Kurz erklärt: Restaurant kaufen oder neu eröffnen – die Entscheidung dreht sich nicht um den Kaufpreis, sondern um unsichtbare Kosten: Altpachtverträge, übernommene Lieferantenverbindlichkeiten und ein Gästestamm, der am Vorgänger hängt, nicht am Konzept. Wer kauft, spart Anlaufzeit (3–6 Monate statt 12–18) und Anlaufverluste – aber nur wenn er die 5 Fragen stellt, die 90 % der Käufer nie stellen. Was vor der Unterschrift geprüft werden muss: Pacht, Mitarbeiter, Kundenstamm, Inventar und die echten Zahlen der letzten 3 Jahre.
Der Makler sagte: Schnäppchen. Der Steuerberater nickte. Sechs Monate später stand der Käufer mit 80.000 € Schulden in einer Küche, deren Lüftungsanlage nicht den Vorschriften entsprach.
Ein Restaurant kaufen kann die beste oder die teuerste Entscheidung deines Lebens sein. Der Unterschied liegt in fünf Fragen, die 90 % der Käufer nie stellen.

In 25 Jahren Gastronomieberatung habe ich eines immer wieder gesehen: Die Restaurants, die ihre Zahlen kennen und ein System haben, überleben und wachsen. Die, die es nicht tun, gehören statistisch zu den 64 Prozent, die in fünf Jahren schließen. Der Unterschied ist selten das Essen – der Unterschied ist das System dahinter.
Vor der Suche überlegen: Restaurant mit oder ohne Konzept kaufen

Ein bestehendes Restaurant kaufen und mit ähnlichem Konzept weiterführen
Der Kauf eines bestehenden und gut laufenden Restaurants kann eine gute Möglichkeit sein, sich deinen Traum vom eigenen Gastrobetrieb zu erfüllen. Beim Kauf eines gut laufenden Restaurants musst du zudem die häufig schwierigen Anfangsjahre nach der Gründung des Betriebs nicht durchlaufen. Ferner kannst du in der Regel mit dem Bekanntheitsgrad und treuen Kundenstamm des bisherigen Betriebes rechnen. Häufig kannst du auch das Geschäftskonzept deines Vorgängers und Teil der Speisekarte übernehmen, was bedeutet, dass du das Rad nicht komplett neu erfinden musst.
Das ist das Gute bei der Übernahme eines bestehenden Restaurants. Aber bei einem Kauf übernimmst du auch das Schlechte, das möglicherweise mit dem Restaurant verbunden ist. So könnte es sein, dass es aus finanziellen oder schwierigen wirtschaftlichen Gründen zum Verkauf angeboten wird. Vielleicht hat es auch einen schlechten Ruf. In diesen Fällen würde es schwierig, hier Erfolg zu haben.
Ein bestehendes Restaurant erwerben aber mit neuem Konzept führen
Hast du jedoch geplant ein komplett neues Gastro Konzept umzusetzen, dann erfordert dies natürlich auch eine Menge mehr Arbeit. Das beginnt beim Schreiben des Businessplans, einer neuen Einrichtung und Gestaltung des Gastraumes. Aber auch ein neuer Restaurant Marketingplan mit anderen Strategien, wie du Gäste für deinen Gastrobetrieb gewinnst, ist notwendig, da häufig ein neues Zielpublikum anvisiert wird und auf die bisherigen Stammgäste nicht mehr gezählt werden kann.
Unabhängig davon, wie deine Ausgangslage und dein Strategieplan bisher aussehen, erhältst du hier die wichtigsten Punkte, die du beachten musst, wenn du ein Restaurant kaufen möchtest.
1. Vor dem Kauf ausführliche Informationen über den Standort und das Zielgebiet einholen

Öffentlich erhältliche Informationen und Standortanalyse
In jeder Stadt ist das Einzugsgebiet eines Restaurants unterschiedlich, weswegen eine Standortanalyse des Restaurants unabdingbar ist, damit der geplante Betrieb kein Reinfall wird. Diese Analyse muss aber nicht komplett selbst vorgenommen werden, entsprechende Daten lassen sich über die IHK oder bei lokalen Behörden eruieren. Hier lassen sich auch Informationen über Kaufkraft, Nachfrage und Mitbewerber ermitteln, die dann vor Ort in Augenschein genommen werden sollten.
Die Umgebung des Restaurants selbst erkunden und analysieren
Eine ergänzende einfache Methode um die Kaufkraft rauszufinden und zu entdecken, welche Art von Personen in der näheren Umgebung leben, ist indem du das Restaurantumfeld erkundest und schaust, welche Arten von Personen hier leben, wie die Wohnverhältnisse sind und welche Autos die Leute in der Gegend fahren. Sollte der Geschäftsbetrieb des zu erwerbenden Restaurants noch am Laufen sein, geh hinein und sieh dir die Kundschaft an und sprich mit den Gästen.
Die Kenntnis der Gruppengröße, des Alters und des Zeitpunkts, zu dem sie kommen, ist der Schlüssel zur Planung deines späteren Arbeitsaufwandes. Die Analyse von branchenweiten, geographischen Trends und möglichen zukünftigen Hindernissen zeigt, welche geschäftlichen Änderungen möglicherweise später erforderlich sein müssten, so, dass du das Restaurantkonzept schon zu Beginn zukunftssicher gestaltest.
Mit Personen aus der Umgebung unterhalten
Sprich auch mit deinen potenziellen Nachbarn. Es ist erstaunlich, wie viel man von den Geschäftsleuten der möglichen zukünftigen Nachbarschaft erfahren und lernen kann. Diese Personen kennen sich aus. Sie wissen häufig auch, wie das bisherige Restaurant in etwa läuft, wie der Ruf ist und welche Art von Personen dort zum Essen kommen. Dieser Lerneffekt ist umso wichtiger, wenn du ein Restaurant übernehmen willst, welches mittlerweile geschlossen ist und wo sich keine aktuellen Informationen aus dem Tagesgeschehen holen lassen.
Außerdem solltest du in jedem Fall mit den Angestellten, aber nach Möglichkeit auch mit ehemaligen Gästen sprechen -, bevor du mit dem früheren oder aktuellen Betreiber redest. Hilfreich sind sicher auch Gespräche mit Anwohnern, die einen weiteren Einblick in das soziale Umfeld und damit auch der Kaufkraft vermitteln.
Im Internet Informationen einholen
Recherchiere im Internet, welche Informationen es über und zu "deinem" Restaurant gibt; Bewertungen, Kommentare, Hinweise auf das Umfeld, Vorfälle, etc. Frag auch bei lokalen Behörden, der IHK und eventuell der Dehoga nach, ob es Wissenswertes über dieses Verkaufsobjekt und die Gegend gibt.
2. Entscheidung treffen: Übernahme des gesamten Gastronomie-Konzepts, Teile davon oder nur der Location?

Restaurantkauf ist nicht gleich Restaurantkauf. So kann sich der Kauf
- nur auf den Standort,
- den Standort, die Einrichtung und die Ausstattung,
- den Kauf des Standorts, der Ausstattung und der Marke oder
- der Kauf des gesamten Unternehmens mit allem Dazugehörigen beziehen.
Das simpelste Szenario wäre der Kauf der Location, dann erweitert mit der Übernahme von der Einrichtung und Ausstattung bis hin zur Übernahme des kompletten Konzeptes einschließlich den Mitarbeitern und der Marke. Wie diese Entscheidung aussieht, wird beeinflusst von:
- Dem Zustand der Einrichtung und Ausstattung,
- der Instandhaltung der Örtlichkeiten,
- der Einhaltung von gesetzlichen Auflagen und Vorschriften,
- dem Wert der Marke und des Images,
- und sogar der Ausbildung des Personals.
Man muss genau hinsehen und etwaige Mängel aufdecken, denn Probleme in diesen Bereichen können das Restaurant wesentlich teurer machen. Gleichzeitig kannst du aber deine Beobachtungen der Mängel nutzen, um deine Verhandlungsposition zu stärken und den Preis für den Kauf des Restaurants weiter zu drücken.
Das Erwerben vom kompletten Gastronomie-Konzept ist normalerweise die Option, die weniger Kosten und Aufwand mit sich bringt, doch das heißt nicht, dass man, damit auch automatisch die Stammkundschaft übernimmt.
In der Regel ändern die meisten Gastronomen bei der Übernahme den Namen und das Erscheinungsbild. Abhängig davon, ob du gegebenenfalls die Mitarbeiter übernimmst, werden sich sicher auch die Küche und die Speisekarte ändern. Es ist - und soll es ja wohl auch sein - ein Neustart.
Dennoch hat diese Art des Kaufs immer noch ihre Vorteile und ist erfahrungsgemäß besser als die komplette Neueröffnung eines Restaurants, in dem nichts vorhanden ist. Denn indem du ein bestehendes Restaurant übernimmst, hast du bereits die vollständige Infrastruktur: Räumlichkeiten entsprechen den gesetzlichen Vorgaben, Geräte sind installiert, Verkabelung und Sanitäranlagen sind fertig, usw.
Auf Veränderungen nach der Restaurant Eröffnung vorbereitet sein
Natürlich wird sich mit dem Eintreffen der Gäste bald vieles ändern. Abgesehen davon, dass sich ein Restaurant am selben Ort befindet, musst du deren Gunst neu gewinnen, denn diese Personen werden automatisch alles mit dem vorherigen Restaurant-Erlebnis vergleichen. Das bedeutet aber auch effektives Marketing zu betreiben und aus dem Schatten des vorherigen Restaurants zu treten, vor allem, wenn dieses eine treue Anhängerschaft hatte.
Die Immobilie selbst ist natürlich der Eckpfeiler für einen erfolgreichen Restaurant Kauf. Natürlich ist die Kostenfrage entscheidend, vor allem, wenn das Restaurant zusätzlich das gesamte Gebäude und das Grundstück miteinschließt, was eine beträchtliche Investition wäre. Wenn das Eigenkapital knapp ist, findest du in meinem Artikel Restaurant eröffnen ohne Eigenkapital konkrete Finanzierungswege, die auch beim Kauf eines bestehenden Betriebs funktionieren.
Auf der anderen Seite kann eine zu hohe Miete, ein bald auslaufender Pachtvertrag den Kauf erheblich erschweren (mehr dazu im Artikel Restaurant pachten), zumal, wenn eine sofortige Verlängerung des Pachtvertrags nicht möglich ist. Dies erschwert natürlich den Verhandlungsprozess.
Das Restaurant Konzept: Am Bisherigen anknüpfen oder radikaler Neubeginn?
Wenn es sich bei dem Erwerb um ein bisher erfolgreiches Restaurant handelt, wird in der Regel alles komplett - inklusive der Küche, Positionierung und der Marke - übernommen und beibehalten. Wenn der Kaufpreis stimmt, ist dies die beste Lösung.
Falls das Restaurant gerade noch kurz vor der Schwelle zum Erfolg steht, kann hier sogar ein Schnäppchen gemacht werden.
Denk jedoch daran, dass fast jede Person glaubt, ein Unternehmen besser führen zu können als die vorherigen Besitzer. Du solltest also sehr vorsichtig sein, wenn du ein Restaurant kaufst, von dem du glaubst, dass es ein Schnäppchen sei, da du es in deinen Vorstellungen viel besser machen würdest.
Daher solltest du deine Überlegungen in einen (zumindest knappen) Restaurant Businessplan erst aufschreiben, um zu sehen, ob es sich auf dem Papier genauso brillant liest, wie es in deinem Kopf klingt. Überprüfe deine Ideen in Gesprächen mit kompetenten Gesprächspartnern und gegebenenfalls einer Restaurant Beratung. Oft lässt es sich nicht eindeutig herausfinden, wie das Restaurant in Wirklichkeit dasteht. Mit fachkundiger Hilfe kannst du aber ein schlüssiges Szenario erstellen und so das Risiko des Restaurant-Kaufs stark senken, wenn auch niemals komplett minimieren.
Juristische Schwierigkeiten bei der Übernahme vermeiden

Einer der häufigsten Gründe für eine Restaurantschließung und den anschließenden Verkauf sind nicht bezahlte Steuern (Gewerbe-, Lohn- oder Umsatzsteuern). Diese Verpflichtungen erhöhen sich schnell, wenn noch Zins- und andere Strafen hinzukommen. Daher sollte es ersichtlich sein, dass du diese Belastungen keinesfalls übernehmen solltest.
Es gibt viele andere rechtliche Aspekte, auf die man achten muss: nicht bezahlte Löhne, Kundenklagen, Mietrückstände, Vorladungen des Gesundheitsamtes, laufende Verträge und vieles mehr.
Nimm daher unbedingt die Hilfe eines Anwalts in Anspruch, um alle Unterlagen, Dokumente zu überprüfen, damit dein Restauranttraum nicht zu einem juristischen Alptraum wird.
Vollständige Dokumentation des Verkaufsobjektes
Der Verkäufer des Gastronomie Objektes sollte selbstverständlich in der Lage sein, Finanzdokumente, Steuererklärungen, Ausgabenberichte und Einkommenserklärungen der letzten 3-5 Jahre vorzulegen und dies auch von sich aus tun, denn die Vorlage von Finanz- und anderen Dokumenten sind bei jedem Immobilienkauf obligatorisch.
Die Verfahrensweise des Verkäufers gibt dir auch einen Eindruck von der Seriosität des Verkaufsvorganges. Dabei solltest du auch deine bisher ermittelten Daten und einen für angemessenen Kaufpreis im Kopf oder vor dir liegen haben, was du dann mit den dir vorgelegten Daten vergleichst.
Du solltest dir selbstverständlich alle Schwächen, etwaige Probleme notieren und darüber nachdenken, welche Auswirkungen diese Punkte auf das Endergebnis und damit den Wert des Restaurants, haben könnten.
Wenn du deine Erwartungen nicht im Voraus festlegst, kannst du vor Ort leicht ins Wanken geraten. Wenn du unsicher bist und dich in den Bereichen noch nicht gut auskennst, solltest du einen Anwalt, Buchhalter oder einen Unternehmensgutachter zu Rate ziehen. Zusammen mit einem Anwalt werden sie überprüfen, ob alles in Ordnung ist.
Eine weitere Möglichkeit, einen besseren Einblick zu gewinnen, besteht darin, eine Unternehmensberatung für einen Recherche-Bericht zu beauftragen. Dies bringt natürlich höhere Kosten mit sich, die aber, gerade wenn deine geplante Restaurant Investition mehrere Millionen beträgt, gut angelegt sind.
3. Beeinflussende Faktoren auf den Kaufpreis des Restaurants
Marktentwicklungen als Faktor berücksichtigen
Der aktuelle Markt und die zukünftigen Entwicklungen beeinflussen den Wert des Restaurants und sollten daher mit in die Vorbereitung auf die Verhandlung einbezogen werden. Denn beispielsweise kann sich die Kundenstruktur in der Nachbarschaft verändern. Das muss allerdings nicht unbedingt bedeuten, dass das Restaurant darunter leidet, denn eine demografische Verschiebung kann einerseits Risiken aber andererseits auch Chancen mit sich bringen.
Die Inhaber wissen möglicherweise nicht genau, wie sich deren Kundschaft zusammensetzt, da Besitzer häufig dazu neigen, sich nicht mit demografischen Entwicklungen zu beschäftigen, nachdem sie jahrelang im Geschäft waren. Teile negative Informationen später in Verhandlungen mit, aber behalte Chancen für dich.
Kosten und Problembereiche hervorheben
Kein Restaurant läuft perfekt. Es gibt immer etwas, das nicht stimmt: Kosten sind für einige Posten zu hoch, etwas funktioniert nicht richtig und Dinge müssen erneuert werden. In vielen Fällen haben die Restaurantbesitzer keinen richtigen Überblick über ihre Ausgaben, oder einige zahlen einfach zu viel, sei es für ihre Lieferungen, Löhne, Versicherungen, Brauereiverträge oder andere Dienstleistungen.
Durch Hinweisen auf diese Probleme und zu hohen Kosten lässt sich meist ein besserer Kaufpreis erzielen, besonders, wenn es schwierig ist, diese Probleme zu beheben.
Die Motivation und Gründe zum Verkauf für die Anbieter
Natürlich gibt es einen oder mehrere triftige Gründe, warum die vorherigen Besitzer Restaurant verkaufen wollen oder sogar müssen.
Bei deinen bisherigen Recherchen solltest du diese bereits erfahren haben, bevor du in die Verkaufsverhandlungen gehst.
Die Kenntnis dieses Grundes oder sogar mehrerer ist nicht nur notwendig, wenn es darum geht später keinen Reinfall mit dem Restaurant zu erleben, sondern zudem natürlich auch hilfreich bei den Preisverhandlungen. Du musst zwar nicht erwähnen, dass du die Verkaufsgründe kennst, aber sie sind dein Ass im Ärmel bei den Verhandlungen.
Schließlich musst du auch bereit sein die Verkaufsverhandlungen abzubrechen, wenn die Bedingungen für dich nicht stimmen.
4. Die Verkaufsverhandlung beim Restaurant Erwerb

Nutze deine Position, wenn du alleinige/r Interessent/in bist
In der aktuellen Marktsituation ist es gut möglich, dass du dich nicht mit konkurrierenden Angeboten auseinandersetzen musst, da es häufig einfach nicht genügend Kapital und damit Interessenten gibt. Es kann also sehr gut sein, dass es auf eine Einzelverhandlung für dich hinausläuft, weil die Bewertung eines Restaurants - anders als bei sonstigen Immobilien - eine schwierig zu kalkulierende Angelegenheit ist. Das kann dein Vorteil bei den Verhandlungen sein, erst recht, wenn du alles gut recherchiert hast und die Zahlen kennst.
Besser als die andere Seite am Verhandlungstisch informiert sein
Der Schlüssel bei der Verkaufsverhandlung ist die informationelle Oberhand. Sicher haben die Vorbesitzer des Restaurants den Vorteil, das Geschäft seit Jahren von innen heraus zu kennen, aber wenn du sie mit deinem belegbaren Wissen und Fakten konfrontierst, sie mit Kenntnissen über das Restaurant überraschst, kann das die Verhandlungssituation zu deinen Gunsten kippen. Deren Reaktionen wird dir auch zeigen, inwiefern du auf dem richtigen Wege bist und damit ein gutes Geschäft machen wirst.
Zukunftspotenzial einschätzen
Auf der Grundlage deiner durchgeführten Recherche und den Informationen, die vom Verkäufer des Restaurants zur Verfügung gestellt werden, führst du eine Analyse des Zukunftspotenzials des Objektes durch, die du mit den Ergebnissen der bisherigen Verkaufsverhandlungen ergänzt.
Nun gilt es besonders auf die Dinge zu achten, die nicht zum Vertragsabbruch führen, sondern den Preis im Verhandlungsprozess nach unten drücken. Wenn du auf Probleme gestoßen bist, ordne ihnen einen monetären Wert zu, den du niemandem vorab mitteilst, aber bei der Vertragsverhandlung berücksichtigst, um den Preis nach unten zu korrigieren. Dabei solltest du sicherstellen, dass du stets direkt mit dem Besitzer verhandelst und so wenig wie möglich mit einem Vermittler.
5. Die wichtigsten Fragen vor Kauf oder Übernahme eines Restaurants
Bevor du den Kaufvertrag unterschreibst, solltest du die folgenden Fragen positiv für deine eigene Situation und das Gastronomieobjekt beantworten können. Nur dann ist der Kauf eine fundierte Entscheidung.
Was sind die Ursachen für den Verkauf des Restaurants?
Zuerst sollte man herausfinden, weshalb die vorherigen Besitzer das Restaurant zum Verkauf anbieten. Denn es macht einen gewaltigen Unterschied, ob es Gründe gibt, die zu einem Scheitern führen und nicht beeinflussbar sind, oder ob das Scheitern des Restaurants nur an den vorherigen Besitzern lag.
In der Regel gibt es zwei entscheidende Gründe für die Aufgabe und damit den Verkauf eines Restaurants:
A) Persönliche Gründe: Ein häufiger Grund für die Aufgabe und den anschließenden Verkauf eines Restaurants sind persönliche Faktoren. Darunter fällt die Aufgabe des Restaurants aus Alters-, gesundheitlichen oder familiären Gründen. In den letzten Jahren haben jedoch auch viele aufgegeben, weil sie die vielfältigen wirtschaftlichen Herausforderungen, den hohen Zeit- und Arbeitsaufwand und die, damit verbundenen finanziellen Einbrüche nicht mehr bewältigen konnten.
B) Finanzielle Gründe: Der häufigste Grund für die Aufgabe eines Restaurants ist, dass dieses einfach nicht genügend Gäste, Umsatz und vor allem Gewinn bringt. Hierbei können die Ursachen sehr unterschiedlicher Natur sein.
Warum lief das bisherige Konzept nicht? (Kennzahlen und Einflussfaktoren)
Bevor du ein Restaurant kaufst, musst du natürlich rausfinden, ob es sich lohnt, also was das Umsatzpotenzial ist und wie einfach bzw. schwierig sich dieses verwirklichen lässt. Du musst einerseits die Zahlen kennen und andererseits die Gründe für diese Zahlen.
Dabei solltest du dich nicht vom Äußeren, dem Interieur oder sonstigen Eigenschaften des Objektes beeindrucken lassen, sondern vor allem die Bücher unter die Lupe nehmen.
Sollten die Besitzer zögern, dir die Bücher zu zeigen, dann beende dein Kaufinteresse. Jede Person, die ernsthaft verkaufen will, sollte auch bereit sein, alles offenzulegen und dem potenziellen Käufer ein klares Bild von der finanziellen Situation seines Restaurants zu vermitteln.
Geh die Bilanzen, Bankbelege, Gewinn- und Verlustrechnungen und Steuerdokumente durch und wenn du selbst darin noch nicht so versiert bist, hol dir einen Buchhalter oder einen Experten zur Hilfe.
Wie ist der Standort und die Umgebung des Restaurants?
Führe eine Standortanalyse für das Restaurant durch. Zwar können Restaurants auch trotz eines schlechten Standorts erfolgreich sein, allerdings solltest du lieber auf ein Restaurant setzen, dessen Standort gut ist.
Stell dir diese Fragen:
- Liegt es in einem Büro-, Wohn- oder gemischten Viertel?
- Ist der Bereich durchgängig oder nur zu bestimmten Zeiten belebt?
- Ist es vorderseitig zur Straße hin oder liegt es eher verdeckt?
- Ist der Restaurantbereich zu Fuß, durch öffentliche Verkehrsmittel und/oder nur durch Auto erreichbar?
- Gibt es ausreichende Parkplätze?
- Haben in der letzten Zeit neue Restaurants eröffnet, die vom Profil her eine direkte Konkurrenz sind?
- Entspricht die Miete/Pacht diesem Umfeld?
Falls sich nach diesen Fragen herausstellen sollte, dass der Standort nicht ideal ist, kannst du dir überlegen:
1. Ob du trotzdem dieses Objekt erwirbst und wie du das Restaurant trotz schlechtem Standort erfolgreich machst.
2. Ob du weiter nach einem Restaurant mit einem idealen Standort suchen.
Wie sieht es mit dem Ruf des Restaurants aus?
Auch wenn du das Restaurant als treuer Gast oder gar ehemaliger Mitarbeiter sehr gut kennen solltest, musst du dir jetzt Zeit nehmen, um es aus der Sichtweise der Gäste zu betrachten.
Sprich mit einigen über das Ambiente, das Essen und den Service. Betrachte auch Kommentare in den sozialen Medien, bei TripAdvisor und Facebook. Sollte das Restaurant seit langem einen schlechten Ruf haben, finde die Gründe dafür heraus und überlege genau, ob du dem entgegenwirken kannst.
Wie umfangreich ist der Kauf - Was wird alles erworben?
Wenn du alles genau recherchiert hast und der Meinung bist einen guten Kauf zu machen, dann bleibt noch die Frage, was du hier denn alles genau übernimmst: Gehört dazu der Name des Restaurants, gegebenenfalls ein Markenzeichen, besondere Speisen und die Speisekarte oder vielleicht nur Räumlichkeiten und Ausstattung?
Es ist nicht ungewöhnlich, dass nach dem Kauf eines Restaurants eine vollkommene Erneuerung, ein Rebranding vorgenommen wird, besonders dann, wenn dem bisherigen Restaurant Negatives anhaftet. Falls dem aber nicht so ist, ist es vielleicht am besten, den aktuellen Restaurantnamen und das Branding beizubehalten.
6. Die nächsten Schritte nach dem Kauf des Restaurants
Nachdem du das Restaurant gekauft hast, geht die richtige Arbeit erst los. Denn die nächsten Schritte sind:
Die Entwicklung eines erfolgreichen Gastronomie-Konzeptes
- Die Zielgruppen-Analyse für das Restaurant.
- Die Wettbewerbsanalyse.
- Die Positionierung - Wie du dich auf dem harten Gastronomiemarkt von deinen Mitbewerbern abhebst.
- Das Schreiben eines Restaurant-Businessplans.
Deshalb solltest du vor Gründung des Restaurants diese wichtigen Schritte durchführen.
Die Eröffnung des Restaurants
Auch wenn dieser Bereich wichtig ist, wird doch zu viel Energie darauf gesteckt, anstatt gleich in Marketingstrategien zu investieren, die auch langfristig im Einsatz sind und fortwährend Gäste und Umsatz bringen.
Der Betrieb eines erfolgreichen Restaurants nach Gründung
Dieser Teil ist der größte und wichtigste. Denn das Restaurant-Konzept kann noch so gut durchdacht und die Eröffnung noch so gut verlaufen sein - es werden immer Einflussfaktoren und Umstände eintreten, die nicht vorhersagbar waren.
Allerdings gibt es hier 5 wesentliche Bereiche, an denen ständig gearbeitet werden muss:
- Die Vermarktung des Restaurants.
- Die Weiterentwicklung des Angebots und der Positionierung.
- Die Systematisierung von Geschäftsprozessen.
- Die Gewinnung und das Halten von qualifizierten Mitarbeitern, sowie deren Weiterentwicklung.
- Beobachtung und Optimierung der Kosten.
Spätestens, wenn du dich für ein Objekt entschieden hast, solltest du dir Strategien überlegen, die dir mehr Gäste und Umsatz bringen. Die beste Quelle ist der kostenlose GastroInsider Newsletter, bei dem du alle paar Tage neue Ideen erhältst, die deinen Restaurant Umsatz steigern.
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