | Günstiger als 30 % Provision erst ab rund 28 € netto Bestellwert |
| 15 % Puffer | So viel weniger Bestellungen darf der eigene Shop haben (bei 6 € Lieferkosten) und liegt immer noch gleichauf |
| Kundendaten nur für die Bestellung | Lieferando-Partner-AGB, Klauseln 6.6 und 13.5 |
| Rund 1.000 € Provision | kostet ein Stammgast über fünf Jahre bei Plattform-Lieferung (30 € Bon, zweimal im Monat) |
Welche Alternativen zu Lieferando hat ein Restaurant?
Ein Restaurant hat vier Alternativen zu Lieferando: eine andere Plattform wie Wolt oder Uber Eats, einen eigenen Webshop mit eigenen Fahrern, einen eigenen Webshop mit Fahrern auf Abruf oder reine Abholung. Die Modelle unterscheiden sich in zwei Punkten, die über deine Marge entscheiden: Wer liefert, und wer hat danach den Kontakt zum Gast?
Eine andere Plattform. Wolt und Uber Eats funktionieren wie Lieferando: Du zahlst einen Prozentsatz jeder Bestellung. In seinen Partner-AGB nennt Lieferando keinen festen Satz. Dort (Stand 01.11.2024) steht, dass die Provision im Anmeldeformular festgelegt wird, also in deinem Vertrag. Auch Wolt verweist auf den Vertrag. Uber Eats veröffentlicht seine Sätze (Preisseite, abgerufen am 24.09.2026):
Uber Eats nennt Restaurants in Deutschland offiziell 14 % Provision bei Selbstzustellung und Abholung und 30 % bei Lieferung durch Uber.
Für Uber-One-Mitglieder gelten 33 % bei Lieferung durch Uber und 12 % bei Selbstzustellung. Mit den Standardsätzen 14 % und 30 % rechnet auch der Lieferando-Kostenartikel. Wie Wolt im Vergleich abschneidet, steht im Artikel zu den Wolt-Kosten für Restaurants. Ein Wechsel der Plattform ändert vor allem zwei Dinge: den Satz, den du aushandelst, und wie viele Gäste dich in deinem Liefergebiet finden.
Ein eigener Webshop mit eigenen Fahrern. Du nimmst Bestellungen über deine Website an, zahlst Shop- und Zahlungsgebühren und lieferst selbst. Das braucht die meiste Organisation: Fahrer, Fahrzeug, Versicherung, Dienstplan. Wie du so einen Lieferdienst aufsetzt, steht im Leitfaden zum Lieferservice mit Online-Bestellungen.
Ein eigener Webshop mit Fahrern auf Abruf. Du verkaufst selbst und buchst für jede Lieferung einen Fahrer bei einem Lieferdienst. Uber Direct nennt dafür einen öffentlichen Einstiegspreis: ab 7,90 Euro pro Lieferung, ohne Provision, je nach Entfernung und Liefergeschwindigkeit höher oder niedriger (abgerufen am 24.09.2026). Wolt Drive rechnet ebenfalls pro Lieferung ab, nennt aber keinen öffentlichen Preis. Dort entscheidest du selbst, ob du die Kosten ganz, teilweise oder gar nicht an den Gast weitergibst.
Reine Abholung. Kein Fahrer, keine Lieferkosten. Der Gast bestellt online oder am Telefon und holt selbst ab. Pro Bestellung bleibt hier am meisten, dafür erreichst du nur Gäste, die zu dir kommen.
Was bleibt pro Bestellung übrig?
Bei 30 Euro Bestellwert, also 28,04 Euro netto, und 30 % Wareneinsatz bleiben nach Plattform-Lieferung 11,22 Euro. Mit eigenem Webshop und eigenen Fahrern sind es 13,21 bis 15,21 Euro, mit Fahrern auf Abruf 11,31 Euro, bei Abholung über den eigenen Shop 19,21 Euro. Küche, Miete und Verpackung zahlst du davon noch.
| Modell | Gebühr je Bestellung | Lieferung je Bestellung | Bleibt je Bestellung |
|---|---|---|---|
| Plattform, Plattform-Fahrer (30 %) | 8,41 € | – | 11,22 € |
| Plattform, eigene Fahrer (14 %) | 3,93 € | 4–6 € | 9,70–11,70 € |
| Eigener Webshop, eigene Fahrer (1,5 %) | 0,42 € | 4–6 € | 13,21–15,21 € |
| Eigener Webshop, Fahrer auf Abruf (1,5 %) | 0,42 € | ab 7,90 € | 11,31 € bei 7,90 € |
| Abholung über Plattform (14 %) | 3,93 € | – | 15,70 € |
| Abholung über eigenen Shop (1,5 %) | 0,42 € | – | 19,21 € |
Basis in jeder Zeile: 28,04 Euro netto Bestellwert minus 8,41 Euro Wareneinsatz (30 %).
Die Annahmen, damit du sie durch deine eigenen Zahlen ersetzen kannst:
- Bestellwert: 30 Euro brutto, 28,04 Euro netto.
- Wareneinsatz: 30 %.
- Provision: 14 % mit eigener Lieferung, 30 % mit Plattform-Fahrer, wie oben belegt, vereinfacht vom Netto-Bestellwert gerechnet.
- Eigener Shop: 1,5 % für Shop und Zahlung, bei 20.000 Euro Umsatz also 300 Euro im Monat.
- Eigene Lieferung: 4 bis 6 Euro je Lieferung für Fahrer, Fahrzeug und Versicherung.
Zwei dieser Annahmen sind eher günstig gerechnet, prüf sie an deinen Zahlen.
Die Provision: Die Lieferando-AGB definieren den Bruttobestellwert inklusive Steuern und nennen ihn an einer Stelle ausdrücklich als Basis der Gebühren (im Teil zu den Stempelkarten, Abschnitt E, 4.6). Wird brutto abgerechnet, sind es bei 30 Euro Bestellwert 9,00 Euro Provision, 59 Cent mehr als in der Tabelle. Die Plattform schneidet dann noch etwas schlechter ab. Welche Basis für dich gilt, zeigt deine Abrechnung.
Die Lieferkosten: 4 bis 6 Euro gelten nur für einen sehr gut ausgelasteten Fahrer. 13,90 Euro Mindestlohn, gültig seit 01.01.2026 (Bundesregierung), geteilt durch drei Lieferungen pro Stunde ergibt 4,63 Euro je Lieferung, allein für den Lohn. Mit Arbeitgeberanteilen und Fahrzeug landest du am oberen Rand der Spanne oder darüber. 4 Euro erreichst du nur mit deutlich mehr als drei Lieferungen pro Stunde.
Welche Posten Lieferando außerhalb der Provision kostet, von der Servicegebühr bis zum Bewertungssystem, steht im Artikel zu den Lieferando-Kosten.
Wie viel bringt ein eigener Webshop im Monat?
Bei 713 Bestellungen im Monat, also 20.000 Euro Netto-Umsatz, bleiben mit Plattform-Lieferung rund 8.000 Euro. Mit eigenem Webshop und eigenen Fahrern sind es 9.400 bis 10.800 Euro. Gegenüber 14 % Provision mit eigener Lieferung bringt der eigene Shop rund 2.500 Euro im Monat mehr, 30.000 Euro im Jahr.
| Modell | Bleibt im Monat (713 Bestellungen) |
|---|---|
| Plattform, Plattform-Fahrer (30 %) | rund 8.000 € |
| Plattform, eigene Fahrer (14 %) | 6.900–8.300 € |
| Eigener Webshop, eigene Fahrer | 9.400–10.800 € |
| Eigener Webshop, Fahrer auf Abruf (7,90 €) | rund 8.100 € |
| Abholung über Plattform (14 %) | rund 11.200 € |
| Abholung über eigenen Shop | rund 13.700 € |
Gegenüber der Plattform-Lieferung mit 30 % sind es 1.400 bis 2.800 Euro im Monat, je nachdem, was dich eine eigene Lieferung kostet.
Die Tabelle hat einen Haken. Sie unterstellt, dass jedes Modell gleich viele Bestellungen bringt. Die Plattform bringt dir aber Gäste, die deinen Namen noch nie gehört haben.
Deshalb ist eine andere Zahl wichtiger: Wie viele Bestellungen darf dein eigener Shop weniger haben, bevor er schlechter dasteht als die Plattform?
Bei 6 Euro Lieferkosten bleiben dir 13,21 Euro je Bestellung. Die rund 8.000 Euro der Plattform-Lieferung erreichst du damit schon mit 606 Bestellungen, das sind 107 weniger als 713.
Ein eigener Webshop mit eigenen Fahrern darf rund 15 % weniger Bestellungen haben als die 30-%-Plattform und verdient trotzdem gleich viel.
Bei 4 Euro Lieferkosten liegt der Puffer bei rund 26 %. Das ist der Spielraum, den du beim Umstieg hast. Verlierst du mehr Bestellungen, rechnet sich der Wechsel nicht.
Ab welchem Bestellwert lohnen sich Fahrer auf Abruf?
Fahrer auf Abruf kosten einen festen Betrag je Lieferung, die Plattform nimmt einen Prozentsatz. Bei Uber Direct ab 7,90 Euro liegt die Schwelle gegenüber 30 % Provision bei rund 28 Euro netto Bestellwert. Darunter ist die Plattform-Lieferung günstiger, darüber der Fahrer auf Abruf, und der Vorsprung wächst mit jedem Euro Bestellwert.
Der Rechenweg: Die Plattform nimmt 30 % vom Bestellwert, hier wie oben vom Netto-Wert gerechnet. Beim Fahrer auf Abruf zahlst du 7,90 Euro plus 1,5 % für deinen Shop. Gleich teuer sind beide bei 7,90 Euro geteilt durch 28,5 %, also bei 27,72 Euro netto.
Bei unseren 28,04 Euro liegen beide praktisch gleichauf: 11,31 gegen 11,22 Euro. Bei 40 Euro netto sieht es anders aus. Die Plattform nimmt 12,00 Euro, Fahrer und Shop kosten 8,50 Euro. Das sind 3,50 Euro mehr je Bestellung.
Zahlen deine Gäste fast alle online, rechne mit den tatsächlichen Zahlungsgebühren. Große Zahlungsdienste nehmen 1,5 % plus 0,25 Euro bis 2,99 % plus 0,39 Euro je Zahlung. Dann liegt die Schwelle bei knapp 29 bis 31 Euro netto, bevor die Grundgebühr deines Shops dazukommt.
Der zweite Punkt ist die Uhrzeit. Dein eigener Fahrer kostet Lohn, ob er fährt oder wartet.
Bei einer Lieferung pro Stunde kostet ein Fahrer zum Mindestlohn 13,90 Euro je Lieferung, mehr als 30 % Provision auf 28 Euro.
In ruhigen Stunden sind Fahrer auf Abruf oder die Plattform-Lieferung deshalb günstiger als der eigene Fahrer. Sinnvoll ist eine Mischung: eigene Fahrer zur Stoßzeit, Fahrer auf Abruf oder Plattform in den Randzeiten.
Wann lohnt sich Lieferando für Restaurants trotzdem?
Lieferando lohnt sich für Restaurants als Kanal für Neukunden, in ruhigen Stunden ohne eigenen Fahrer und in den ersten Monaten eines neuen Lieferangebots. Teuer wird es, wenn Stammgäste dauerhaft über die Plattform bestellen. Dann zahlst du jedes Mal Provision für Gäste, die dich längst kennen und direkt bestellen könnten.
Neukunden. Auf der Plattform finden dich Gäste, die deinen Namen nicht kennen. Das bedient den ersten der 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren: neue Gäste. Die Provision der ersten Bestellungen ist dann Werbegeld. Wie du das als Kosten pro Neukunde rechnest und den Gast danach in deinen eigenen Kanal holst, steht im Artikel Lieferplattformen profitabel machen.
Ruhige Stunden. Ein Fahrer, der die meiste Zeit wartet, kostet dich je Lieferung mehr als 30 % Provision. Die Plattform-Lieferung kostet dich nur, wenn tatsächlich bestellt wird.
Der Start. Wer neu mit der Lieferung beginnt, weiß nicht, wie viele Bestellungen kommen. Die Plattform kostet dich pro Bestellung. Das hält das Risiko klein, bis du deine Zahlen kennst.
Kein Fahrer. Findest du keinen Fahrer, ist die Plattform-Lieferung die einfachste Lösung.
Bestellt ein Stammgast über die Plattform, zahlst du bei 30 % jedes Mal 8,41 Euro Provision für einen Gast, den du längst gewonnen hast.
Für Neukunden ist die Plattform-Provision Werbegeld, für Stammgäste eine Dauergebühr auf jede Bestellung.
Wem gehören die Gästedaten, und was ist ein Stammgast wert?
Bei Lieferando behält die Plattform die Rechte an Bestell- und Kundendaten. Laut Partner-AGB darfst du sie „nur zur Ausführung des Vertrags“ nutzen und Gäste nur zur Zubereitung und Lieferung kontaktieren. Einen Newsletter an deine Lieferando-Kunden sehen diese Klauseln nicht vor. Wieder ansprechen kannst du nur Gäste aus deinem eigenen Kanal.
Die Stellen sind Klausel 6.6 (Rechte an den Daten) und 13.5 (Kontakt zum Kunden) der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Partner, Stand 01.11.2024. Klausel 8.16 betrifft deinen eigenen Shop: Solange der Vertrag läuft, müssen Preise, Rabatte und Sonderangebote auf Lieferando und in deinen eigenen Online-Kanälen gleich sein („Gleicher-Preis-Garantie“). Einen Rabatt nur für Direktbestellungen schließt das aus. Für deinen Einzelfall gilt dein Vertrag, im Zweifel klärt das ein Anwalt.
Was das kostet, zeigt die Rechnung aus dem Artikel Was ein Stammgast wert ist, mit einem Liefer-Bon von 30 Euro:
30 Euro × 2 Bestellungen im Monat × 12 Monate × 5 Jahre = 3.600 Euro
Das sind 120 Bestellungen.
Ein Stammgast, der fünf Jahre lang zweimal im Monat für 30 Euro bestellt, kostet über die Plattform rund 1.000 Euro Provision (120 × 8,41 Euro). Bei 14 % mit eigener Lieferung sind es rund 470 Euro.
Die Provision ist dabei der kleinere Teil. Wichtiger ist, was du ohne Kontakt nicht tun kannst. Zwei der 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren hängen am eigenen Kontakt: wie oft ein Gast bestellt (Frequenz) und wie lange er bei dir bleibt (Bindungsdauer).
Bestellt dein Stammgast drei Wochen lang nicht, kannst du ihm über die Plattform keine Nachricht schicken. Im eigenen Shop hast du seine E-Mail-Adresse. Hat er eingewilligt, bekommt er dein Angebot.
Wie du diese Kontakte sammelst und pflegst, steht in der Anleitung zur Gästedatenbank.
Welches Liefermodell passt zu deinem Restaurant?
Welches Liefermodell passt, entscheiden vier Zahlen aus deinem Betrieb: dein Netto-Bestellwert, dein Wareneinsatz, der Anteil der Wiederbesteller und die Zahl der Lieferungen, die ein Fahrer pro Stunde schafft. Setz diese Zahlen in die Tabelle oben ein, und du siehst, welches Modell bei dir vorne liegt.
Aus der Rechnung ergeben sich vier Regeln, jeweils bei 30 Euro Bestellwert und 30 % Wareneinsatz:
- Eigene Lieferung unter 7,90 Euro: Bei 30 Euro Bestellwert liegen eigene Fahrer vor Plattform-Lieferung und Fahrern auf Abruf, solange eine eigene Lieferung weniger als 7,90 Euro kostet.
- Netto-Bestellwert unter 28 Euro: Fahrer auf Abruf lohnen sich gegenüber der Plattform-Lieferung nicht.
- Viele Wiederbesteller auf der Plattform: Diese Gäste gehören in deinen eigenen Kanal. Wie du sie herüberholst, ohne sie zu verlieren, steht im Artikel zu den Lieferplattformen.
- Viele Gäste in der Nähe: Abholung bringt 19,21 Euro je Bestellung, mehr als jedes Liefermodell.
Was du jetzt tun kannst: Nimm deine letzte Monatsabrechnung der Plattform. Zähl die Bestellungen, teile den Umsatz durch diese Zahl und setz beides in die Tabelle ein.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Prozent nimmt Lieferando von den Restaurants?
In seinen Partner-AGB (Stand 01.11.2024) nennt Lieferando keine festen Sätze. Die Provision steht im Anmeldeformular, sie ist also Teil deines Vertrags. Zum Vergleich nennt Uber Eats offiziell 14 % bei Selbstzustellung und 30 %, wenn Uber liefert. Mit diesen beiden Sätzen rechnet auch unser Artikel zu den Lieferando-Kosten. Deinen eigenen Satz findest du im Vertrag und auf jeder Abrechnung.
Wie viel zahlt ein Restaurant an Lieferando pro Bestellung?
Bei 30 Euro Bestellwert, also 28,04 Euro netto, sind es bei 14 % Provision 3,93 Euro, wenn du selbst lieferst. Bei 30 % mit Plattform-Fahrer sind es 8,41 Euro. Nach 30 % Wareneinsatz bleiben dir 15,70 Euro vor deinen eigenen Lieferkosten beziehungsweise 11,22 Euro. Deinen tatsächlichen Satz nennt dein Vertrag.
Wer ist für Restaurants besser, Wolt oder Lieferando?
Wolt nennt auf seiner Partnerseite keine Provisionssätze, Lieferando in seinen Partner-AGB auch nicht. Vergleichen kannst du beide nur mit dem Angebot, das du selbst bekommst. Entscheidend ist danach, wie viele Bestellungen die jeweilige App in deinem Liefergebiet bringt. Das zeigen dir die Abrechnungen der ersten Monate. Den ausführlichen Vergleich findest du im Artikel zu den Wolt-Kosten für Restaurants.
Darf ich Lieferando-Kunden für meinen Newsletter nutzen?
Nach den Lieferando-Partner-AGB (Stand 01.11.2024) nicht. Klausel 6.6 erlaubt die Nutzung von Bestell- und Kundendaten nur zur Ausführung des Vertrags, Klausel 13.5 die Kommunikation mit Kunden nur zur Zubereitung und Lieferung. Für einen Newsletter brauchst du Gäste aus deinem eigenen Kanal, die sich selbst eingetragen haben. Was dein Vertrag im Einzelfall erlaubt, klärt ein Anwalt.
Brauche ich für einen eigenen Webshop eigene Fahrer?
Nein. Über den eigenen Shop kannst du auch nur Abholung anbieten oder für jede Lieferung einen Fahrer auf Abruf buchen, bei Uber Direct ab 7,90 Euro je Lieferung. Eigene Fahrer lohnen sich bei 30 Euro Bestellwert, sobald dich eine Lieferung weniger als 7,90 Euro kostet. Das schaffst du mit einem gut ausgelasteten Fahrer zur Stoßzeit.
Fazit
- Eigener Webshop mit eigenen Fahrern als Lieferando-Alternative: 13,21 bis 15,21 Euro je 30-Euro-Bestellung, bei Plattform-Lieferung 11,22 Euro.
- Fahrer auf Abruf schlagen die Plattform erst ab rund 28 Euro netto Bestellwert.
- Die Plattform bleibt sinnvoll für Neukunden, ruhige Stunden und den Start.
- Frequenz und Bindungsdauer hängen am Kontakt zum Gast. Lieferando lässt dir die Kundendaten laut Partner-AGB nur für die Bestellung.
Jede Woche konkrete Strategien für mehr Gäste und mehr Umsatz: Über 14.500 Gastronomen sind im GastroInsider-Newsletter eingetragen. Hier trägst du dich kostenlos ein.
Quellen
- Uber Eats: Preisgestaltung für Händler in Deutschland, https://merchants.ubereats.com/de/de/pricing/ (abgerufen am 24.09.2026)
- Lieferando: Allgemeine Geschäftsbedingungen für Partner, Stand 01.11.2024, https://takeaway-restaurant-portal.s3.amazonaws.com/partnersTerms/de/TC_Restaurants_DE_DE.pdf (abgerufen am 24.09.2026)
- Wolt: Gebühren und Provisionen für Partner, https://merchant.wolt.com/de/deu/learning-center/wolt-merchant-fees-and-commissions (abgerufen am 24.09.2026)
- Wolt Drive, https://merchant.wolt.com/de/deu/wolt-drive (abgerufen am 24.09.2026)
- Bundesregierung: Mindestlohn 2026, https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/mindestlohn-steigt-2391010 (abgerufen am 24.09.2026)
- Stripe: Preise, https://stripe.com/de/pricing (abgerufen am 24.09.2026)
- PayPal: Gebühren für Geschäftskunden, Stand 07.09.2026, https://www.paypal.com/de/business/paypal-business-fees (abgerufen am 24.09.2026)
- Rechenbasis (Bestellwert, Wareneinsatz, Shop- und Lieferkosten): GastroInsider, Lieferando-Kosten für Restaurants, Stand 24.09.2026




