- Die echte Deckungsbeitrags-Rechnung für Lieferplattformen (mit 3 Szenarien)
- Warum Lieferando deine Kundendaten besitzt – und was du dagegen tun kannst
- 5 Strategien um auf Plattformen profitabel zu werden
- Die Offline-Brücke: Wie du Liefergäste in Restaurantgäste verwandelst
- Ab wann sich ein eigener Liefershop lohnt (Break-Even-Rechnung)
| Fakt | Was das bedeutet |
| Lieferando: ~75-76% Marktanteil | Du kommst nicht drum herum, aber du kannst es klüger nutzen |
| 30-31% Provision bei Plattform-Lieferung | Bei 30 EUR Bestellung: nur 11,22 EUR DB I für dich |
| Eigenlieferung: 13-14% Provision | Halbierte Provision – aber du brauchst eigene Fahrer |
| AGB §18: keine Kundendaten für Marketing | Du kochst, Lieferando baut die Datenbank |
| Eigenes System: 150-300 EUR/Monat | vs. 2.800 EUR bei Lieferando (bei 20.000 EUR Volumen) |
Die Provisions-Falle: Warum die meisten Restaurants mit Lieferung Geld verlieren
Lass uns rechnen. Nicht fühlen – rechnen.
Szenario: 30 EUR Bestellung über Lieferando mit Plattform-Lieferung (30% Provision)
| Position | Betrag |
| Bestellwert (brutto) | 30,00 EUR |
| Bestellwert (netto, 7% Lieferung) | 28,04 EUR |
| Provision Lieferando (30% auf netto) | −8,41 EUR |
| Verbleibend nach Provision | 19,63 EUR |
| Wareneinsatz (30%) | −8,41 EUR |
| Deckungsbeitrag I | 11,22 EUR |
11,22 EUR. Davon gehen noch ab: Verpackung (0,80-1,50 EUR), anteilige Personalkosten für Zubereitung, Strom, Verschleiß. Am Ende bleiben 5-8 EUR. Bei einer 30-EUR-Bestellung.
Zum Vergleich: Derselbe Gast im Restaurant hätte dir bei 30 EUR Bon einen DB von ca. 21 EUR gelassen. Die Plattform kostet dich also ~10 EUR pro Bestellung.
Drei Szenarien im Vergleich:
| Modell | Provision | DB I bei 30 EUR | Differenz zum Restaurant |
| Restaurant (Vor-Ort) | 0% | 21,00 EUR | Baseline |
| Lieferando Eigenlieferung | 13-14% | 16,10 EUR | −4,90 EUR |
| Lieferando Plattform-Fahrer | 30-31% | 11,22 EUR | −9,78 EUR |
Bei 500 Lieferbestellungen im Monat über Plattform-Fahrer sind das 4.890 EUR weniger Deckungsbeitrag als wenn dieselben 500 Gäste im Restaurant gesessen hätten. Pro Monat. 58.680 EUR im Jahr.
Das ist kein kleiner Unterschied. Das ist eine zweite Miete.
„Dann lasse ich es eben.“
Das ist die falsche Schlussfolgerung. Denn: Lieferando hat 75-76% Marktanteil bei Online-Lieferbestellungen in Deutschland (Statista 2024). 38% der Restaurantsuchen beginnen in Liefer-Apps. Wenn du dort nicht bist, existierst du für einen großen Teil deiner potenziellen Gäste nicht.
Die richtige Frage ist nicht: Soll ich auf Delivery-Plattformen sein?
Die richtige Frage ist: Wie nutze ich sie profitabel?
Und die Antwort beginnt mit einer Erkenntnis, die dein Denken über Lieferplattformen komplett verändern wird: Lieferando ist kein Bestellsystem. Lieferando ist ein Neukundenkanal. Behandle es wie Google Ads – du zahlst für Sichtbarkeit. Aber du baust kein Geschäft auf einer Plattform auf, die 30% deines Umsatzes einbehält und dir die Kundendaten verweigert.
Du baust dein Geschäft daneben auf. Mit deinen eigenen Kanälen. Deiner eigenen Datenbank. Deinen eigenen Stammgästen.
Das Datenbesitz-Problem: Warum Lieferando deine Gäste besitzt
Hier wird es strategisch. Und hier verlieren die meisten Gastronomen, ohne es zu merken.
Laut Lieferando-AGB §18 erhältst du als Restaurant nur Auftragsabwicklungs-Daten: Name, Adresse, Bestellung. Du darfst diese Daten NICHT für eigene Marketing-Zwecke nutzen. Kein Newsletter. Kein Remarketing. Keine Geburtstagsaktion.
Der Kunde gehört Lieferando. Nicht dir.
Das ist exakt dasselbe Modell wie Booking.com bei Hotels. Das Hotel macht die Arbeit, Booking kassiert die Provision und behält den Kundenkontakt. Wenn der Gast das nächste Mal bucht, geht er wieder über Booking – nicht direkt zum Hotel.
In der Gastronomie heißt das: Dein Stammkunde bestellt jeden Freitag über Lieferando. Du zahlst jedes Mal 30% Provision. Für einen Gast, der dein Essen liebt und direkt bei dir bestellen würde – wenn er nur wüsste wie.
Und es wird noch schlimmer: Lieferando registriert aktiv Domains mit Restaurantnamen und leitet Bestellungen über eigene Mini-Websites. Gäste, die eigentlich direkt bei dir bestellen wollten, landen auf einer Lieferando-Seite – und du zahlst Provision für eine Bestellung, die dir sowieso gehört hätte.
Das Datenbesitz-Problem ist der Kern des Konflikts zwischen Restaurants und Plattformen. Und die Lösung liegt nicht darin, die Plattform zu verlassen – sondern darin, die Gäste von der Plattform in dein eigenes System zu migrieren.
Warum das wichtiger ist als die Provision
Die Provision schmerzt sofort. 8,41 EUR pro Bestellung, jeden Tag, auf dem Kontoauszug sichtbar. Aber der Datenverlust schmerzt langfristig viel mehr.
Stell dir vor: 500 Kunden bestellen regelmäßig über Lieferando bei dir. Du kennst keinen einzigen davon. Keine E-Mail. Kein Geburtstag. Keine Möglichkeit, eine Aktion zu starten, einen Newsletter zu verschicken oder ein Treueprogramm aufzubauen.
Diese 500 Kunden sind theoretisch deine Stammkunden. Praktisch sind sie Lieferando-Kunden, die zufällig dein Essen bestellen. Wenn morgen ein neues Restaurant mit 10% günstigeren Preisen auf Lieferando auftaucht, sind sie weg. Ohne dass du irgendetwas tun kannst.
Mit einer eigenen Gästedatenbank hättest du E-Mail-Marketing nutzen können. Geburtstagskampagnen. Stammgast-Angebote. Alles Dinge, die bei meinen Coaching-Klienten 25.000-60.000 EUR Jahresumsatz generieren – allein durch einen Kanal.
Aber nur, wenn du die Daten hast.
5 Strategien um auf Liefer-Apps profitabel zu werden
Strategie 1: Lieferpreis-Anpassung
Du bist NICHT verpflichtet, auf Lieferando dieselben Preise zu nehmen wie im Restaurant. Die meisten Plattformen erlauben höhere Preise für Lieferbestellungen.
Die Rechnung: Wenn du deine Lieferpreise um 15-20% erhöhst, kompensierst du einen Großteil der Provision. Ein Gericht für 12 EUR im Restaurant kostet auf der Plattform 14 EUR. Der Gast zahlt den Aufpreis als „Bequemlichkeitspreis“ – und du behältst deinen Deckungsbeitrag.
Wichtig: Nicht alle Gerichte eignen sich für Lieferung. Gerichte mit hohem Wareneinsatz (über 35-40%) und Gerichte die beim Transport Qualität verlieren, gehören nicht auf die Lieferkarte. Eine schlankere Lieferspeisekarte mit höheren Margen schlägt eine vollständige Karte mit dünnen Margen.
Strategie 2: Eigene Lieferung statt Plattform-Fahrer
Der größte Kostensprung: Von 30-31% (Plattform-Lieferung) auf 13-14% (Eigenlieferung über Lieferando-Marktplatz). Das halbiert deine Provision sofort.
Die Frage ist: Lohnt sich ein eigener Fahrer?
Faustformel: Ab 30-40 Lieferungen pro Tag rechnet sich ein eigener Fahrer (Minijob oder Teilzeit). Darunter ist die Plattform-Lieferung trotz höherer Provision günstiger, weil du keine Fixkosten für Fahrer und Fahrzeug hast.
Die Rechnung:
- Minijob-Fahrer: 520 EUR/Monat (ca. 40 Stunden)
- Bei 30 Lieferungen/Tag = 900/Monat
- Ersparnis pro Bestellung: ~5 EUR (30% → 14% bei 30 EUR Bon)
- Gesamt-Ersparnis: 900 × 5 EUR = 4.500 EUR/Monat
- Minus Fahrer-Kosten: 520 EUR + Sprit/E-Bike ~150 EUR
- Netto-Ersparnis: ~3.830 EUR/Monat
Selbst bei nur 20 Lieferungen pro Tag (600/Monat) sparst du noch 2.330 EUR. Das ist mehr als das Gehalt des Fahrers.
Der psychologische Bonus: Dein eigener Fahrer liefert mit deiner Verpackung, deinem Gruß und deiner Karte in der Tüte. Lieferando-Fahrer liefern mit Lieferando-Rucksack und null persönlichem Kontakt. Wer baut die stärkere Kundenbeziehung auf?
Strategie 3: Die Offline-Brücke – Plattform-Gäste ins Restaurant holen
Das ist die wichtigste Strategie. Und die, die fast niemand macht.
Jede Lieferbestellung ist ein Kontakt mit einem Gast, der dein Essen mag. Dieser Gast hat Potential – als Restaurantgast, als Stammgast, als Empfehlungsgeber. Aber nur, wenn du ihn aus dem Lieferando-System in dein eigenes holst.
Wie das funktioniert:
Gutschein in der Liefertüte. Jeder Lieferbestellung legst du eine Karte bei: „Danke für deine Bestellung! Hier ist ein 10-EUR-Gutschein für deinen ersten Besuch bei uns im Restaurant.“ Kosten: unter 10 Cent pro Karte. Einlöserate: 5-8%. Bei 500 Lieferungen pro Monat sind das 25-40 neue Restaurantbesucher.
QR-Code für Direktbestellung. Eine Karte in der Tüte: „Nächstes Mal direkt bei uns bestellen – 10% günstiger.“ Mit QR-Code zu deinem eigenen Bestellsystem (oder deiner Website). Jede Direktbestellung spart dir 15-30% Provision.
Newsletter-Anmeldung. „Trag dich in unseren Insider-Club ein – exklusive Angebote nur für direkte Kunden.“ Damit baust du deine eigene Gästedatenbank auf – unabhängig von Lieferando.
Warum die Tüte dein wichtigstes Marketing-Tool ist:
Jede Lieferbestellung landet physisch beim Kunden. In einer Tüte. Diese Tüte ist der einzige Moment, in dem DU direkt mit dem Kunden kommunizierst – ohne Lieferandos Filter.
Eine bedruckte Karte kostet unter 10 Cent. Bei 500 Lieferungen im Monat sind das 50 EUR Marketingkosten. Wenn 5% reagieren (25 Gäste), und jeder davon einen LTV von 500 EUR hat, generierst du 12.500 EUR Langzeitwert aus 50 EUR Investition.
Kein anderer Marketing-Kanal hat dieses Verhältnis.
Die meisten Restaurants liefern ihre Tüte leer – ohne Karte, ohne Flyer, ohne QR-Code. Das ist, als würdest du jedem Gast im Restaurant die Rechnung auf den Tisch legen und vergessen zu fragen, ob er wiederkommt. 500 verpasste Kontaktmomente. Jeden Monat.
Strategie 4: Speisekarten-Optimierung für Lieferung
Nicht jedes Gericht ist ein Liefergericht. Die profitabelsten Restaurants auf Plattformen haben eine eigene Lieferkarte, die nach Marge optimiert ist:
- Hohe Marge: Pizza, Pasta, Bowls, Wraps (niedriger Wareneinsatz, transportstabil)
- Niedrige Marge: Steaks, Fischgerichte, aufwendige Desserts (hoher Wareneinsatz, Qualitätsverlust)
- Bundles und Upsells: „Menü für 2“ statt Einzelbestellung erhöht den Durchschnittsbon
Ein Restaurant das ich berate, hat seine Lieferkarte von 45 auf 18 Gerichte reduziert – und den Gewinn pro Bestellung verdoppelt. Weniger Auswahl, höhere Marge, weniger Fehler in der Zubereitung.
Die 3 Regeln für eine profitable Lieferkarte:
- Kein Gericht mit über 35% Wareneinsatz auf die Plattform
- Kein Gericht das nach 20 Minuten Transport nicht mehr gut schmeckt (Pommes, offene Salate, Gerichte mit Sauce die durchweicht)
- Mindestens 2 Bundle-Optionen („Menü für 2“, „Familien-Deal“) die den Durchschnittsbon über 35 EUR heben – denn je höher der Bon, desto weniger schmerzt die Provision prozentual
Die perfekte Lieferkarte hat 12-20 Positionen, einen Durchschnittsbon von über 25 EUR und einen Wareneinsatz unter 28%. Alles andere frisst deinen Gewinn.
Strategie 5: Die Langfrist-Rechnung – Migration auf eigenes System
Das Endziel: So viele Kunden wie möglich auf dein eigenes Bestellsystem migrieren. Nicht von heute auf morgen. Sondern Bestellung für Bestellung.
Der Kostenvergleich bei 20.000 EUR Bestellvolumen pro Monat:
| System | Monatliche Kosten |
| Lieferando (Eigenlieferung, 14%) | ~2.800 EUR |
| Lieferando (Plattform-Fahrer, 30%) | ~6.000 EUR |
| Eigenes System (Dishly, OrderSmart etc.) | 150-300 EUR |
Differenz pro Jahr: 30.000-69.000 EUR.
Bei einem Migrationsziel von 30% der Bestellungen auf das eigene System innerhalb eines Jahres sparst du 9.000-20.700 EUR Provision. Allein durch den Gutschein in der Tüte und den QR-Code.
Die Plattform bleibt dabei als Neukundenkanal bestehen. Du nutzt Lieferando, um Gäste zu finden. Und dein eigenes System, um sie zu halten.
Wann sich welches Modell lohnt
Nicht jedes Restaurant braucht dieselbe Lieferstrategie. Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab:
Faktor 1: Dein Wareneinsatz
| Wareneinsatz | Empfehlung |
| Unter 25% (Pizza, Pasta, Bowls) | Plattformen können profitabel sein – auch mit 30% Provision |
| 25-35% (Standard-Restaurant) | Nur mit Eigenlieferung (13-14%) oder Preisanpassung |
| Über 35% (Fine Dining, Fisch, Steak) | Lieferung über Plattformen fast immer unprofitabel |
Faktor 2: Dein Bestellvolumen
| Bestellungen/Tag | Empfehlung |
| Unter 15 | Plattform nutzen, aber aktiv auf Direktbestellung migrieren |
| 15-40 | Eigenlieferung prüfen (eigener Fahrer ab ~30/Tag rentabel) |
| Über 40 | Eigenes Bestellsystem aufbauen, Plattform nur als Neukundenkanal |
Faktor 3: Deine Stammgast-Quote bei Lieferung
Wenn 60%+ deiner Lieferbestellungen von Wiederholungskäufern kommen, zahlst du Provision für Gäste, die du längst hättest migrieren können. Je höher die Stammgast-Quote, desto dringender der eigene Bestellkanal.
Die eine Kennzahl die alles verändert: Kosten pro Neukunde
Wenn du Lieferplattformen als Neukundenkanal betrachtest (nicht als Bestellsystem), ändert sich die gesamte Rechnung.
Angenommen: Du zahlst 8,41 EUR Provision pro Bestellung. Der Gast bestellt 3 Mal über Lieferando, bevor du ihn auf dein eigenes System migrierst. Danach bestellt er 20 Mal direkt bei dir.
Deine Kundenakquise-Kosten: 3 × 8,41 EUR = 25,23 EUR
Dein Umsatz über die nächsten 20 Bestellungen: 20 × 30 EUR = 600 EUR (provisionsfrei)
25 EUR Akquise für 600 EUR Folge-Umsatz. Das ist ein CAC (Customer Acquisition Cost) den jedes Marketing-Lehrbuch als exzellent bezeichnen würde.
Aber das funktioniert NUR, wenn du die Offline-Brücke baust. Ohne Migration bleibt jede Bestellung eine 30%-Bestellung. Mit Migration wird jede Bestellung nach der dritten provisionsfrei.
Im Kern ist genau das einer der 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren: Gäste länger binden und häufiger zurückholen. Lieferplattformen sind der Einstieg – dein eigenes System ist der Ort, an dem Stammgäste entstehen.
Praxisbeispiel: Wie ein Restaurant seine Lieferkosten um 60% gesenkt hat
Ein Coaching-Klient von mir – ein italienisches Restaurant in einer mittelgroßen Stadt – hatte folgende Ausgangslage:
- 400 Lieferbestellungen pro Monat über Lieferando (Plattform-Fahrer)
- Durchschnittlicher Bon: 28 EUR
- Provision: 30% → 3.360 EUR pro Monat an Lieferando
Nach 6 Monaten mit der Offline-Brücken-Strategie:
Monat 1-2: Gutschein in jeder Liefertüte („10 EUR auf deinen ersten Besuch bei uns“). QR-Code für Direktbestellung auf einer eigenen Landingpage. Ergebnis: 35 Restaurantbesucher, 22 Newsletter-Anmeldungen.
Monat 3-4: Eigene Lieferung eingeführt (Minijob-Fahrer, 520 EUR/Monat). 60% der Bestellungen auf Eigenlieferung umgestellt (14% statt 30%). Newsletter an 85 Abonnenten mit „Bestell direkt – 10% günstiger“. Ergebnis: 50 Direktbestellungen pro Monat über eigenes System.
Monat 5-6: 120 Direktbestellungen pro Monat. 280 über Lieferando (davon 200 Eigenlieferung, 80 Plattform-Fahrer).
Die neue Kostenrechnung:
| Kanal | Bestellungen | Provision | Kosten |
| Plattform-Fahrer (30%) | 80 | 30% | 672 EUR |
| Eigenlieferung (14%) | 200 | 14% | 784 EUR |
| Direktbestellung (eigenes System) | 120 | 0% | 45 EUR (Systemgebühr) |
| Eigener Fahrer (Fixkosten) | – | – | 520 EUR |
| Gesamt | 400 | – | 2.021 EUR |
Vorher: 3.360 EUR/Monat. Nachher: 2.021 EUR/Monat. Ersparnis: 1.339 EUR/Monat = 16.068 EUR/Jahr.
Und das Beste: Die 120 Direktbesteller sind jetzt in der eigenen Datenbank. Sie bekommen den Newsletter. Sie reagieren auf Aktionen. Sie kommen ins Restaurant. Sie werden Stammgäste.
Das ist der Unterschied zwischen „Lieferando nutzen“ und „Lieferando strategisch nutzen.“
Was ich hier nicht zeigen kann: Die genaue Reihenfolge und Kombination hängt von Variablen ab, die bei jedem Restaurant anders sind – Bestellvolumen, Standort, Konzept, Wareneinsatz. Deshalb hat dieses italienische Restaurant 6 Monate für den Übergang gebraucht, andere meiner Klienten schaffen es in 3.
Welche der 5 Strategien bei dir den größten Hebel hat und in welcher Reihenfolge du sie angehst, analysieren wir in einem kostenlosen 15-Minuten-Strategiegespräch. Kein Verkaufsgespräch, sondern Klarheit über deinen profitabelsten nächsten Schritt.
FAQ – Häufige Fragen zu Lieferplattformen
Darf ich auf Lieferando höhere Preise nehmen als im Restaurant?
Ja. Es gibt keine Pflicht zur Preisgleichheit. Die meisten Plattformen erlauben unterschiedliche Preisgestaltung. Viele große Ketten nutzen das bereits – kleine Restaurants tun es zu selten.
Was passiert wenn ich Lieferando verlasse?
Kurzzeitig verlierst du Sichtbarkeit und Bestellungen. Langfristig hängt es davon ab, wie gut dein eigenes System aufgebaut ist. Empfehlung: Nicht verlassen, sondern parallel aufbauen. Die Plattform bleibt als Neukundenkanal bestehen, während du den Bestand migrierst.
Ist Wolt besser als Lieferando?
Für manche Restaurants ja. Wolt hat niedrigere Provisionen in bestimmten Regionen und ist bei jüngeren Zielgruppen stärker. Strategisch gilt aber dasselbe Prinzip: Egal welche Plattform – dein Ziel ist die Migration auf eigene Kanäle.
Lohnt sich ein eigener Lieferdienst?
Ab ca. 30-40 Bestellungen pro Tag ja. Darunter sind die Fixkosten für Fahrer und Fahrzeug höher als die Provision. Die Zwischenlösung: Eigenlieferung über Lieferando-Marktplatz (13-14% statt 30%).
Was ist mit dem Schattenwebseiten-Problem?
Lieferando registriert Domains mit Restaurantnamen und leitet Bestellungen über eigene Mini-Sites. Dagegen hilft: Eigene Website prominent in Google positionieren, lokales SEO stärken, und bei Google My Business die eigene Bestell-URL hinterlegen – nicht die Lieferando-URL.
Funktioniert die Tüten-Gutschein-Strategie wirklich?
Ja. Die Einlöserate liegt bei 5-8% – klingt wenig, ist aber bei 500 Lieferungen pro Monat 25-40 neue Restaurantbesucher. Entscheidend: Der Gutschein muss attraktiv genug sein (mindestens 10 EUR), und die Direktbestell-Option muss einfacher sein als Lieferando (QR-Code direkt zur Bestellung).
Wie viel spare ich wirklich mit einem eigenen Bestellsystem?
Bei 20.000 EUR monatlichem Bestellvolumen: 2.500-5.700 EUR pro Monat, abhängig vom aktuellen Provisionsmodell. Das sind 30.000-69.000 EUR im Jahr. Selbst wenn du nur 30% der Bestellungen migrierst, sparst du 9.000-20.700 EUR jährlich.
Verliere ich Bestellungen, wenn ich die Preise auf Lieferando erhöhe?
Kurzfristig: möglicherweise 5-10% weniger Bestellungen. Langfristig: nein. Studien zeigen, dass Lieferkunden preisunempfindlicher sind als Vor-Ort-Gäste – sie zahlen bereits Liefergebühren und erwarten höhere Preise. Die meisten Ketten (McDonald's, Burger King, Subway) haben auf Lieferplattformen 15-25% höhere Preise als im Restaurant. Deine Gäste akzeptieren das, solange die Qualität stimmt.
Was mache ich, wenn Lieferando meine Domain registriert hat?
Das sogenannte Schattenwebseiten-Problem betrifft tausende Restaurants. Lieferando registriert Domains mit Restaurantnamen und leitet Bestellungen über eigene Mini-Sites. Drei Gegenmaßnahmen: (1) Eigene Website mit starkem lokalem SEO in Google nach oben bringen, (2) In Google My Business die eigene Bestell-URL hinterlegen statt die Lieferando-URL, (3) Bei Lieferando schriftlich die Löschung der Domain verlangen – rechtlich ist das durchsetzbar, auch wenn Lieferando es nicht einfach macht.
Welche Gerichte sollte ich NICHT auf Lieferplattformen anbieten?
Alles was bei 20+ Minuten Transportzeit Qualität verliert: Pommes (werden weich), offene Salate (welken), Steaks (werden zäh), Gerichte mit separater Sauce (weichen durch), Eis-Desserts (schmelzen). Außerdem: Alles mit über 35% Wareneinsatz – bei 30% Provision bleibt rechnerisch nichts übrig. Dein bester Freund auf der Lieferkarte: Gerichte in geschlossenen Behältern mit niedrigem Wareneinsatz (Bowls, Wraps, Pizza, Pasta, Suppen).
Die 5 Strategien auf einen Blick
| Strategie | Aufwand | Wirkung | Ab wann |
| 1. Lieferpreis-Anpassung (+15-20%) | Niedrig (1 Stunde) | Sofort: +3-5 EUR DB pro Bestellung | Tag 1 |
| 2. Eigenlieferung (13-14% statt 30%) | Mittel (Fahrer finden) | Ab 30 Lieferungen/Tag: ~3.800 EUR/Monat Ersparnis | 2-4 Wochen |
| 3. Offline-Brücke (Tüten-Karte + QR) | Niedrig (50 EUR/Monat) | 5-8% Einlöserate → 25-40 neue Direktkunden/Monat | Tag 1 |
| 4. Speisekarten-Optimierung | Mittel (Analyse nötig) | +50-100% Gewinn pro Bestellung | 1 Woche |
| 5. Eigenes Bestellsystem | Hoch (Setup + Migration) | 30.000-69.000 EUR/Jahr Einsparung (bei Vollmigration) | 3-6 Monate |
Die klügste Reihenfolge: Starte mit 1 und 3 (sofort, kein Aufwand), dann 4 (eine Woche Analyse), dann 2 (wenn Volumen stimmt), dann 5 (langfristiges Ziel). Nicht alles gleichzeitig – ein Schritt nach dem anderen.
Key Takeaways
- Lieferando verdient an deiner Bestellung mehr als du. Bei 30% Provision und 30 EUR Bestellwert bleiben dir 11,22 EUR DB I.
- Das eigentliche Problem ist der Datenbesitz. Lieferando-AGB §18: Keine Kundendaten für Marketing. Du kochst, die Plattform baut die Datenbank.
- Lieferplattformen als Neukundenkanal nutzen, nicht als Bestellsystem. 3 Bestellungen über Lieferando → Migration → 20 provisionsfreie Direktbestellungen.
- Die Offline-Brücke ist der Schlüssel: Gutschein in der Tüte, QR-Code, Newsletter-Anmeldung. Kosten: unter 10 Cent pro Lieferung.
- Schlankere Lieferkarte = mehr Gewinn. Nur Gerichte mit hoher Marge und Transportstabilität auf die Plattform.
- Eigenes Bestellsystem spart 30.000-69.000 EUR/Jahr (bei 20.000 EUR Monatsvolumen). Migration ist kein Entweder-Oder, sondern ein schrittweiser Übergang.
P.S. Wusstest du, dass 80% aller Gastronomen ihren größten Wachstumshebel nicht kennen? Mach den V.O.L.L.-Check – 2 Minuten, 11 Fragen. Du erfährst sofort, welcher der 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren bei dir am meisten bringt.




