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Pret a Manger: 717 Standorte, JAB-Reimann-Plattform, Drive-Thru-Pilot 2025 – Grab-and-Go im Wandel

Pret a Manger betreibt 717 Standorte in 19 Ländern (Stand 09/2025), davon 474 in UK und 67 in USA. Eigentümer ist seit 2018 JAB Holding (Familie Reimann) nach 1,5 Mrd Pfund Kaufpreis. 2025 testet Pret Drive-Thrus und eigene Meal-Deals als Antwort auf Supermarkt-Konkurrenz.

Michael Krause
Michael Krause
10 Min. Lesezeit
Pret a Manger: 717 Standorte, JAB-Reimann-Plattform, Drive-Thru-Pilot 2025 – Grab-and-Go im Wandel

Pret a Manger ist eine 1986 in London gegründete Grab-and-Go-Kette (frische Sandwiches, Salate, Suppen, Kaffee). Seit September 2018 gehört Pret zur JAB Holding (Familie Reimann), die 1,5 Mrd. Pfund für die Übernahme von Bridgepoint zahlte. Stand September 2025 betreibt Pret 717 Standorte in 19 Ländern und Territorien, davon 474 in Großbritannien (369 in London) und 67 in den USA. Gesamtumsatz 2024: 1,2 Mrd. Pfund weltweite Sales (+10 Prozent), wobei die operativen Konzern-Revenues laut Bericht um 4,2 Prozent auf 868,4 Mio. Pfund sanken (Quellen-Spreizung). Chairman ist José Cil (vorher CEO Restaurant Brands International). In Deutschland mindestens sechs Pret-Standorte 2024 (Berlin Hauptbahnhof via Franchise seit 2018, Berlin-City-Standorte via PM Nord seit 2023). Jüngste Trade-Press 2025/2026 berichtet vereinzelte Closures, kein vollständiger Marktaustritt.

Londoner Coffee-Shop-Innenraum am Morgen mit Pendlern, die vorgefertigte Sandwiches und Kaffee greifen, gedämpfte grau-burgund-rote Branding, Tageslicht von außen
Pret a Manger 2026: 717 Standorte in 19 Ländern (FY2024) unter JAB-Holding, Tagesfrische als Operations-Achse statt Marketing-Behauptung, Grab-and-Go-Format für Pendler.
  • Warum 717 Standorte in 19 Ländern in 39 Jahren ein langsamerer Wachstumspfad als Subway oder Starbucks ist
  • Wie JAB Holding (Reimann-Familie) Pret als Teil ihrer Plattform-Strategie führt
  • Warum Pret 2025 Drive-Thrus testet und eigene Meal-Deals einführt
  • Was die strikte Kein-Franchise-Strategie für Marken-Konsistenz leistet
  • Vier Lektionen für dein Restaurant: Tagesfrische, Subscription, Eigenbetrieb, Plattform-Owner
Was Warum das für dich wichtig ist
717 Standorte in 19 Ländern (09/2025) JAB-finanzierte globale Expansion in moderatem Tempo.
Eigentümer seit 09/2018: JAB Holding, Kaufpreis 1,5 Mrd Pfund Reimann-Familie als geduldiger Plattform-Owner ohne klassischen PE-Exit-Druck.
2025: Drive-Thru-Pilot + eigene Meal-Deal-Linie Strukturelle Format-Erweiterung – Pret reagiert auf Supermarkt-Konkurrenz.
Strikt kein Franchise-Modell (Eigenbetrieb plus selektive Lizenzen) Konsistente Marken-Operations als strategische Achse.

1986 in London: Beecham und Metcalfe erfinden Fresh-Grab-and-Go

Sinclair Beecham und Julian Metcalfe waren LSE-Studenten, als sie 1986 die erste Pret a Manger in der Victoria Street/London eröffneten. Das Konzept war 1986 neu in UK: Sandwiches, die täglich frisch im Standort selbst gemacht werden (nicht in zentraler Fabrik), Tagesfrische als Marken-Achse, am Tagesende ungekauftes Essen wird gespendet statt aufgehoben.

Bis 2001 wuchs Pret auf rund 100 Standorte in UK. Im selben Jahr übernahm McDonald's einen 33-Prozent-Anteil – ein ungewöhnlicher Move, der bis 2008 anhielt, dann verkaufte McDonald's an Bridgepoint Capital. Bridgepoint hielt Pret für zehn Jahre und ließ die internationale Expansion (USA, Hongkong, Naher Osten) laufen. Im September 2018 verkaufte Bridgepoint an JAB Holding für 1,5 Mrd. Pfund.

JAB Holding ist eine deutsche Familienholding der Reimann-Familie mit Sitz in Luxemburg. Portfolio umfasst Krispy Kreme, Caribou Coffee, Espresso House, Panera Bread, Peet's Coffee und Pret a Manger. Die Reimann-Familie ist als geduldige Plattform-Investorin bekannt – kein klassisches Buyout-PE mit 5-Jahres-Exit-Zwang.

Cinematic-Aufnahme eines Corporate-Boardrooms mit Executives, Glaswänden, urbaner Skyline im Hintergrund, neutrale editoriale Töne
JAB Holding als Eigentümer seit 2018: Reimann-Familienholding mit 10-15-Jahres-Horizont, kein klassisches Buyout-PE — erlaubt Pret, in Konsistenz statt Skalierungs-Tempo zu investieren.

Tagesfrische als Operations-Achse

Pret-Sandwiches werden täglich in jedem Standort frisch gemacht – nicht in einer Zentralfabrik. Das ist eine operative Entscheidung mit drei Effekten.

Erstens: Höhere Operations-Kosten pro Standort (mehr Personal in der Küche, höhere Lebensmittel-Verluste). Pret-Sandwiches sind entsprechend teurer als Subway oder Tesco Meal Deals.

Zweitens: Sichtbare Frische als Marketing-Substitut. Gäste sehen, wie ihr Sandwich gemacht wird. Das ersetzt jede Werbe-Behauptung über Frische.

Drittens: End-of-Day-Charity-Programm. Was am Tagesende nicht verkauft wurde, wird an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet. Das ist Marken-Differenzierung plus Marketing-Wert – Pret bekommt regelmäßig positive Press für die Spende-Mechanik.

Das Tagesfrische-Modell skaliert schwieriger als Pre-Sliced-Subway oder Tiefkühl-Meal-Deals. Aber es trägt die Marken-Identität.

Close-up von vorgefertigten frischen Sandwiches in Karton-Verpackungen auf einem Kühlregal mit Grab-and-Go-Ästhetik, neutrale Beleuchtung
Tagesfrische als Operations-Achse: alle nicht verkauften Sandwiches gehen abends an Wohltätigkeitsorganisationen statt in Folgetags-Verkauf. Skaliert schwieriger als Pre-Sliced — trägt aber die Marken-Identität.

2025: Drive-Thru-Pilot und eigene Meal-Deal-Linie

Pret hat 2025 zwei strukturelle Innovationen gestartet, die das traditionelle Innenstadt-Pret-Modell erweitern.

Erstens: Drive-Thru-Standorte. Pret testet 2025 erste Drive-Thru-Pilot-Filialen außerhalb der klassischen Innenstadt-Lagen. Das ist eine Format-Anpassung an US-Standorte und an Suburban-Märkte in UK. Die Frage ist, ob das Tagesfrische-Modell in Drive-Thru-Operations operativ funktioniert.

Zweitens: Pret-Meal-Deals. In den letzten drei Monaten 2025 hat Pret eine eigene Meal-Deal-Linie eingeführt – Sandwich plus Drink plus Snack zu einem Festpreis, vergleichbar mit Tesco's bekannten Meal Deals. Das ist eine direkte Antwort auf die Supermarkt-Konkurrenz, die Pret-Stammgäste in der Mittagspause zunehmend zu sich zieht. Klassisches Sandwich-Lunchen ist in UK seit 2022 strukturell durch Inflation und Hybrid-Working unter Druck.

Die Subscription-Evolution Pret (Start 09/2020 als YourPret Barista 20 Pfund/Monat → 04/2023 Club Pret 30 Pfund/Monat → 09/2024 Reset zu 50-Prozent-off-Modell für 5 bzw. 10 Pfund/Monat) bleibt ein wichtiger Loyalty-Hebel. Es ist eine der erfolgreichsten Restaurant-Subscriptions weltweit, mit Hunderttausenden aktiven Abonnenten in UK.

Smartphone, das eine Kaffee-Subscription-App-Oberfläche zeigt, vor einer Kaffeetasse auf einem Holz-Café-Tisch, flache Schärfentiefe
Pret Coffee Subscription (Evolution 09/2020 YourPret Barista 20p → 04/2023 Club Pret 30p → 09/2024 Reset auf 50%-off-Modell 5/10p): eine der erfolgreichsten Restaurant-Subscriptions weltweit, Hunderttausende aktive Abonnenten in UK — Loyalty-Hebel über digitale Schiene.

Strikt kein Franchise: Konsistenz statt Skalierungs-Tempo

Pret hat in 39 Jahren bewusst auf klassisches Franchise-Modell verzichtet. Eigene Standorte werden vom Konzern selbst betrieben, internationale Märkte werden über selektive Master-Lizenzen entwickelt (mit strengen Operations-Standards). Das ist ein deutlicher Kontrast zu Subway oder Starbucks.

Der Effekt: langsamere Skalierung, aber höhere Marken-Konsistenz. 717 Standorte in 39 Jahren sind weniger als Subway in einem einzigen Jahr in den 2000ern aufbaute. Aber Pret hat keine vergleichbare Marken-Erosion erlebt.

JAB Holding als Eigentümer unterstützt diese Strategie. Die Reimann-Familie hat einen 10-15-Jahres-Investment-Horizont (oder länger), keinen 5-Jahres-PE-Exit-Druck. Das erlaubt Pret, in Konsistenz statt Tempo zu investieren.


Pret gegen Coffee Fellows: Zwei Plattform-Modelle

Pret und Coffee Fellows (vergleichbarer Plattform-Investor-Case ohne PE-Exit-Druck) sind beide unter geduldigen Plattform-Eigentümern (JAB beziehungsweise Tewes-Familie plus BWK). Beide haben ein striktes Konzept-Konsistenz-Modell. Aber sie skalieren unterschiedlich: Pret zentral mit Eigenbetrieb, Coffee Fellows mit Master-Franchise und Travel-Retail-Co-Branding.

Vergleich Pret a Manger Coffee Fellows
Standorte 717 in 19 Ländern 309 weltweit + 130 Tank-&-Rast-Co-Branding
Eigentümer JAB Holding (Reimann) 78 % Tewes-Familie + 22 % BWK
Skalierung Strikt Eigenbetrieb (kein Franchise) Mix Eigenbetrieb plus 4 Franchise-Modelle
Geografie-Fokus UK rund 70 %, USA 9 %, andere 25 % DE 78 % der Brand-Standorte
Avg Sandwich/Sub-Preis 5-8 Pfund 5-10 Euro

Beide Modelle funktionieren. Beide haben langfristige Eigentümer-Strukturen. Beide haben moderates aber konsistentes Wachstum. Der Unterschied ist hauptsächlich Geographie und Operations-Modell.


Was du als Café-/Sandwich-Operator daraus lernst – 4 Wachstumsfaktoren

Wachstumsfaktor 1: Tagesfrische als sichtbares Marken-Versprechen

Pret hat 39 Jahre lang Sandwiches im Standort selbst gemacht. Das ist operativ aufwendig, aber Marken-Achse.

Take-away: Frag dich, welcher Aspekt deiner Produktion sichtbar ist. Wenn deine Frische unsichtbar passiert, kann sie kein Marken-Argument sein. Mache mindestens einen Aspekt sichtbar – egal ob Theke, Pasta-Stelle oder Backofen.

Wachstumsfaktor 2: Subscription als Stammkunden-Bindungs-Mechanik

Pret 5 mit 30 Pfund/Monat unlimited Coffee ist eine der erfolgreichsten Restaurant-Subscriptions. Stammgäste, die täglich Pret-Coffee trinken, sparen Geld – und kommen jeden Tag.

Take-away: Wenn dein Lokal regelmäßige Frequenz hat (Coffee-Shop, Bäckerei, Mittagsrestaurant), prüf ein einfaches Subscription-Modell. Nicht für jeden Stammgast geeignet, aber für die 10 Prozent Hochfrequenz-Gäste sehr lukrativ.

Wachstumsfaktor 3: Eigenbetrieb als Konsistenz-Achse

Pret verzichtet auf klassisches Franchise und akzeptiert dafür langsamere Skalierung. Die Konsequenz ist konsistente Marken-Operations über 717 Standorte.

Take-away: Wenn deine Marke stark genug ist, hat Eigenbetrieb klare Vorteile. Wenn du wachsen willst aber nicht zu Lasten der Marken-Konsistenz, prüf das Pret-Modell statt das Subway-Modell.

Wachstumsfaktor 4: Plattform-Owner mit Langfrist-Horizont

JAB Holding investiert seit 2012 systematisch in Kaffee- und Casual-Dining-Marken. Pret ist Teil dieser Plattform-Strategie. Der Vorteil: gemeinsame Operations-Best-Practices, gemeinsame Supply-Chain, getrennte Marken-Identitäten.

Take-away: Wenn du mehrere Konzepte oder Marken betreibst, denk über eine Plattform-Struktur nach. JAB ist Konzern-Größe – aber das Prinzip skaliert auch für unabhängige Multi-Standort-Operatoren.

Wenn du verstehen willst, warum unabhängige Restaurants in dieser Logik strukturell überlegen sein können, lies warum Restaurantketten scheitern.


Wenn dein Konzept Tagesfrische verspricht

Pret zeigt: Tagesfrische plus Eigenbetrieb skaliert auf 717 Standorte in 19 Ländern – wenn der Eigentümer geduldig genug ist. Das ist langsamer als Subway. Aber konsistenter.

Für dein Restaurant stellt sich die Frage konkret: Ist deine Frische sichtbar? Hast du einen Eigenbetrieb-Vorteil, den dein Konkurrent nicht hat? Wer hält die Eigentümer-Struktur lange genug zusammen? Der V.O.L.L.-Check zeigt dir in 3 Minuten, welcher der vier GastroInsider Wachstumsfaktoren dein Restaurant am stärksten bremst.


Häufige Fragen

Gibt es Pret a Manger in Deutschland?

Mindestens sechs deutsche Pret-Standorte 2024. Pret startete 2018 mit einer Filiale am Berlin Hauptbahnhof (über einen Franchise-Operator). Ein zweiter Berlin-Push folgte 2023 über PM Nord (Berliner City-Standorte). Trade-Press 2025/2026 berichtet vereinzelte Closures, kein vollständiger Marktaustritt dokumentiert. Schweiz: mindestens fünf Filialen 2019 bis 2023. Österreich: keine Filialen 2026. JAB Holdings konzentriert sich aktuell auf UK (rund 70 Prozent der Pret-Standorte), USA-Ausbau und EU-Märkte wie Frankreich und Spanien.

Wem gehört Pret a Manger?

Seit September 2018 JAB Holding (Familie Reimann, deutsche Plattform-Investorin mit Sitz in Luxemburg). JAB hat 1,5 Mrd. Pfund für die Übernahme von Bridgepoint Capital bezahlt. Davor: McDonald's hielt 33 Prozent von 2001 bis 2008. Bridgepoint Capital von 2008 bis 2018. Sinclair Beecham und Julian Metcalfe als Gründer 1986 bis 2008.

Was ist Pret a Manger?

Pret a Manger ist eine 1986 in London gegründete Grab-and-Go-Kette für frisch zubereitete Sandwiches, Salate, Suppen, Wraps und Kaffee. Das Konzept-Kerngerüst: Tagesfrische (Produktion in jedem Standort selbst, nicht in Zentralfabrik), End-of-Day-Spenden-Programm, Pret 5 Coffee-Subscription für 30 Pfund/Monat (seit 2020). Strikt kein Franchise-Modell.

Wie funktioniert die Pret Subscription?

Pret 5 (gestartet 2020) ist eine Coffee-Subscription für 30 Pfund pro Monat. Abonnenten können bis zu fünf Drinks pro Tag in Pret-Standorten erhalten (Coffee, Tea, Hot Chocolate, Iced Drinks). Die Subscription gilt UK-weit und wurde später auch in den USA eingeführt. Sie ist eine der weltweit erfolgreichsten Restaurant-Subscriptions, mit Hunderttausenden aktiven Abonnenten in UK.

Wie viele Pret-Filialen gibt es?

Stand September 2025: 717 Standorte in 19 Ländern und Territorien. Davon 474 in Großbritannien (369 in London), 67 in USA, plus Filialen in Hongkong, Frankreich, Spanien, Indien und anderen Märkten. Pret plant für 2026/2027 weitere Drive-Thru-Standorte und USA-Ausbau.

Wer hat Pret a Manger gegründet?

Sinclair Beecham und Julian Metcalfe, beide LSE-Studenten zur Gründungszeit, eröffneten 1986 die erste Pret-Filiale in der Victoria Street/London. Julian Metcalfe gründete später (1997) auch die Restaurant-Kette Itsu (japanisch inspirierte Fast-Casual-Kette). Beide Pret-Gründer verkauften ihre Anteile, als McDonald's 2001 33 Prozent übernahm.

Was bedeutet Pret a Manger auf Französisch?

Pret a Manger heißt auf Französisch sinngemäß bereit zum Essen oder fertig zum Verzehr. Der Name spiegelt das Konzept: bereit-gemachte, frische Sandwiches und Mahlzeiten, die sofort verzehrfertig sind. Der französische Name war 1986 in London bewusst gewählt, um sich von amerikanischen Sandwich-Ketten wie Subway abzugrenzen.


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