Kosten & Gewinn

Restaurant Gewinn steigern: 11 Stellschrauben die wirklich funktionieren

Wie du als Gastronom mehr Gewinn machst – mit 11 konkreten Stellschrauben aus 25 Jahren Praxis. Umsatz, Kosten und Effizienz systematisch optimieren.

Michael Krause
Michael Krause
14 Min. Lesezeit
Restaurant Gewinn steigern: 11 Stellschrauben die wirklich funktionieren

Vor einigen Monaten saß ich mit einem Gastronomen zusammen, dessen Restaurant jeden Monat ausverkauft war.

Vollbesetzte Tische, Wartelisten am Wochenende, ein Umsatz der sich im Vergleich zum Vorjahr um 22% gesteigert hatte. Und trotzdem: Am Ende des Monats war kaum etwas übrig.

Er hatte dasselbe getan, was die meisten Gastronomen tun, wenn der Druck steigt.

Mehr Umsatz drücken.

Aktionen, Rabatte, ein zweites Werbemittel. Alles auf Wachstum. Keine Zeit für den Blick hinters System.

Was er übersah: Gleichzeitig mit dem Umsatz stiegen seine Personalkosten, sein Wareneinsatz und seine Energierechnung. Der Gewinn wuchs nicht. Er schrumpfte.

32% aller deutschen Restaurantbetriebe arbeiten mit negativen Margen. Das ist kein Einzelfall – das ist Branchenrealität.

Aktuelle Branchenzahlen zeigen: 32% der Gastronomiebetriebe in Deutschland arbeiten mit negativen Gewinnmargen. Nur 30% sind profitabel – mit einer Marge über 5%. Der Rest? Arbeitet für die Kosten, nicht für sich.

Die durchschnittliche Nettomarge im Restaurant lag vor 2020 bei 3–5%. Heute ist sie für viele Betriebe nahe null oder im negativen Bereich – vor dem eigenen Unternehmerlohn.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du das systematisch änderst.

Nicht mit einer Maßnahme. Nicht mit einem Tipp.

Sondern mit 11 konkreten Stellschrauben, die ich in 25 Jahren mit über 950 Betrieben erprobt habe – aufgeteilt in drei Gewinn-Hebel. Das ist das Modell das ich die Gewinn-Drehscheibe nenne: drei Hebel, elf Stellschrauben, ein System das sich dreht.

TL;DR: 32% der deutschen Gastronomiebetriebe arbeiten mit negativen Gewinnmargen – weil sie nur an Umsatz denken, nicht ans Verhältnis. Dieser Artikel erklärt die 3 Gewinn-Hebel und 11 Stellschrauben, mit denen Gastronomen ihre Nettomarge systematisch auf 8–12% steigern können. Umsatz allein reicht nicht – es kommt darauf an, welche Schrauben du in welcher Reihenfolge drehst.

Warum “mehr Umsatz” allein nicht reicht

Mehr Umsatz klingt nach der logischen Antwort. Mehr Gäste, mehr Einnahmen, mehr Gewinn.

Das Problem: Umsatz und Gewinn sind entkoppelt.

Hier ist die Formel, die du dir einmal klar machen solltest:

Gewinn = Umsatz – (Warenkosten + Personalkosten + Fixkosten)

Das Entscheidende liegt nicht im ersten Teil der Formel. Sondern im zweiten.

Ein Restaurant mit 1,2 Millionen Euro Jahresumsatz und 40% Personalkosten, 34% Wareneinsatz und 22% Fixkosten hat eine Nettomarge von 4%. Das sind 48.000 Euro Gewinn.

Jetzt steigerst du den Umsatz um 15% – auf 1,38 Millionen. Aber weil Personalkosten mitwachsen (mehr Schichten, mehr Aushilfen), der Wareneinsatz steigt und du für die Werbeaktion 8.000 Euro ausgegeben hast, bleibt deine Marge bei 3,2%.

Ergebnis: 44.160 Euro Gewinn – weniger als vorher, bei mehr Arbeit.

Das ist die Kosten-Fokus-Falle in ihrer tückischsten Form: Mehr Umsatz kann weniger Gewinn bedeuten, wenn du nicht weißt welche Schrauben du drehst.

Der echte Hebel liegt im Verhältnis – nicht in einer einzelnen Zahl.

Was eine gute Gewinnmarge für deinen Betriebstyp bedeutet, wie du sie berechnest und welche Benchmarks wirklich realistisch sind, erkläre ich im Tiefergehenden Artikel zum Thema Gewinnmarge in der Gastronomie.

Die Kosten-Fokus-Falle: Mehr Umsatz führt zu weniger Gewinn im Restaurant
Das Paradox: Umsatz steigt auf 1,38 Mio. € – Gewinn sinkt auf 44.160 €. Die Kosten wachsen schneller als der Umsatz.

Die 3 Gewinn-Hebel im Überblick

In 25 Jahren habe ich keine Ausnahme gefunden.

Jeder Weg zu mehr Gewinn führt über einen dieser drei Hebel – oder über eine Kombination davon:

Hebel 1: Mehr Umsatz: mehr Gäste, höherer Bon, häufigere Besuche. Der Wachstums-Hebel.

Hebel 2: Weniger Kosten: Waren, Personal, Fixkosten. Der Effizienz-Hebel von innen.

Hebel 3: Mehr Effizienz: Tisch-Rotation, Speisekarten-Struktur, Prozesse. Der unsichtbare Multiplikator.

Die meisten Gastronomen konzentrieren sich auf Hebel 1 oder Hebel 2 – selten auf beide gleichzeitig, fast nie auf Hebel 3.

Das Besondere: Wenn alle drei Hebel gleichzeitig aktiv sind, entsteht kein additiver Effekt, sondern ein multiplikativer. Dazu gleich mehr.

Der 3-Hebel-Motor der Gewinn-Drehscheibe: Umsatz, Kosten und Effizienz im Restaurant
3 Hebel, 11 Stellschrauben, ein koordiniertes System: So funktioniert die Gewinn-Drehscheibe.

Hebel 1 – Umsatz strategisch steigern

Stellschraube 1: Durchschnittsbon systematisch erhöhen

Der schnellste Weg zu mehr Umsatz ohne neue Gäste zu brauchen.

Ein Bon-Anstieg von 10% bei gleicher Gästeanzahl bedeutet 10% mehr Umsatz – ohne einen Euro Mehrkosten für Marketing, Werbung oder neue Kapazitäten.

Meine Coaching-Klienten die am Bon arbeiten, sehen in den ersten 90 Tagen +12–22% Bonwachstum. Das sind bei einem Restaurant mit 250 Deckungen/Woche und 28 Euro Bon zwischen 100 und 190 Euro mehr Umsatz pro Tag.

Klingt nicht dramatisch?

Das sind 36.500 bis 69.350 Euro im Jahr – durch Systemarbeit am Tisch, nicht durch eine einzige Aktion.

Was dahintersteckt: Speisekarten-Psychologie, Service-Skripte, Upselling-Momente die sich natürlich anfühlen (und nicht wie Verkauf). Den vollständigen Mechanismus dazu erkläre ich im Satellit-Artikel zum Thema Durchschnittsbon steigern im Restaurant.

Stellschraube 2: Auslastung an schwachen Tagen

Dienstag, Mittwoch, früher Donnerstag – in den meisten Betrieben läuft hier kaum etwas.

Das Problem: Die Fixkosten laufen trotzdem. Personal ist (meistens) da. Die Küche heizt. Der Strom zählt.

Ein Restaurant das an 5 Abenden pro Woche betreibt und montags bis mittwochs nur 35% Auslastung hat, lässt systematisch Gewinn liegen.

Nicht weil keine Gäste da wären – sondern weil kein Anlass existiert.

Event-Formate, Slow-Day-Strategien, zielgruppenspezifische Angebote für genau diese Tage: Das ist der Hebel. Nicht mehr Werbung generell, sondern gezielt auf die Tage die Geld kosten statt bringen.

Stellschraube 3: Stammgäste reaktivieren

Die teuerste Art Gäste zu gewinnen ist Neukundenakquise.

Der günstigste Weg zu mehr Umsatz: Gäste zurückbringen die schon einmal bei dir waren und einfach aufgehört haben zu kommen.

68% der Gäste die nicht mehr kommen, sind nicht wegen schlechtem Essen gegangen. Sondern wegen wahrgenommener Gleichgültigkeit.

Ein einfaches Reaktivierungssystem – eine persönliche Ansprache, ein konkreter Anlass, ein echter Grund zurückzukommen – kann innerhalb von 30 Tagen messbare Ergebnisse bringen. Meine Klienten die das systematisch umsetzen, sehen 20–40% der angeschriebenen Gäste zurückkommen.

Auslastung an schwachen Tagen und Stammgäste reaktivieren: Stellschrauben 2 und 3 für mehr Restaurant-Gewinn
Mo–Mi mit nur 35% Auslastung – bei 100% laufenden Fixkosten. 68% der abwandernden Gäste gehen wegen wahrgenommener Gleichgültigkeit, nicht wegen schlechtem Essen.

Stellschraube 4: Events und Sonderformat-Umsatz

Ein Restaurant das nur à la carte Abende betreibt, verkauft Tischfläche.

Ein Restaurant das Events, Dinner-Formate, Themenabende oder Firmenveranstaltungen aktiv vermarktet, verkauft Erlebnisse – zu höheren Margen, mit höherem Bon und deutlich besserem Planungsvorhersage.

Catering, Hochzeiten, Firmenevents: Alle haben gemein, dass der Umsatz pro m² deutlich über dem Tagesgeschäft liegt.

Der komplette Umsatz-Leitfaden – alle vier Wachstumsfaktoren, alle Hebel – steht im Artikel Gastronomie Umsatz steigern. Der Hub für Hebel 1.

Hebel 2 – Kosten ohne Qualitätsverlust senken

Das ist der Bereich wo am meisten Geld liegt das heute noch unsichtbar verloren geht.

Ich nenne das Stille Gewinn-Lecks: Kosten die schleichend steigen, weil niemand sie systematisch misst oder steuert.

Stille Gewinn-Lecks abdichten: Wareneinsatz, Personalkosten und Betriebskosten-Audit in der Gastronomie
Das Geld das heute unsichtbar verloren geht: Wareneinsatz kalibrieren, Personalkosten als Quote steuern, Preispsychologie nutzen, großes Betriebskosten-Audit.

Stellschraube 5: Wareneinsatz systematisch optimieren

Der Ziel-Wareneinsatz für ein gesundes Restaurant liegt bei 28–32% des Umsatzes.

Aktuelle Branchendaten zeigen: Viele Betriebe liegen bei 34–38% – manchmal höher.

Der Unterschied zwischen 28% und 34% Wareneinsatz bei einem Restaurant mit 800.000 Euro Jahresumsatz: 48.000 Euro – die direkt aus dem Gewinn verschwinden.

Die Ursachen sind selten Einkaufspreise allein. Sie liegen in der Portionskontrolle, der Speisekarten-Kalkulation, dem Food Waste, der Bestellstruktur und dem Verständnis welche Gerichte wirklich Marge bringen – und welche nur Umsatz.

Stellschraube 6: Personalkosten als Prozentsatz steuern

Der häufigste Fehler: Personalkosten als Absolutbetrag im Blick behalten.

“Wir haben 14 Mitarbeiter. Das kostet X Euro im Monat.”

Das sagt nichts.

Die richtige Frage lautet: Welchen Prozentsatz meines Umsatzes gibt mein Personal aus? Und wie verhält sich dieser Prozentsatz im Vergleich zu meinem Benchmark für diesen Betriebstyp?

Für ein Full-Service-Restaurant liegt der gesunde Bereich bei 30–36%. Über 40% ist heute in vielen Betrieben Realität – und der erste Ort wo Gewinn systematisch verloren geht.

Personalplanung nach Umsatz-Prognose statt nach “wir fahren immer so” – das ist der Hebel.

Nicht weniger Personal. Smarteres Personal-Management.

Stellschraube 7: Preispsychologie

Kurz.

Es gibt eine psychologische Preisformel die ich in meiner Erfahrung mit über 950 Betrieben bei richtiger Anwendung den Durchschnittsbon um 12–18% steigert – ohne einen Cent Mehrkosten.

Kein Upselling. Keine höheren Einkaufspreise. Kein neues Angebot.

Nur die Art wie Preise dargestellt, positioniert und kontextuiert werden.

Den Mechanismus dahinter nenne ich absichtlich nicht hier. Er ist Teil des Gewinn-Checks den du unten herunterladen kannst – mit konkreter Anleitung zur Anwendung in deinem Betrieb.

Stellschraube 8: Betriebskosten-Audit

Energie, Wartungsverträge, Softwarelizenzen, Versicherungen, Serviceverträge.

In den meisten Restaurants sind diese Posten seit Jahren nicht systematisch überprüft worden. Meine Erfahrung: Ein strukturiertes Betriebskosten-Audit findet in fast jedem Betrieb 3–8% Einsparpotenzial – ohne Qualitätsverlust, ohne Servicereduzierung.

Die zehn konkreten Hebel dafür – inklusive einer Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Audit – stehen im Artikel Restaurant Betriebskosten senken.

Wenn du alle Kostenhebel auf einmal angehen willst: Der vollständige Tiefen-Artikel mit dem kompletten System für die Kostenseite ist Restaurant Gewinn steigern ohne mehr Umsatz – dort findest du jeden Kosten-Hebel ausführlich erklärt.

Preispsychologie und Betriebskosten-Audit als Stellschrauben 7 und 8 für mehr Restaurant-Gewinn
Stellschraube 7: Preispsychologie bringt +12–18% Durchschnittsbon ohne Mehrkosten. Stellschraube 8: Ein strukturiertes Audit deckt in fast jedem Betrieb 3–8% Einsparpotenzial auf.

Gewinn-Check: 11 Stellschrauben sofort bewerten

Bevor du weiterliest: Weißt du bei welcher Stellschraube dein Betrieb gerade am meisten verliert?

Im Gewinn-Check bekommst du die konkreten Benchmarks für deinen Betriebstyp und eine Priorisierungsmatrix – damit du weißt, wo du anfangen sollst.

Gewinn-Check herunterladen →

Hebel 3 – Effizienz als unsichtbarer Gewinn-Multiplikator

Das ist der Hebel der am häufigsten unterschätzt wird.

Kein direktes Umsatzwachstum. Keine direkte Kostensenkung. Sondern: Das gleiche Restaurant, mit den gleichen Gästen und dem gleichen Personal – das strukturell mehr Gewinn erzielt.

Stellschraube 9: Die Speisekarte als Gewinn-Instrument

Eine Speisekarte ist kein Verzeichnis deines Angebots.

Sie ist dein wichtigstes Verkaufsinstrument.

Und die meisten Speisekarten sind schlecht gebaut – nicht weil die Gerichte schlecht wären, sondern weil niemand die Karte je als Gewinn-Instrument analysiert hat.

Menu Engineering – die systematische Analyse welche Gerichte hohe Marge und hohe Popularität haben – zeigt in der Praxis 10–15% Gewinnsteigerung. In Einzelfällen 27% und mehr.

Das Prinzip: Weniger Gerichte, besser positioniert. Die Stars sichtbar machen. Die “Hunde” – Gerichte mit niedriger Marge und niedriger Popularität – konsequent rausnehmen oder neu kalkulieren.

Eine ABC-Analyse deiner Speisekarte braucht einen Nachmittag. Sie kann mehrere Tausend Euro Mehrgewinn im Jahr bedeuten.

Stellschraube 10: Tischumschlag ohne Hetze

Das klingt nach Kompromiss.

Mehr Tischumbschläge bedeutet mehr Deckungen, mehr Umsatz, mehr Gewinn. Aber Gäste die sich gehetzt fühlen, kommen nicht wieder.

Es gibt eine Methodik die den Tischumschlag um 20–35 Minuten verkürzt – ohne dass Gäste sich gehetzt fühlen.

Diese Technik habe ich von einer Restaurantkette adaptiert die damit 38% mehr Abenddeckungen erreicht. Sie basiert nicht auf schnellerem Service, sondern auf der Steuerung des Gästeerlebnisses in bestimmten Momenten des Abends.

Den Mechanismus dahinter beschreibe ich absichtlich nicht vollständig hier. Er ist Teil der Strategiegespräche die ich mit Klienten führe – und im Gewinn-Check findest du erste Anwendungsprinzipien.

Stellschraube 11: Der V.O.L.L.-Multiplikator-Effekt

Hier liegt das größte ungenutzte Potenzial.

Die GastroInsider 4 Wachstumsfaktoren – Voll, Öfter, Lukrativer, Loyaler – funktionieren einzeln gut.

Aber wenn alle vier gleichzeitig aktiv sind, entsteht ein Multiplikator-Effekt der sich im Gewinn nicht addiert, sondern multipliziert.

Beispiel: 10% mehr Gäste (Voll) × 10% häufigere Besuche (Öfter) × 10% höherer Bon (Lukrativer) × 10% mehr Empfehlungen durch Stammgäste (Loyaler) ergibt nicht +40% Umsatz.

Es ergibt +46,4%.

Und auf der Gewinnseite – bei konstanten Fixkosten – ist der Hebel noch größer, weil jeder zusätzliche Euro Umsatz mit deutlich höherer Marge durchläuft als der Basis-Umsatz.

Den vollständigen Mechanismus dahinter – wie die vier Faktoren sich gegenseitig verstärken und welche Reihenfolge in der Aktivierung den stärksten Effekt hat – erkläre ich im Newsletter. Wer sich für den GastroInsider Newsletter anmeldet, bekommt diesen Mechanismus als erste Nachricht.

Der V.O.L.L.-Multiplikator-Effekt: Voll, Öfter, Lukrativer, Loyaler für mehr Restaurant-Gewinn
Der V.O.L.L.-Multiplikator: 4 × 10% ergibt nicht +40%, sondern +46,4% Umsatzsteigerung – mit exponentieller Hebelwirkung direkt auf die Nettomarge.

Der Gewinn-Check – Wo verlierst du gerade am meisten?

Bevor du anfängst alle 11 Stellschrauben gleichzeitig zu drehen, brauchst du eine Diagnose.

Vier Fragen die dir den Weg weisen:

1. Wie hoch ist deine aktuelle Nettomarge? Unter 5%: Sofortbedarf. Unter 2%: Kritisch.

2. Wo liegt dein Wareneinsatz? Über 33%: Stellschraube 5 zuerst. Über 38%: Sofortmaßnahmen.

3. Wie hoch ist deine Personalkostenquote? Über 40%: Dienstplanstruktur analysieren. Über 45%: Systemfehler.

4. Wann hast du zuletzt deinen Durchschnittsbon aktiv gemessen? Nie: Stellschraube 1 und 7 sofort.

Diese vier Fragen zeigen wo dein spezifischer Hebel liegt. Kein Restaurant hat an allen 11 Stellschrauben gleichzeitig den größten Handlungsbedarf.

Im Gewinn-Check bekommst du die konkreten Benchmarks für deinen Betriebstyp (Vollservice, Casual, QSR, Café) und eine Priorisierungsmatrix die dir sagt, welche drei Stellschrauben bei deinem Modell den höchsten Hebel haben.

Gewinn-Check herunterladen: 11 Stellschrauben sofort bewerten →

Fallstudie – Von 3% auf 11% Marge in 14 Monaten

Ein Klient aus Regensburg – ein italienisches Restaurant im Stadtgebiet, kein Topstandort, normale Auslastung – hatte genau das Problem das ich zu Beginn beschrieben habe.

Umsatz wuchs jedes Jahr um 8–12%. Gewinn wuchs nicht. 3% Nettomarge in einem guten Jahr.

Er hatte Hebel 1 die ganze Zeit allein gedrückt.

Was wir gemeinsam gemacht haben, in dieser Reihenfolge:

Zuerst Diagnose. Wareneinsatz lag bei 36,2%. Personalkostenquote bei 42,8%. Zwei Sofort-Lecks, beide auf der Kostenseite.

Dann Speisekarte neu aufgebaut. Nicht weniger Auswahl – aber strukturiert nach Marge und Nachfrage. 11 Gerichte gestrichen. Preispositionierung angepasst. Ergebnis nach 8 Wochen: Wareneinsatz auf 29,1%.

Gleichzeitig Dienstplansteuerung eingeführt. Nicht weniger Personal – aber nach Umsatzprognose geplant statt nach Gewohnheit. Personalkostenquote nach 6 Monaten: 36,4%.

Dann Bon-Arbeit. Service-System überarbeitet, Empfehlungsmomente definiert. Bon stieg von 17 EUR auf 30 EUR.

Dann Schwache Tage. Zwei Event-Formate eingeführt, Dienstag und Mittwoch gezielt aktiviert.

14 Monate nach Beginn der Zusammenarbeit: Nettomarge 11,3% – bei einem Jahresumsatz der inzwischen auf über 240.000 EUR Mehrertrag im Vergleich zum Ausgangspunkt gewachsen war.

Das war keine Magie. Das war System.

Nicht eine Stellschraube. Elf – in der richtigen Reihenfolge, mit den richtigen Benchmarks.

Die Gewinn-Drehscheibe: 11 Stellschrauben für mehr Gewinn in der Gastronomie – Übersicht
Die Gewinn-Drehscheibe im Überblick: 11 Stellschrauben in drei Bereichen. Ziel-Benchmarks: Wareneinsatz 28–32%, Personalkosten 30–36%, Nettomarge 8–12%.

Fazit – Der Gewinn ist das Resultat eines Systems, nicht einer Maßnahme

Mehr Umsatz allein macht kein Restaurant profitabler.

Mehr Gewinn entsteht, wenn du verstehst welche der drei Hebel du wann in welcher Reihenfolge drückst – und welche der 11 Stellschrauben bei deinem Betriebsmodell den größten Hebel hat.

Die meisten Gastronomen wissen was sie tun müssen. Sie wissen nur nicht wo sie anfangen sollen.

Deshalb habe ich den Gewinn-Check entwickelt: konkrete Benchmarks für deinen Betriebstyp, eine klare Priorisierungsmatrix, die ersten Schritte für jede Stellschraube.

Er ist kostenlos.

Zum GastroInsider Newsletter anmelden und Gewinn-Check erhalten →

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Gewinn macht ein Restaurant durchschnittlich?

Die typische Nettomarge eines unabhängigen Restaurants in Deutschland lag vor 2020 bei 3–5% des Umsatzes. Heute ist sie für viele Betriebe deutlich niedriger – aktuellen Branchendaten zufolge arbeiten rund 32% der Gastronomiebetriebe mit negativen Gewinnmargen. Nur etwa 30% erzielen eine Marge von mehr als 5%. Das Ziel sind 8–12% – erreichbar durch systematische Arbeit an den drei Gewinn-Hebeln Umsatz, Kosten und Effizienz.

Was ist eine gute Gewinnmarge für ein Restaurant?

Als Faustregel gilt: Unter 3% Nettomarge ist kritisch, 5–8% ist solide, über 10% ist gut geführt. Der konkrete Zielwert hängt vom Betriebstyp ab. Ein Café mit niedrigem Wareneinsatz kann 12–15% erzielen. Ein Fine-Dining-Betrieb mit hohem Personalaufwand ist bei 7–9% schon gut aufgestellt. Entscheidend ist nicht der absolute Wert, sondern wie er sich zu deinem Betriebsmodell verhält.

Wie kann ich als Gastronom den Gewinn steigern ohne mehr Gäste zu brauchen?

Durch Arbeit an den drei Gewinn-Hebeln: Erstens Umsatz pro Gast steigern (Bon-Optimierung, Preispsychologie). Zweitens Kosten senken ohne Qualitätsverlust (Wareneinsatz, Personalkosten als Quote, Betriebskosten-Audit). Drittens Effizienz erhöhen (Speisekarten-Engineering, Tischumschlag). Die meisten Betriebe haben in diesen drei Bereichen zusammen 8–18% ungehobenes Gewinnpotenzial – ohne einen einzigen neuen Gast.

Welche Kosten fressen in der Gastronomie am meisten Gewinn?

Die größten Gewinn-Lecks sind in dieser Reihenfolge: Personalkosten über 40% des Umsatzes, Wareneinsatz über 33%, unkontrollierte Fixkosten (Energie, Serviceverträge, Miete-Umsatz-Ratio). Hinzu kommen stille Verluste durch mangelnde Speisekarten-Optimierung und Tisch-Effizienz. Ein strukturiertes Kosten-Audit deckt in fast jedem Betrieb 3–8% Einsparpotenzial auf.

Wie berechne ich den Reingewinn meines Restaurants?

Die Grundformel: Reingewinn = Umsatz – Wareneinsatz – Personalkosten – Fixkosten – sonstige Betriebsausgaben. Als Quote: Nettomarge = Reingewinn ÷ Umsatz × 100. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Gewinn vor und nach Unternehmerlohn. Viele Betriebe die profitabel wirken, würden bei Einrechnung eines marktgerechten Unternehmerlohns negativ stehen. Den vollständigen Kalkulations-Leitfaden findest du im Artikel zur Gewinnmarge in der Gastronomie.

Kostenlos · 15 Minuten

Wo steht dein Restaurant? Mach den V.O.L.L.-Check.

Finde in 15 Minuten heraus, an welcher Stelle dein Restaurant am meisten Umsatz liegen lässt – mit dem V.O.L.L.-System aus 950+ Betrieben.

Kosten & GewinnGastronomie MarketingRestaurant Tipps

Verwandte Artikel

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Jede Woche eine umsetzbare Strategie direkt in dein Postfach. 14.500+ Gastronomen sind schon dabei.

Mit der Anmeldung stimmst du der Verarbeitung deiner Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung zu. Der Versand erfolgt über ActiveCampaign (USA). Du kannst dich jederzeit abmelden.

Kostenlos · Jederzeit kündbar · DSGVO-konform